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Buemi beim Rennen in Bern in diesem Sommer.
Buemi beim Rennen in Bern in diesem Sommer.Bild: PPR

Kein Rennen bei uns – und trotzdem steckt viel Schweiz in der Formel E

Die Formel E startet heute in Saudi-Arabien ihre sechste Saison. Erstmals seit drei Jahren macht die Rennserie wieder einen Bogen um die Schweiz. Dafür ist die Fraktion der Schweizer Fahrer so gross wie nie zuvor.
22.11.2019, 10:2822.11.2019, 10:29

Sébastien Buemi, Neel Jani, Nico Müller und Edoardo Mortara heissen die vier Fahrer, die heute (13 Uhr, «MySports») in Diriyah, einem Vorort von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad, unter Schweizer Flagge in die Formel-E-Meisterschaft starten werden. Dazu steht Simona de Silvestro bei Neueinsteiger Porsche als Test- und Entwicklungsfahrerin im Einsatz. Nur die Briten sind im 24 Fahrer starken Teilnehmerfeld mit sechs Stammpiloten noch zahlreicher vertreten.

Die Schweizer Vertreter in der Formel E.Video: YouTube/MySports

Vom Schweizer Quartett wird Sébastien Buemi am meisten zugetraut. Der Waadtländer ist seit der Geburtsstunde der Formel E dabei, in der zweiten Saison wurde er Meister. Er hält unter anderem die Rekorde für die meisten Siege (13) und die meisten Pole-Positions (14). Die vergangene Saison beendete Buemi wie 2015 und 2017 als Gesamtzweiter. Der Romand wusste vor allem in der zweiten Saisonhälfte zu überzeugen.

Jani kehrt zurück

Weil ab dieser Saison nur noch ein Motor erlaubt ist, musste Buemis Team Nissan e.dams einen vollständig neuen Antrieb konstruieren. Der japanische Hersteller setzte zuvor auf eine eigens entwickelte Doppelmotor-Lösung und hatte damit Erfolg. Auch mit neuem Elektromotor ist Buemi zuversichtlich, an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen zu können. «Ich denke, wir sind gut positioniert. Das Auto fühlte sich bei den Vorsaison-Tests sehr stark an», so der zweifache Langstrecken-Weltmeister.

Besonders gespannt sein darf man auf die Rückkehr von Neel Jani. Der Seeländer, der vor zwei Jahren bereits einen kurzen, aber erfolglosen Abstecher in die Rennserie für elektrisch angetriebene Autos gemacht hat, bekam bei Porsche eines von zwei Cockpits. Porsche ist neben Mercedes eines von zwei neuen Teams in der Formel E. Das Duo folgt damit dem Trend anderer Autohersteller.

«0 auf 100» – Dok mit Neel Jani über den Formel-E-Einstieg von Porsche.Video: YouTube/MySports

Ausgeglichene Rennserie

Bei den Fahrern gibt es ebenfalls drei Neulinge. Einer von ihnen ist Nico Müller. Der seit 2014 in der DTM engagierte Berner Oberländer bildet im amerikanischen Team Dragon zusammen mit dem Neuseeländer Brendon Hartley ein neues Fahrerduo. Derweil steigt Edoardo Mortara bereits in seine dritte Saison. Teamkollege des in Genf geborenen Doppelbürgers mit italienischen Wurzeln ist der langjährige Formel-1-Fahrer Felipe Massa.

Das ist Nico Müller.Video: YouTube/MySports

Im Gegensatz zu anderen Motorsport-Meisterschaften besticht die Formel E, die aus Kostengründen auf einheitliche Chassis setzt, durch ihre Ausgeglichenheit. In den 13 Rennen der letzten Saison gab es neun verschiedene Sieger, unter ihnen auch die Schweizer Buemi und Mortara. Lediglich der Niederländer Robin Frijns, der Brasilianer Lucas Di Grassi und der Franzose Jean-Eric Vergne standen zweimal zuoberst auf dem Podest. Letzterer war im Juli der erste Fahrer in der Formel E, dem die erfolgreiche Titelverteidigung gelungen ist.

Rennen in Genf oder St.Moritz?

In der kommenden Meisterschaft ist Vergne einer von neun Fahrern mit einer Vergangenheit in der Formel 1. Insgesamt stehen bis zum «Grand Final» Ende Juni in London 14 Rennen in zwölf Städten im Programm. Nach der Premiere 2018 in Zürich und 2019 in Bern fehlt die Schweiz in dieser Saison im Kalender. Für eine Rückkehr nach Zürich fehlte die Bewilligung der Behörden. Es bestehen jedoch Pläne, die Rennserie in Zukunft nach Genf oder St.Moritz zu holen.

Für die neue Saison gab es im Reglement einige Neuerungen. Die Rennen dauern zwar nach wie vor 45 Minuten plus eine Runde, neuerdings wird die Uhr während einer Rennunterbrechung aber angehalten. Der letzte Saison eingeführte Attack-Mode wird erweitert und liefert den Fahrern nun 35 statt wie bislang 25 zusätzliche Kilowatt. Er darf während einer Safety-Car-Phase allerdings nicht mehr eingesetzt werden. Nebst den drei zusätzlichen Punkten für die Pole-Position erhalten künftig auch die Fahrer, die in ihrer jeweiligen Qualifying-Gruppe die beste Zeit aufgestellt haben, einen Zusatzpunkt. (ram/sda)

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