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Ukraine-Krieg: Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete

Video: watson/nina bürge

Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete – erstmals nahe Kiew

Russland hat nach eigenen Angaben in der Ukraine erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt.
24.05.2026, 10:5524.05.2026, 13:18

Es handle sich um eine Antwort auf die «terroristischen Angriffe» der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Nach ukrainischen Angaben schlug die Rakete in der Grossstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet ein.

Smoke raises above the city in sunrise following an intensive Russian air attack in Kyiv, Ukraine, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Zoya Shu)
Russia Ukraine War
Rauchwolken steigen nach den Angriffen auf.Bild: keystone

Die russische Militärführung behauptete, dass bei kombinierten Angriffen mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen unter anderem Ziele der ukrainischen Rüstungsindustrie, militärische Infrastruktur und Kommandostellen getroffen worden seien. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar und nicht bestätigt von ukrainischer Seite.

Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometer pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5.000 Kilometer machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.

Selenskyj kritisiert Oreschnik-Einsatz als «unverantwortlich»

«Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt», sagte Selenskyj. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben. Es war demnach bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine - einmal ohne Sprengköpfe in Dnipro im Südosten der Ukraine und zuletzt im Januar in der Westukraine.

Video: watson/nina bürge

Selenskyj hatte bereits am Vorabend unter Berufung auf Informationen westlicher Geheimdienste vor einem neuen Angriff mit einer Oreschnik-Rakete gewarnt.

Zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr von einem kombinierten Angriff mit 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern gesprochen. In der Auflistung der ballistischen Raketen war Oreschnik zunächst nicht aufgeführt. 604 Flugobjekte seien zerstört oder abgefangen worden, hiess es.

Tote und Dutzende Verletzte in Kiew

«Leider konnten nicht alle ballistischen Raketen abgeschossen werden. Die meisten Treffer gab es in Kiew, und genau Kiew war das Hauptziel dieses russischen Angriffs», sagte Selenskyj. «Drei russische Raketen gegen eine Wasserversorgungsanlage, ein Markt wurde niedergebrannt, Dutzende Wohnhäuser und mehrere normale Schulen wurden beschädigt.»

Auch das Museum zur Erinnerung an die Atomkatastrophe von Tschernobyl sei praktisch zerstört worden. Schäden gebe es ausserdem am Gebäude des nationalen Kunstmuseums, in dem auch der deutsche Fernsehsender ARD sein Studio habe, teilte der Präsident mit.

69 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt und 2 weitere getötet worden, sagte Selenskyj. Nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte er mit: «Es ist wichtig, dass Russland versteht, dass es für alle seine Verbrechen die Verantwortung tragen muss.»

EU: Abscheuliche Terrorakte Russlands

Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas verurteilte den Angriff Russlands. Moskau setze die Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik als politische Einschüchterungstaktik ein. «Russland ist auf dem Schlachtfeld in einer Sackgasse gelandet, weshalb es die Ukraine mit gezielten Angriffen auf Stadtzentren terrorisiert», schrieb sie auf der Plattform X.

«Diese abscheulichen Terrorakte sind darauf ausgelegt, so viele Zivilisten wie möglich zu töten.» Bei ihrem Treffen in der kommenden Woche würden die EU-Aussenminister besprechen, wie der internationale Druck auf Russland weiter erhöht werden könne, so die EU-Aussenbeauftragte.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte bei X mit, dass Russland seine Missachtung für Menschenleben und Friedensverhandlungen zeige. «Terror gegen Zivilisten ist nicht Stärke. Es ist Verzweiflung.»

Es handelte sich um einen der schwersten russischen Luftangriffe in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Moskauer Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium berichtete, dass ausserdem ballistische Raketen vom Typ Iskander, Hyperschallraketen vom Typ Kinschal und Marschflugkörper vom Typ Zirkon eingesetzt worden seien.

Medwedew fordert noch härtere Schläge gegen Kiew

Die «harte Antwort» sei nach der Tötung von Kindern hervorgerufen worden, sagte der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew. «Lasst alles brennen mit blauen Flammen!», schrieb der frühere Präsident bei Telegram mit Blick auf die Explosionen, Brände und Zerstörungen in Kiew.

«Wir müssen zuschlagen – wie heute und sogar noch stärker», sagte Medwedew. Ruinen und Asche in der Hauptstadt könnten den Feind entmutigen. Zugleich meinte Medwedew, dass die Ukraine die Bilder der Verwüstung nutzen könne, um bei den westlichen Verbündeten mehr Waffen und Geld zu erbitten für den Krieg.

Der Angriff gilt vor allem als Antwort auf einen ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule am Freitag in dem von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Dabei starben 21 junge Menschen, Dutzende wurden verletzt.

Selenskyj reagiert mit Häme auf Putin-Auftritt

Selenskyj warf Putin vor, mit seinen Raketen Wohnhäuser zu zerstören – und «nicht einmal mehr das Wort »Hurra« richtig aussprechen» zu können. Der russische Präsident «lallt», meinte Selenskyj mit Blick auf einen Auftritt Putins am Freitag im Kreml vor Absolventen des Ausbildungsprogramms «Zeit der Helden». Ein auch von Staatsmedien verbreitetes Video zeigt Putin, wie er am Ende ein dreifaches «Hurra» als Zeichen seiner Siegesgewissheit in dem Krieg ausruft - es klingt für seine Verhältnisse ungewöhnlich kraftlos.

Selenskyj meinte, dass alles getan werden müsse, um Frieden zu schaffen und die Menschen zu schützen. Dabei seien auch Entscheidungen der USA, Europas und anderer Verbündet nötig, damit der alte Kremlchef – Selenskyj nannte ihn einen alten «Oreschnik» - lerne, das Wort «Frieden» auszusprechen.

(sda/dpa/con/hkl)

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232 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Poly Tick
24.05.2026 09:05registriert Oktober 2023
Putin will Frieden und auch verhandeln? Ja?
Bullsh...! Was der will, zeigt er jeden Tag über sein Vorgehen gegenüber der ukrainischen Zivilbevölkerung...
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Der Lette
24.05.2026 09:03registriert Juni 2024
Bald startet auch in RuZZland die Feriensaison. Jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt die ruZZischen Nobel-Ferienorte in Schutt und Asche zu legen. Damit würden Putin-Vertraute getroffen und sie könnten Druck auf ihn ausüben (oder beseitigen). Wie ich das sehe, muss Putin von innen her gestürzt werden. Verhandeln bringt absolut nichts und leider hat er welt-, europa- und schweizweit immer noch zu viele Freunde, als dass ihm Geld und Rohstoffe für den Bau seiner Waffen ausgehen.
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Sebastianus
24.05.2026 07:28registriert Dezember 2023
Hoffe die Ukrainer haben ebenfalls noch Drohnen und setzen sie in genügender Anzshl gegen Russland ein.
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