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Uzzys Erben: 11 Angeber, die im Ring aufs Maul kriegten

Uzzys Erben: 11 Angeber, die im Ring aufs Maul kriegten

28.01.2023, 19:0930.01.2023, 09:55
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Wir leben in einer Zeit, in der zur Schau getragenes Selbstbewusstsein Hochkonjunktur hat. Fast schon von Berufs wegen ist dieser Volkssport auch bei Kampfsportlern sehr beliebt. Sie wollen damit ihre Gegner verunsichern. Manchmal gelingt das auch – besonders amüsant aber wird es, wenn das Pendel in die andere Richtung ausschlägt.

Ahmed Usman

Uzzy: Ein Tänzer macht noch keinen Boxer

Das Paradebeispiel dafür ist Ahmed Usman alias Uzzy. Er verschwendet 2010 bei seinem Einmarsch dermassen viel Energie, dass ihm beim Kampf gegen Ashley Sexton die Luft ausgeht. Sexton schickt ihn bereits in der ersten Runde final auf die Bretter.

Seit Jahren wird Uzzy nun für seinen Einmarsch verhöhnt. Dabei ist er bei Weitem nicht der einzige Kampfsportler mit mehr Show als Go.

Dennapa Bigshotcamp

Eigentlich heisst der Mann Duangden Saenlerd. Lieber aber möchte er Dennapa Bigshotcamp genannt werden. Den Gefallen tun wir ihm – denn der Namen passt wie die Faust aufs Auge.

Als Bigshotcamp gegen Ahmed Dib in den Ring steigt, lässt er sich erst mal theatralisch fallen. Es ist der Beginn eines bizarren Auftritts. Ab dem ersten Glockenschlag provoziert er den ungeschlagenen Dib mit Faxen und Clowneinlagen, bis er in der zweiten Runde eine Kombination kassiert, die ihn auf die Bretter schickt. Bigshotcamp wird angezählt. Normale Boxer versuchen in solchen Situationen schnellstmöglich wieder aufzustehen. Und was macht Bigshotcamp? Er macht Liegestützen. Damit verliert er wertvolle Zeit und auch das Duell gegen Dib. Es wird ihn nicht sonderlich ärgern. Es ist seine 31. Niederlage im 43. Kampf.

Julian Wallace

Julian «Der Schakal» Wallace, eigentlich Julian Rabaud, und Ben Nguyen treffen sich 2014 zum MMA-Nitro-Titelkampf im Bantamgewicht. Wallace ist von Kopf bis Fuss tätowiert und markiert beim Staredown, dem Anstarren bei der Pressekonferenz, den harten Mann. Er berührt Nguyens Kopf mit der Faust, plustert sich auf, stösst den freundlichen, aber leicht irritierten Nguyen mit dem Kopf und drängt ihn von der Bühne. Es ist angerichtet für einen hitzigen Kampf.

Dazu kommt es dann aber nicht. Nach 25 Sekunden und ein paar Schlägen löscht Nguyen die Lichter. Wallace liegt bewusstlos im Oktagon. Danach macht er noch drei weitere Kämpfe (zwei Niederlagen) und beendet seine Karriere. Nguyen steigt bis in die UFC auf, wo er den einen oder anderen Sieg feiern kann. Nach drei Niederlagen in Serie beendet er 2019 seine Karriere.

Joe Harding

Warum Joe Harding 2017 zu einer so unnötigen wie finalen Tanzeinlage gegen den Franzosen Joan Segas ansetzt, weiss wohl nur er selbst. Denn er beendet damit seine Karriere. Nach vier Amateursiegen in Serie ist die Niederlage gegen Segas die dritte in Folge. Nach einer weiteren steigt er nie mehr ins Oktagon. Böse Zungen behaupten, er versuche sich nun als Tanzlehrer.

A-Sol Kwon

A-Sol Kwon ist ein Meister der Provokation. Bei der Pressekonferenz zur Road Fighting Championship 53 gegen Mansour Barnaoui geht er auf seinen Gegner los. Auch beim Wägen kommt es zwischen den beiden zu einem Handgemenge. Die Affiche hält allerdings nicht, was sie verspricht, Barnaoui dominiert Kwon nach Belieben und beendet den Kampf noch in der ersten Runde.

