Sport
Motorsport

Tödliches Seitenwagen-Drama auf dem Sachsenring

Pilot im Koma, Beifahrer stirbt

Tödliches Seitenwagen-Drama auf dem Sachsenring

Ein fürchterlicher Unfall im Seitenwagen- Training fordert ein Todesopfer. Trotzdem soll das Gespannrennen durchgeführt werden.
13.07.2014, 09:0813.07.2014, 11:04
klaus zaugg, sachsenring

Augenzeugen berichten, das Gespann von Kurt Hock (54) und Enrico Becker (31) sei im zweiten Training mit einem Tempo von rund 200 km/h in der Sachsenkurve ungebremst durchs Kiesbett in die Leitplanken geknallt und in Flammen aufgegangen. Beifahrer Becker erlag noch auf der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Pilot Hock liegt mit schweren Verletzungen im Klinikum Chemnitz.

Nach wie vor ist die Unfallursache nicht bekannt. Technischer Defekt oder Fahrfehler? Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat das Wrack beschlagnahmt.

Kurt Hock und Enrico Becker unterwegs.
Kurt Hock und Enrico Becker unterwegs.Bild: Facebook

Die Gespann-Haudegen haben pro Saison noch zwei Gastspiele im GP-Zirkus. Beim GP von Holland in Assen und beim GP von Deutschland auf dem Sachsenring. Es sind allerdings nur noch Rahmenveranstaltungen, die Gespann-WM gehört nicht mehr zum GP-Zirkus. Die Teams haben keinen Zutritt zum GP-Fahrerlager und logieren jeweils auf einem Fabrik-Werkgelände neben dem Fahrerlager.

Kurt Hock und Enrico Becker gehörten zu den schnellsten Gespannen. Hock war bereits sechsmal deutscher Vizemeister und wollte diese Saison unbedingt den Titel holen. Er führte das Zwischenklassement der deutschen Meisterschaft an. In der WM standen die beiden auf dem 9. Zwischenrang.

Auf Wunsch der Familie und der Seitenwagen-Fahrer soll das Rennen am Sonntag wie geplant um 16.35 Uhr gefahren werden. Das mag für Aussenstehende seltsam klingen. Aber das Verdrängen solcher Unfälle gehört zum Rennsport: Innehalten und Nachdenken über die tödlichen Gefahren, die im Rennsport auch heute noch lauern, würde die Fahrer lähmen.

Das Motto lautet: Alles für die Sicherheit tun, alles vorkehren, damit nichts passiert. Aber ja nicht über Gefahren reden und philosophieren. Es ist das zynische Gesetz dieses Sportes: Kränze gibt es nur für die Sieger und die Toten.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Ein Weltrekord – aber er hilft den ZSC Lions gegen Davos nicht
Die ZSC Lions haben mit dem besten Drittel seit Menschengedenken den HCD gebodigt und ihren Playoff-Heimweltrekord verbessert. Aber ohne Auswärtssieg in Davos kommen sie nicht in den Final. So einfach, so banal und doch so schwierig ist es.
Der Heimvorteil: Lärm, Emotionen, Energie wie ein kollektiver Atem, der die Halle füllt wie der Nebel vor dem Sturm. Tausende jubeln und richten. Und die Schiedsrichter natürlich unter Druck. Hockey-Romantik in Trutzburgen wie die alte Valascia, die Kultarena «Les Augustins» in Fribourg oder das rauchige Hallenstadion zu Oerlikon. Arenen, die es heute nicht mehr gibt oder die kein Hockeyteam mehr beherbergen.
Zur Story