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Vier Stellen, an denen die Swiss-Epic-Teilnehmer richtig leiden mussten. Hier die Felswand.​
Vier Stellen, an denen die Swiss-Epic-Teilnehmer richtig leiden mussten. Hier die Felswand.​Bild: watson
Knackige Aufstiege, schwierige Abfahrten

Hier mussten die Swiss-Epic-Teilnehmer richtig leiden

Ein fieser Aufstieg am Ende einer 95-Kilometer-Etappe, das Bike rund 100 Meter auf einem in den Fels geschlagenen Wanderweg hochschieben, ein 1500-Höhenmeter-Aufstieg am Stück oder eine steile Abfahrt am Ende eines langen Tages: Hier wurden die Swiss-Epic-Teilnehmer richtig getestet.
20.09.2014, 10:0420.09.2014, 11:44
Reto Fehr
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Während den sechs Tagen des Swiss Epic gab es unzählige knifflige Stellen zu bewältigen. An die Grenzen kamen die Teilnehmer körperlich, wie auch mental einige Male. Heute steht das letzte Teilstück nach Zermatt an. Wir haben vier besonders heikle Stellen der letzten Tage besucht.

Schweizer Premierensieg
Mathias Flückiger und Lukas Buchli sind die ersten Gewinner des Swiss Epic. Das Schweizer Duo holte sich mit den Sieg auf der Schlussetappe das Leadertrikot von Jochen Käss und Daniel Geismayr zurück. Aus dem Rückstand von einer Minute wurde ein Vorsprung von 50 Sekunden. Gesamtdritte werden mit Lukas Flückiger und Ralph Näf zwei weitere Schweizer.

Der steile Aufstieg am Ende der 95-Kilometer-Etappe

Auf der längsten Etappe hatten die Organisatoren für die letzten rund zehn Kilometer einen langen Aufstieg nach Leukerbad ausgesucht. Die Fahrer durften dabei nicht die einfache Teerstrasse benutzen, sondern mussten im obersten Teil einen steilen Waldweg hoch. Für viele hiess dies: schieben. 

Ich habe mich auf halbem Weg auf einer knapp 15 Meter langen Fläche auf eine Holzbank bei einer Feuerstelle gesetzt und den Fahrern zugehört. Viele machten hier kurz Halt, sammelten die Kräfte für die nächsten Meter und hatten trotz der Anstrenung noch gute Sprüche bereit.

«Du hast gesagt, du schiebst mein Bike!» – «Ja, mach ich.»
Der eine Teamkollege zum anderen. Wer sagt's denn: Mit gutem Erinnerungsvermögen kommt man einfach weiter.
Knackiger Aufstieg nach 90 von 95 Kilometern. Die vorderen Teilnehmer fahren noch, hinten wird nur noch geschoben.
Knackiger Aufstieg nach 90 von 95 Kilometern. Die vorderen Teilnehmer fahren noch, hinten wird nur noch geschoben.Bild: watson
«Ja guet, da stieged mer gar nöd uf.»
Hoffnungslose Feststellung eines Teilnehmers, der sah, dass es nach den 15 Metern geradeaus wieder elend steil hoch ging.
«Soooo, da chömmer wieder echli fahre ...» 
Andere waren da optimistischer und quälten sich wieder auf den Sattel.
«... ja, chasch grad vergässä.»
Die ernüchternde Einsicht 15 Meter später vom gleichen Teilnehmer. Sein hinter ihm schiebender Teamkollege lächelt.
Schieben.
Schieben.Bild: watson.
«Ah schön, hier kann ich endlich mal wieder runterfahren!»
Ein Teilnehmer drehte auf der kleinen Fläche mit der Feuerstelle eine Zusatzrunde und nutzte einen kleinen rund fünf Meter langen Abhang, um Anlauf zu holen für das nächste Stück. Er fuhr dann zehn Meter weit.
«Das ist eine Wanderung, kein Mountainbike-Rennen!»
Ein frustrierter Teilnehmer, der sich dies wohl etwas anders vorgestellt hatte.

