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Ein ironisches «Welcome»

Diese Plakate lassen Putin nicht kalt

Geht es um Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen, versteht Russlands Regierung keinen Spass. Vor allem nicht bei Protesten rund um Olympia. Doch ein Karikaturist ist bislang unbehelligt geblieben. Die Geschichte hinter den bissigen Sotschi-Plakaten.



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Bild: vitki.org

Die Missachtung von Menschenrechten und vor allem das heftig kritisierte Anti-Homosexuellen-Gesetz sind Auslöser für allerlei geartete Proteste im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi. Obwohl die Behörden in Russland normalerweise hart gegen Kritiker vorgehen oder diese unsanft vom Radar der Öffentlichkeit tilgen, gibt es doch eine ganze Serie von Bildern, die sogar Putin in Wallung bringen dürften. Umso erstaunlicher: Der Urheber der Zeichnungen ist bislang unbehelligt geblieben. Im Gegenteil: vom 31. Januar bis 9. Februar sind seine Kunstwerke in Kassel (De) ausgestellt. Danach werden die über 50 Motive in Wiesbaden zu sehen sein.

Ein mulmiges Gefühl hat der Künstler, Vasily Slonov, dennoch: «Gut, dass ich schon in Sibirien wohne. Recht viel weiter können sie mich nicht mehr abschieben», sagte der wohl bekannteste Vertreter der Modern Art in Russland in einem Interview

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Vasily Slonov. Bild: vitki.org

Vasily Slonov

Der Künstler aus Sibirien entwirft seit 2007 bereits Motive für seine Plakat-Serie «Welcome! Sotchi 2014». Doch die Werke des Mitvierzigers mit Rauschebart stehen auf dem Prüfstein. Es droht ihm Zensur. In der Social-Media-Welt wurden seine Bilder zu Sotschi allerdings längst tausendfach verbreitet. 

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Bild: vitki.org

Dass die Bilder den Offiziellen durchaus ein Dorn im Auge sind, zeigt auch die Tatsache, dass mehrere Direktoren grosser Museen bereits ihren Sessel räumen mussten, weil sie die Arbeiten von Slonov zeigten. Prominentestes Opfer ist Marat Alexandrowitsch Gelman, Direktor des Museums für moderne Kunst in Perm. 

Er musste gehen, weil er sich gegen die Zensur der Bilder in seiner Ausstellung beschwert hatte. In Perm befand sich unter Josef Stalin eines der berüchtigsten Arbeitslager für politische Gefangene. Schon seit Jahren kämpft der Ort dafür, die Vergangenheit vergessen zu machen. 

slonov

Bild: vitki.org

Gegenüber NBC News sagte der Geschasste nach der Aktion: «Der neueste Trend der russischen Politik ist jeden in Gruppen von ‹uns› und ‹die› einzuteilen und die kleinen liberalen Inseln werden sogar noch kleiner.» 

Dass der Kurator wegen seinen Bildern entlassen wurde, alarmiert Slonov. Er fühlt sich missverstanden. Nach eigenem Bekunden wollte er gar nicht Kritik am System äussern. Vielmehr sollten die Sujets die weithin verbreiteten Vorurteile über Russland auf lustige Weise widergeben. Und damit auf unkonventionelle Weise Werbung für die Winterspiele machen. 

Mit den ersten Entwürfen für die Serie hat er bereits 2007 begonnen. Damals wurde bekannt gegeben, dass die Winterspiele 2014 in Russland stattfinden. «Mir war schon damals klar, dass die offizielle PR-Strategie langweilig und wertlos werden würde», erklärt er seine Idee, mit der er Gegensteuer geben wollte. 

Auch wenn Slonovs Motive rund um den Globus grosse Beachtung finden – nicht zuletzt Dank der enormen Verbreitung in den sozialen Medien – gibt es unzählige weitere Bilder, die in die gleiche Kerbe schlagen. Nachfolgend eine Auswahl des kreativen Protests im Web: 

Putin als Tunte

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Vor allem Homosexuelle versuchen auf die prekäre Situation für Schwule und Lesben in Russland aufmerksam zu machen. Bild: Reuters

Spiele der Schande

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Aber auch die Gängelung der Opposition und die bei Demonstrationen üblichen Verhaftungen werden in Karikaturen verpackt.  Bild: change.org

Der olympische Schlagring

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Gewalt gegen Andersdenkende drückt dieser blutverschmierte Schlagring in Olympiaring-Form aus.  Bild: Facebook

Boykottaufrufe

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Viele Gruppen, aber auch diverse ausländische Politiker und Prominente riefen zum Boykott der Spiele auf.  Bild: diytheme.com

Kein Glaube an Putin

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Die Versicherungen Putins, dass es während den Spielen keine Sanktionen für Homosexuelle gibt, glauben längst nicht alle.  Bild: glaad.org

Schockbilder

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Vor allem Schwule und Lesben weltweit rufen zu Boykott der Spiele in der Schwarzmeerstadt auf.  Bild: queernationny.org

Die Angst der Homosexuellen

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Homosexuelle fürchten sich vor möglichen Repressalien, sollte ihre Neigung in der Öffentlichkeit bekannt werden.  Bild: renartleveille.com

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Black Power: Zwei Fäuste und die berühmteste Siegerehrung der Olympischen Spiele

16. Oktober 1968: Die Siegerehrung über 200 m bei den Olympischen Spielen in Mexiko wird mit Spannung erwartet. Was werden Tommie Smith und John Carlos machen? Als sie einlaufen ist definitiv klar: Hier wird etwas Spezielles geschehen.

Als 200-m-Sieger Tommie Smith (USA), Landsmann John Carlos (Bronze) und der Australier Peter Norman (Silber) zur Siegerehrung das Olympiastadion von Mexiko City betreten ist allen klar: Das wird keine gewöhnliche Siegerehrung.

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