Diese Schweizer Bar wies den gleichen Mangel auf: «Ich habe alles abgerissen»
Eine schmale Treppe, die zu einem manchmal überfüllten Keller führt: Die Bar «Le Constellation», in der sich der schreckliche Brand in Crans-Montana an Silvester ereignete, weist viele Ähnlichkeiten mit zahlreichen Nachtlokalen in der Schweiz auf. Dies gilt insbesondere für das «Eldorado» in Biel, das über einen Konzertsaal im Untergeschoss verfügt.
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Gegenüber TeleBielingue, weiterverbreitet durch das Portal ajour.ch, offenbart dessen Chef Martin Baumann, dass die beiden Einrichtungen bis vor kurzem noch eine weitere Gemeinsamkeit hatten: einen besonders leicht entflammbaren Schallschutzschaum an der Decke. Genau der gleiche, der auch beim Drama in der Walliser Bar eine Rolle spielte.
Nachdem Martin Baumann das Material in Videos in den sozialen Netzwerken erkannt hatte, zögerte er nicht lange: «Ich habe sofort die Akustikplatten von der Decke gerissen», erzählt er dem Bieler Fernsehsender.
Und er fügt hinzu:
Der Pächter erklärt, dass er selbst die Brennbarkeit des Schaums überprüft habe: Im Garten habe er ein Stück Platte verbrannt, das «sofort Feuer gefangen» habe.
«Ich wäre verantwortlich gewesen»
Baumann versichert gegenüber TeleBielingue, dass er davon ausgegangen sei, dass es sich um «schwer entflammbares» Material handele, das über der Bar angebracht worden sei, um den Lärm zu reduzieren. Bei der letzten Kontrolle durch die lokalen Behörden im Jahr 2020 sei das Vorhandensein des Schaums übrigens nicht festgestellt worden.
Der Bieler will sich damit jedoch nicht aus der Verantwortung nehmen: «Ich habe sie installiert. Ich wäre dafür verantwortlich gewesen», gesteht er.
Im Gegensatz zum «Constellation» war der Akustikschaum jedoch nur im Erdgeschoss des Eldorado vorhanden, nicht aber im Konzertsaal im Untergeschoss. Im Keller wurde die Decke mit «einem Akustikputz auf Basis von Zellulose, Klebstoff und Borsalz» beschichtet, erklärt Martin Baumann, wodurch sie schwer entflammbar ist.
Es wurden weitere Massnahmen getroffen, um ein Ausbrechen von Flammen in diesem Raum, der auf 50 Personen begrenzt ist, zu verhindern. So wurde die Bühne mit Sand aufgefüllt und der Vorhang aus feuerfestem Stoff gefertigt. Die Treppe, die zu diesem Raum führt, ist laut dem Betreiber breit genug, um im Falle einer Evakuierung genutzt werden zu können.
Das «Eldorado» verfügt ausserdem über einen Notausgang, und in diesem Jahr wird eine neue Kontrolle stattfinden. (jzs/hkl)
