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Bedingte Geldstrafen für mutmassliche FCZ-Fans nach Angriff auf Zug

Wegen eines Angriffs von 2017 auf einen Extrazug mit YB-Fans sind drei mutmassliche Fans des FC Zürich zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden. Einer wurde freigesprochen.



Eine Einzelrichterin des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau in Burgdorf BE verurteilte die drei am Freitag zu bedingten Geldstrafen zwischen 12'000 und 16'900 Franken. Die Probezeit beträgt jeweils drei Jahre. Die drei mutmasslichen FCZ-Fans werden Bussen von 2700 bis 4200 Franken zahlen müssen.

Verurteilt wurden sie wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, LandfriedensbruchS sowie wegen Betretens respektive Überquerens der Bahngeleise und in einem Fall wegen einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz.

Der mit dem Fall beauftragte Staatsanwalt hatte für die vier jungen Männer Freiheitsstrafen zwischen 6 und 10 Monaten sowie Bussen beantragt. Die Freiheitsstrafen sollten in drei Fällen bedingt ausgesprochen werden, im vierten Fall wohl auch, doch stand das nicht so in der Anklageschrift.

Die Zuercher Fans gedenken an Karl Grob im Fussball Halbfinale des Helvetia Schweizer Cups zwischen dem FC Zuerich und dem FC Basel im Letzigrund, am Donnerstag, 25. April 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die Zürcher Südkurve. Bild: KEYSTONE

Die drei verurteilten Angeklagten kommen also wesentlich besser weg als vom Staatsanwalt beantragt.

Der Extrazug mit YB-Fans war am 19. August 2017 unterwegs von Bern nach Zürich-Altstetten. Auf dem Zürcher Letzigrund spielte an diesem Samstagabend YB auswärts gegen den FC Zürich. In Herzogenbuchsee legte der Zug einen geplanten Halt ein.

Wie Zeugen bei Prozessbeginn am Donnerstag vor Gericht sagten, rannten auf einmal rund 25 vermummte Männer zum Zug und ein Teil von ihnen bestieg einen Wagen der Zugspitze. Dort attackierten sie den im Zug mitreisenden YB-Fanverantwortlichen. Weiter hinten verletzte ein mutmasslicher FCZ-Fan den Zugchef mit einem Stockschlag durch eine halb geöffnete Zugtür.

Eine Zugbegleiterin sagte am Donnerstag vor der Burgdorfer Einzelrichterin, sie habe sich angesichts der Szenen gefühlt wie in einem Krieg. Der Lokführer gab zu Protokoll, er erinnere sich vor allem an das Überfallartige der Szene. (sda)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SeboZh 25.07.2020 19:07
    Highlight Highlight Wie kann Drohung gegen Beamte eine Tat sein? Der Beamtenstatus ist doch nicht mehr gültig in der Schweiz....ich würde diesen Entscheid anfechten.

    https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/wie-die-beamten-zu-angestellten-wurden.html
  • Hipster mit Leggins 25.07.2020 15:40
    Highlight Highlight bedingte Geldstrafen für die notorischen FCZ-Prügler. Steinwürfe in St. Gallen, Verletzte nach Bahnhofüberfällen auf GC-Fans im Zürcher Oberland, Prime-Tower-Prügeleien, Überfall auf Zug und Fanverantwortliche... Resultat: Nichts, oder bedingte Geldstrafen. Versenkt die Stadionabstimmung und macht das Letzigrund zum Schwimmbad. Züri ist nöd eu...
  • Woichbinistvorne 25.07.2020 12:05
    Highlight Highlight Solch milde Urteile gibts nur für Schweizer Straftäter. Ausländer wären für Jahre eingefahren oder sofort ausgewiesen worden.
  • Yogi Bär 25.07.2020 08:15
    Highlight Highlight Was läuft hier schief? Einfach tragisch diese Urteile...
  • Der Kritiker 24.07.2020 21:35
    Highlight Highlight Und da wundert sich einer, wenn man von KUSCHELJUSTIZ spricht. (schreit nicht, "KUSCHELJUSTIZ" wurde von meiner Autokorrektur in Grossbuchstaben gesetzt, obwohl ich den Begriff selten bis nie verwende... interessant...)
  • Bildung & Aufklärung 24.07.2020 20:51
    Highlight Highlight Fragwürdig, ob man dafür ein Bild der Fankurve an sich als Titelbild braucht.
    Schön mit den bösen Püüüros (die werden 1001 Grad heiss imfall!!1!), so dass man Blöck-Style richtig Stimmung machen kann.
    (Ausser bei Skirennen, da sind Püüros "Stimmung!")

    Wurde die Fankurve verurteilt, hat die Kurve randaliert, oder einfach ganz, ganz, ganz wenige Subjekte aus dieser und sogar nicht wenige, welche nicht mal in der Kurve stehen?

