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Tödlicher Unfall in Barcelona: Musste Luis Salom wegen einer Sicherheitslücke sterben?
Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es im Töffsport nicht. Aber die Organisatoren unternehmen alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Fahrer. Auf unsicheren Strecken wird in diesem Jahrhundert nicht mehr gefahren. Wo Sicherheitslücken erkannt werden, folgen bauliche Veränderungen. Eine Sicherheitskommission überwacht permanent die Strecken. Kann es unter diesen Voraussetzungen sein, dass es überhaupt noch Sicherheitslücken gibt?
Die Diskussion dreht sich nach dem tödlichen Unfall von Luis Salom um diese Frage. Der Spanier raste im zweiten Moto2-Training am Freitagnachmittag bei der Hochgeschwindigkeitskurve 12 geradeaus. Er kam zwar aus dem Sattel, prallte dann aber in die von der Sicherheits-Abschrankung zurückfedernde Maschine.
Noch kein Kiesbett
Es gibt bisher nur die Bilder der Strecken-Überwachungskamera. Aber keine TV-Bilder, die alle Fragen zweifelsfrei beantworten. Es geht dabei um eine zentrale Frage: Warum prallt die Maschine mit so hohem Tempo in die Abschrankung? Das Kiesbett bremst normalerweise die Maschinen (und die rutschenden Piloten) ab.
Es gibt noch keine offizielle Antwort. Aber der Streckenplan und die Bilder der Strecken-Überwachungskamera zeigen mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Sicherheitslücke: Dort, wo Luis Salom geradeaus gefahren ist, gibt es noch kein Kiesbett. Dort erstreckt sich der Asphalt bis zur Abschrankung. Es ist in diesem Zusammenhang «tödlicher Asphalt».
Herzstillstand – aber wann?
Die Kombination von zwei Umständen könnte das Drama verursacht haben.
- Es gibt keine Schikane vor dieser Hochgeschwindigkeitskurve. Luis Salom fährt mit zu hohem Tempo (rund 160 km/h) auf die Kurve zu. Als Folge des Unfalles ist noch gestern nach einer Sitzung der Sicherheitskommission eine Schikane eingebaut worden. An dieser Sitzung nahmen Marc Marquez, Andrea Iannone, Pol Espargaro, Jack Miller, Bradley Smith, Alvaro Bautista, Aleix Espargaro, Andrea Dovizioso, Tito Rabat und Cal Crutchlow teil.
- Luis Salom muss, weil er zu schnell ist, den «Notausgang» nehmen – also geradeaus fahren – und erreicht, wie die Bilder der Strecken-Überwachungskamera mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zeigen, das Kiesbett nicht. Er trifft offenbar genau die Sicherheitslücke und rast auf dem Asphalt ungebremst auf die Abschrankung zu. Praktisch an der genau gleichen Stelle ist vor zwei Jahren der Italiener Niccolò Antonelli im Moto3-Rennen gestürzt und heil davongekommen. Aber es war eben nur fast die gleiche Stelle: Er war, bis er stürzte, ein paar Meter weitergekommen als Luis Salom und stürzte ins Kiesbett. Es ging um Sekundenbruchteile.
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Inzwischen wird noch eine zweite Frage aufgeworfen, auf die es vielleicht nie eine Antwort geben wird. Als offizielle Todesursache wird Herzstillstand angegeben. Ist Luis Salom wegen eines Herzstillstandes geradeaus gefahren oder ist der Herzstillstand eine Folge des Sturzes?