Mehr zum Swiss Epic

100-Meter-Schiebepassage in der Felswand

Keine Stunde nach dem Start der zweiten Etappe mussten die Fahrer ein sehr steiles Stück auf einem in die Felswand geschlagenen Wanderweg empor. Vielleicht hätte es einige ganz wenige gegeben, die hier hätten fahren können, doch selbst für die Profis galt: Fahrverbot und schieben:

Die Felswand-Passage auf der 2. Etappe.Video: Watson
Die Felswand-Passage auf der 2. Etappe.Video: watson

Hier noch das kreativste Duo, das extra für steile Abschnitte ein Seil mitbrachte, womit das zweite Bike praktisch abgeschleppt werden konnte.

Der Abschleppdienst an der Felswand.
Der Abschleppdienst an der Felswand.Bild: watson

Der 1500-Höhenmeter-Aufstieg am Stück

1500 Höhenmeter an einem Schnurz zu bewältigen, geht in die Beine. Da hilft auch die Service-Station auf halbem Weg kaum. Da der Weg allerdings auf den ersten rund 1200 Höhenmetern geteert war, sagten viele Teilnehmer: «Es ist zwar anstrengend, aber gut fahrbar.»

Alle sahen dies verständlicherweise nicht so. Ein Duo nahm sich eine gemütlich Auszeit, legte die Bikes in die Wiese neben dem Weg, setzte sich daneben und genoss für einige Minuten die herrliche Sicht ins Tal.

Nach rund 1200 der 1500 Höhenmeter des längsten Aufstiegs des gesamten Swiss Epic.
Nach rund 1200 der 1500 Höhenmeter des längsten Aufstiegs des gesamten Swiss Epic.Bild: watson

Steile Abfahrt kurz vor dem Ziel

Die Abfahrten beim Swiss Epic gelten als technisch schwierig. Am Ende der 2. Etappe mussten die Fahrer rund vier Kilometer vor dem Ziel eine steile Abfahrt bewältigen. Der Untergrund war zwar weich, aber – was auf den Videos nicht rüberkommt – auch unglaublich steil. 

Bikemonkeys und Bäsewage im Ziel
Die von uns porträtierten Bikemonkeys (Männer) und Bäsewage (Mixed) erreichten auch das Ziel der zweitletzten Etappe. Gratulation!

Zwei Streckenposten sorgten am Ende der Abfahrt dafür, dass der Verkehr auf der Strasse kontrolliert wurde. Sie hatten dabei nicht nur Zeit, um die Teilnehmer anzufeuern und zu applaudieren, wenn diese heil unten ankamen, sondern auch, den einen oder anderen witzigen – aber nie bös gemeinten – Kommentar bereit. 

Fast bis unten geschafft.Video: watson.
Der Sturz, den die beiden Streckenposten als «schlimmsten» werteten. Doch auch hier gilt: Nichts passiert.Video: Watson
Falsch abgebogen ...Video: watson
Ja, aufpassen muss man immer. Denn was hier leider nicht mehr ganz auf dem Video ist, ist die Aussage des einen Streckenpostens: «Üfpasse muesch au bim fahre.»Video: watson
Mutig, wie der Teilnehmer aus Hongkong runterrasselt. Leider nicht ganz bis zum Schluss.Video: watson
Die richtige Einstellung: Lieber absteigen, als so kurz vor Schluss noch einen Sturz zu riskieren.Video: Watson

Doch auch die Teilnehmer selbst nahmen die Herausforderung mit Humor. Einer fragte unten angekommen: «Will einer von euch ein günstiges Velo kaufen?» und streckte uns sein Bike entgegen. Eine Teilnehmerin aus Deutschland meinte zu ihrem aktuellen Befinden: 

«War schon schlimmer, könnte besser sein ... Aber die Schweiz ist einfach ein Paradies.»
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