Adrien «The Problem» Broner

Es gibt Menschen mit grossem Selbstvertrauen, es gibt Zlatan Ibrahimović – und dann gibt es noch Adrien Broner. Der 1,68 Meter grosse ungeschlagene Profi trifft 2013 nach 29 Siegen in Serie auf den unscheinbaren Argentinier Carlos Maidana. Schon vor dem Kampf wird Broner seinem Ruf als Grossmaul gerecht, so richtig despektierlich wird er in der ersten Runde: Als Maidana in der Ecke steht, springt ihn Broner wie ein räudiger Hund an und vollführt Begattungsgesten.

Maidana lässt lieber die Fäuste sprechen. In Runde zwei schickt er den Titelhalter zum ersten Mal auf die Bretter, in Runde acht das zweite Mal. Am Ende reicht es locker zum Punktsieg. Problem gelöst. Broner verzieht sich derweil, ohne ein Interview zu geben, mit verbeultem Gesicht in die Kabine.

Der Sieg gegen Broner bringt Maidana zwei Kämpfe gegen Floyd Mayweather ein – er verliert dabei zweimal, macht allerdings damit genug Kasse, um sich zur Ruhe zu setzen. Adrian Broner kämpft noch immer – verliert aber gegen Hochkaräter wie Manny Pacquiao und Mikey Garcia.

Bobby Green

Bobby Greens UFC-Kampfrekord steht bei vier Siegen und einer Niederlage, als er auf Dustin Poirier trifft. Obwohl es sich bei seinem Gegner um einen gestandenen Kämpfer mit hervorragendem Kampfrekord handelt, provoziert Green mit Gesten und Geplapper – bis ihn Poirier zum ersten Mal arg in Schwierigkeiten bringt. Immerhin ist Green clever genug, die Provokationen danach zu unterlassen, nicht aber gut genug, um zu gewinnen. Noch in der ersten Runde wird der Kampf gestoppt.

Bernard Hopkins

Bernard Hopkins ist mit Siegen gegen Antonio Tarver und Roy Jones Jr. eine Legende. Doch als er 2016 gegen Joe Smith Jr. antritt, ist er bereits 52 Jahre alt. Altersmilde zeigt er sich vor dem Kampf trotzdem nicht: «Du bist gewöhnlich – ich hingegen bin speziell», beleidigt er seinen deutlich jüngeren Widersacher. Vor allem aber sagte er: «Ich werde nie gegen einen weissen Jungen verlieren.» Es kommt dann anders. Hopkins wird nicht nur sprichwörtlich aus dem Ring geprügelt.

Anderson Silva

Wenn einer im Ring arrogant sein darf, dann Anderson Silva. 2013 gilt der Brasilianer als bester MMA-Kämpfer aller bisherigen Zeiten und geht mit einer Serie von 16 Siegen in den Kampf gegen Chris Weidman. Doch der bis zu diesem Zeitpunkt in der UFC ungeschlagene Silva übertreibt es, spielt mit seinem Gegner, belehrt ihn, demütigt ihn – so lange, bis dieser die Lücke dennoch findet und Silva zum ersten Mal in der UFC eine Niederlage zufügt. Es sollte nicht die letzte sein.

Braulio Rodriguez

2018 ist Ryan Garcia noch nicht ganz der Superstar von heute, sein Stern ist allerdings im Begriff aufzugehen. Umgekehrt verhält es sich mit seinem Gegner Braulio Rodriguez. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Karriere hat er den Zenit überschritten. Sein Vorteil gegenüber dem 20-Jährigen ist die Erfahrung. Doch manchmal schützt auch Erfahrung vor Dummheiten nicht. Je länger der Kampf dauert, je angeschlagener Rodriguez ist, desto provokanter tritt er auf, tänzelt herum, grinst, will den Jüngling aus dem Konzept bringen. Dieser bleibt aber bei der Sache und beendet den Spuk in der fünften Runde.

James Thompson

James Thompson ist mit seinen muskelbepackten 1,95 Metern und 117 Kilogramm ein furchterregender Mann. Und vor dem Kampf 2004 gegen Aleksander Emelianenko ist dem Hünen die Wut richtiggehend ins Gesicht geschrieben. In der anderen Ecke könnte es nicht unterschiedlicher zugehen: Emelianenko, der «kleine» Bruder des grossen MMA-Dominators Fedor, guckt aus der Wäsche, als hätte man ihn nach einer durchzechten Nacht aus dem Bett gezerrt. Doch wer Emelianenko kennt, weiss: Auch das ist nur eine Masche.

Der Kampf dauert gerade mal 12 Sekunden und dann liegt Thompson am Boden.

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