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WM 2026: Italien als Ersatz für Iran? Land lehnt Trump-Vorschlag ab

KEYPIX - epa12863057 Players of Italy react during the penalty shoout-out in the FIFA World Cup 2026 European playoff match between Bosnia and Herzegovina and Italy in Zenica, Bosnia and Herzegovina,  ...
Die Italiener haben die WM-Qualifikation verpasst – ein Nachrücken für den Iran wird von der Regierung abgelehnt.Bild: keystone

Statt Iran an WM? Italien reagiert deutlich auf Vorschlag von Trump-Vertrautem

Der US-Sondergesandte Paolo Zampolli macht einen wilden Vorschlag, wie Italien doch noch an der WM teilnehmen könnte. Das Land reagiert direkt deutlich.
24.04.2026, 07:4124.04.2026, 09:47
David Digili / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein US-Vorstoss zum Austausch Irans durch Italien bei der Fussball-Weltmeisterschaft ist in dem europäischen Land auf Befremden gestossen. Vertreter der Regierung in Rom und des italienischen Fussballs reagierten am Donnerstag ablehnend auf den Vorschlag eines Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, den Kriegsgegner der USA kurzerhand durch Italien zu ersetzen. Die Äusserung des US-Sondergesandten Paolo Zampolli in der «Financial Times» konnte auch als Versöhnungsgeste verstanden werden, nachdem Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Trump für dessen Verbalattacken gegen Papst Leo XIV. kritisiert hatte.

Zampolli ist Trumps Sondergesandter für «Globale Partnerschaft» und steht weder in offizieller Verbindung zur WM 2026 noch zum italienischen Fussball. «Ich bin gebürtiger Italiener und es wäre ein Traum, die Azzurri bei einem in den USA ausgetragenen Turnier zu sehen», sagte Zampolli der «FT». «Mit vier Titeln haben sie die nötige Erfolgsgeschichte, um eine Aufnahme zu rechtfertigen.» Diesen Vorschlag habe er Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino unterbreitet. Italien hatte die WM-Qualifikation zum dritten Mal in Folge verpasst.

«Erstens ist es nicht möglich, zweitens nicht angemessen»

Italiens Sportminister Andrea Abodi wies Zampollis Idee zurück. «Erstens ist es nicht möglich, zweitens ist es nicht angemessen», sagte Abodi der Agentur LaPresse. «Man qualifiziert sich auf dem Platz.» Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti bezeichnete die Äusserung als «beschämend». Der Trainer Gianni De Biasi sagte Reuters, falls der Iran ausfalle, werde die Mannschaft logischerweise durch das in der Qualifikation darauffolgende Team ersetzt. «Ausserdem glaube ich, dass Italien bei einem solchen Thema Trumps Unterstützung nicht braucht», sagte De Biasi. «Ich denke, wir kommen alleine klar.» In den italienischen Sportmedien fand das Thema wenig Beachtung.

epa12639064 Italy's Minister of Sport and Youth Andrea Abodi attends a mass in memory of the victims of the Crans-Montana New-Year fire, at the Basilica of Saints Ambrose and Charles in Rome, Ita ...
Sportminister Andrea Abodi empfindet den Vorschlag als unangemessen.Bild: keystone

Mittlerweile hat sich auch US-Aussenminister Marco Rubio geäussert und den Vorschlag abgelehnt. «Niemand in den USA hat ihnen gesagt, dass sie nicht kommen könnten», sagte er in Richtung der Iraner. Es sei die alleinige Entscheidung des Landes. «Wenn sie von sich aus entscheiden, nicht zu kommen, dann ist das, weil sie sich dazu entschieden haben, nicht zu kommen», so Rubio.

Der Fussball-Weltverband FIFA verwies auf frühere Äusserungen Infantinos, der den Plänen bereits eine Absage erteilt hatte. «Das iranische Team wird mit Sicherheit kommen», hatte Infantino in der vergangenen Woche erklärt. «Der Iran muss kommen, wenn er sein Volk repräsentieren will. Sie wollen unbedingt spielen, und sie sollten spielen. Sport sollte ausserhalb der Politik stehen.»

Sollte der Iran tatsächlich nicht teilnehmen, läge die Entscheidung über einen Nachrücker laut Artikel sechs der WM-Regularien allein bei der FIFA. Es wird jedoch erwartet, dass der asiatische Fussballverband AFC dann auf einen Nachrücker aus seinen Reihen dringen würde. Als wahrscheinlichste Wahl gelten die Vereinigten Arabischen Emirate, die im November in den Playoffs am Irak gescheitert waren.

Iranian fans cheer prior to start of Iran and North Korea soccer match during their Asian group A qualifier for 2026 World Cup, at Azadi Stadium in Tehran, Iran, Tuesday, June 10, 2025. (AP Photo/Vahi ...
Kommen die Iraner an die WM?Bild: keystone

Der iranische Fussballverband trainiert für das Turnier, das am 11. Juni in den USA, Mexiko und Kanada beginnt. «Wir bereiten uns für die Weltmeisterschaft vor, aber wir fügen uns den Entscheidungen der Behörden», hatte Verbandschef Mehdi Taj am Mittwoch in Teheran gesagt. «Vorerst lautet die Entscheidung, dass die Nationalmannschaft optimal auf die WM vorbereitet sein soll.» Der Iran hatte nach den Angriffen der USA und Israels vergeblich beantragt, seine drei Gruppenspiele von den USA nach Mexiko zu verlegen. Das erste Spiel der Iraner ist für den 15. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland angesetzt, die anderen Gruppengegner sind Ägypten und Belgien.

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Apropopos
24.04.2026 08:25registriert Mai 2025
Er betont, sein Vater war Italiener, er der Gründer einer Modelagentur und Zuhälter von Epstein und Trump. Da braucht man sich doch über solche Vorschläge nicht zu wundern. Das hat in dieser Regierung Methode und Tradition. Danke an Italiens Regierung und Sport. Im Gegensatz zu USA habt ihr Stil.
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Voraus denken!
24.04.2026 08:22registriert März 2022
Infantino:
"Sport sollte ausserhalb der Politik stehen."

Sagt der korrupteste ähh, innovativste FIFA-Präsident den es jemals gab.

Er der Trump bis weit in dessen Enddarm geschlüpft ist.

Wir leben in völlig verrückten Zeiten ohne Regeln.
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rodolofo
24.04.2026 08:23registriert Februar 2016
DAS sind meine Italiener!
Minimalistisch und meistens eine Viertelstunde zu spät, aber stolz auf sich selbst und auf die südländische Lockerheit. Viva l'Italia!
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