    Beim letzten Puurenschwingfäst gabs übrigens auch zig Schlägereien, Anzeigen, Diebstähle etc. pp.
    Komisch, da zeigte man nie und nimmer die Fantribüne dazu. . .
    • P. Meier 24.07.2020 23:42
      Highlight Highlight Solange die Fans diese Fans decken, solange die Clubs und Verbände nicht gewillt sind etwas zu unternehmen, werden alle Fans weiterhin in den gleichen Topf geschmissen. Und das zu Recht! Gibt es noch einen Link zu den Ausschreitungen am besagten Schwingfest?
    • SeboZh 25.07.2020 00:52
      Highlight Highlight Konnte auch nur das hier finden:

      https://www.toponline.ch/news/schweiz/detail/news/pruegeleien-am-eidgenoessischen-schwingfest-00118226/

      So krass klingt es nun nicht
    • Bildung & Aufklärung 25.07.2020 01:35
      Highlight Highlight Na dann, solange die Zuschauer am Schwinganlass die Gewalttäter, Räuber, Diebe und Vergewaltiger decken, die Schwinclubs und -Verbände nicht gewillt sind etwas zu unternehmen, werden Zuschauenden in den gleichen Topf geschmissen.

      Und das zu Recht !

      Alle Schnupf-Puuren 'profilen'.

      Was soll der Strohmann mit "Ausschreitungen", ich habe nie einen Buchstaben von Ausschreitungen geschrieben. Daten dazu findest du in den Statistiken und Artikeln. Sowieso, glaubst du, es kommt beim Anlass mit zehntausenden Leuten nicht zu solchen Dingen?!

      PS: es gab in Stadion/Kurve auch keine Ausschreitungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Völkerrechtler 24.07.2020 20:11
    Highlight Highlight Es wäre sinnvoll, bei Geldstrafen auch die Anzahl Tagessätze anzugeben, ansonsten ist kaum abschätzbar, wie weit die ausgesprochenen Strafen tatsächlich von den Anträgen der Staatsanwaltschaft entfernt sind...
  • Bruno Wüthrich 24.07.2020 19:22
    Highlight Highlight Ganz wichtig: Die Urteile führen dazu, dass die Geschädigten Schadenersatz und Schmerzensgeld fordern können.

    Zudem kann das Urteil ja auch noch weiter gezogen werden. Unter dem Strich trifft es diese Vandalen und Schläger trotz des relativ mild erscheinenden Urteils wesentlich härter.
    • Glaedr 24.07.2020 19:40
      Highlight Highlight Klar kann man das Urteil noch weiter ziehen, klar kann man jetzt Schmerzensgeld vorder aber es bleibt bei einem schlechten Urteil.
      Würden die Vandalen richtig bestraft werden so müssten man gar nichts mehr weiter ziehen.
      Weshalb nicht sofort härter bestrafen?
      Das was sie sagen ist für mich wie eine Arbeit 2 mal machen, klar kann man das aber weshalb nicht einfach das erste mal richtig machen?
    • Völkerrechtler 24.07.2020 21:36
      Highlight Highlight Die strafrechtliche Verurteilung ist keine Voraussetzung für zivilrechtlichliche Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen...
    • Bruno Wüthrich 24.07.2020 23:53
      Highlight Highlight Aber es hilft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Selbstverantwortin 24.07.2020 19:00
    Highlight Highlight Also entweder kann die Schuld nicht genügend sicher nachgewiesen werden, dann gehört sich ein Freispruch.
    Oder sie sind schuldig und dann ist das Urteil eine Frechheit und die Richterin verantwortlich dafür, dass sowas als harmlos betrachtet und immer wieder vorkommen wird.
    Bedingt!
    Und dann wundern sich Richter, dass je Delikt Mindeststrafen in Gesetze gehören.
    • easy skanking 25.07.2020 11:54
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • ruvos 24.07.2020 17:57
    Highlight Highlight Kuscheljustitz. Haben die Richter Angst vor solchen Chaoten? Ich glaube schon.
    Dieses Urteil ist unglaublich!
  • Bravo 24.07.2020 17:43
    Highlight Highlight Ein Zug wurde gestürmt, der Zugchef angegriffen und die Zugbegleiterin wähnte sich im Krieg. Dies führt zu bedingten Geldstrafen?? Ähm, HALLO??? Hier muss sich nun aber die Einzelrichterin des Regionalgerichts erklären!
    • iudex 24.07.2020 18:13
      Highlight Highlight Es steht dir ja jederzeit frei, eine Revision des StGB anzustreben.
    • ingmarbergman 24.07.2020 18:28
      Highlight Highlight Die Richterin wendet nur die Gesetze an und urteilt aufgrund von Beweisen.
      Fragt sich wieso es nicht mehr deutliche Beweise gibt in einem solchen Fall, dass von einer grossen Gruppe nur 4 identifiziert werden können.

      Die Clubs sind zu lasch mit ihren Rechtsextremen Hooligans. Darum toben die sich aus, weil sie genau wissen, dass am Schluss milde Strafen stehen.
    • easy skanking 24.07.2020 19:14
      Highlight Highlight die fühlen sich auch am 1. august wie im krieg
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