Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ABD0023_20191026 - SÖLDEN - ÖSTERREICH: Michelle Gisin (SUI) am Samstag, 26. Oktober 2019, während dem 1. Durchgang im Riesentorlauf der Damen am Rettenbachferner in Sölden. - FOTO: APA/EXPA/JOHANN GRODER

Michelle Gisin strebt den Gewinn der kleinen Kristallkugel an Bild: APA/APA

Michelle Gisin via Angst zum Traum von der Abfahrtskugel: «Bin so fit wie noch nie»

Michelle Gisin ist die Allrounderin im Schweizer Team. Doch die Abfahrt hat bei der 26-jährigen Engelbergerin an Gewicht gewonnen. Der vermehrte Fokus auf die schnellste Disziplin ist ein Beschluss, der sich aufdrängte, der aber Zeit erforderte bis zur Umsetzung.



Furchtlos sind sie, heisst es über die bisweilen glorifizierten Abfahrerinnen und Abfahrer. Michelle Gisin, die Allrounderin durch und durch, begibt sich inzwischen regelmässig ins Revier dieser Spezies. Als furchtlos bezeichnet sich die smarte Obwaldnerin aber nicht.

«Ich denke schon, dass es möglich ist, Abfahrten zu gewinnen.»

Michelle Gisin

Im Gegenteil. Einst bezeichnete sie sich als ängstlichen Menschen. Im Kreis der Speedfahrerinnen fällt sie darum nicht nur deshalb aus dem Rahmen, weil sie neben Mikaela Shiffrin zur schwindenden Population der Allrounderinnen gehört, sondern auch, weil sie aus ihren Ängsten kein Geheimnis macht.

Nach Jahren des Herantastens will es die Jüngste des Gisin-Clans in den schnellen Disziplinen wissen. Nichts weniger als den Gewinn der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt rief sie im Vorfeld der neuen Saison als ihr grosses Saisonziel aus. Big Points seien nötig, um in den Gesamtwertungen vorne mitzumischen, meint der Cheftrainer Beat Tschuor. «Ich denke schon, dass es möglich ist, Abfahrten zu gewinnen», sagt Michelle Gisin.

Unsere Ski-Stars sind in die Fragenlawine geraten

abspielen

Video: watson/sandro zappella, linda beciri

Warum es so gekommen ist, dass Gisin den Schwerpunkt verschoben hat, liegt auf der Hand. Das schlummernde Potenzial war schlicht zu offensichtlich, um sich nicht mit diesem Gedanken zu beschäftigen. Gleich bei ihrem ersten Start in einer Weltcup-Abfahrt konnten auch die Skifans davon Notiz nehmen.

Mikaela Shiffrin, center, of the United States, celebrates her victory on the podium with second-place finisher Germany's Viktoria Rebensburg, left, and third-place finisher Switzerland's Michelle Gisin following the women's World Cup downhill skiing action in Lake Louise, Alberta, Saturday, Dec. 2, 2017. (Jeff McIntosh/The Canadian Press via AP)

In Lake Louise stand Michelle Gisin schon auf dem Abfahrtspodest. Bild: AP/The Canadian Press

Ende 2016 in Val d'Isère war es. Die Schweizerinnen befanden sich auf dem Weg zu einer Niederlage, als Michelle Gisin, die Schwester von Abfahrer Marc und Ex-Abfahrerin Dominique Gisin, mit der Startnummer 51 ins Rennen ging. Sie schaffte es auf Anhieb auf den 7. Platz. Vor ihr lagen die Slowenin Ilka Stuhec, die Österreicherin Cornelia Hütter und vier Italienerinnen – alle mit die Besten in dieser Sparte. Hinter ihr: sämtliche Schweizer Teamkolleginnen.

«Die einen nennen es Angst, andere Respekt.»

Michelle Gisin

Dass es nun so gekommen ist, dass Gisin ihre höchsten Ziele in der Abfahrt anvisiert, benötigte Zeit. Zeit, die sie sich gab und die Trainer ihr gaben. Alois Prenn, der Schweizer Gruppentrainer, begleitete sie auf dem Weg. Ganz am Anfang habe Prenn zu ihr gesagt, dass es okay sei, Angst zu haben. «Angst ist kein Hindernis, sondern ein Schutz», erklärte er ihr. Der Satz ist ihr geblieben. Heute sagt sie: «Die einen nennen es Angst, andere Respekt.»

Den Weg zur Weltspitze hat Gisin gewissermassen mit angezogener Handbremse gefunden, «ohne die Bereitschaft zum letzten Quäntchen Risiko», wie sie es ausdrückt. «Probieren, aber nichts überstürzen» lautete das Motto. Waren die Bedingungen nicht optimal, war zum Beispiel die Sicht nicht gut, fuhr Gisin mit gebotener Vorsicht. «Dann brachte ich einfach eine sichere Fahrt ins Ziel», sagt sie.

«Ich bin in einer super Form und so fit wie nie.»

Michelle Gisin

Gisin konnte sich das leisten. Als Allrounderin war sie nicht in jedem Rennen auf gute Resultate angewiesen. Doch wie ist es jetzt, wo sie die Disziplinenwertung gewinnen will und deshalb Big Points, Siege, braucht? Lassen sich mit dieser Herangehensweise Abfahrten gewinnen? «Ja. Mit taktischer Intelligenz und gutem Skifahren», ist Gisin überzeugt.

Es wird spannend zu sehen, wo die 26-Jährige in den schnellen Disziplinen steht. Mit vier Top-10-Klassierungen in den bisherigen vier technischen Rennen ist der Athletin, die in fünf Disziplinen antritt, der Saisonstart geglückt. «Ich bin in einer super Form und so fit wie nie. Dem Knie geht es besser als vor der Operation», sagte sie schon im Oktober. Nun wiederholte sie die Worte in Lake Louise. Der Sturz ihres Bruders Marc vor einem Jahr in Gröden, der sie richtig durchgeschüttelt hat, ist weit weg. Michelle Gisin ist den Ängsten davongefahren. (abu/sda)

Ski: Schweizer Frauen- und Männer-Siege an einem Tag

Wir löchern unsere Skiprofis

Play Icon

Alles fahrt Ski

6 Grafiken zeigen, dass die Schwarzmalerei vor dem Start in die Ski-Saison übertrieben war

Link zum Artikel

Vreni Schneider sagt, warum Lara Gut ihre Nachfolgerin wird und sie sich vor einem Olympia-Rennen schon übergeben musste

Link zum Artikel

Grossmaul Schweinsteiger fordert Neureuther zum Slalom-Duell – wenn dieser beim Jonglieren überzeugt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich mit Geschwistern im Ski-Weltcup aus?

Link zum Artikel

Der Ski-Weltcup beginnt – finde heraus, in welcher Disziplin du Weltklasse bist

Link zum Artikel

Lang, lang ist's her – oder etwa doch nicht? Gesucht sind die letzten Schweizer Siegerinnen und Sieger in den 5 Weltcup-Disziplinen

Link zum Artikel

Wir sind keine Ski-Nation mehr! Die Schweiz steht vor ihrem härtesten Winter

Link zum Artikel

Schweizer Frauen- und Männer-Siege an einem Tag gab's vor Gut und Janka schon über 30 Mal

Link zum Artikel

Die 11 Gefühlslagen eines Schweizer Ski-Fans, der vor dem TV mitfiebert

Link zum Artikel

Wir sind wieder jemand – die Schweizer Frauen sind auf dem Weg zurück zur Slalomgrossmacht

Link zum Artikel

Snowboard-Weltmeisterin will Abfahrts-Olympiasiegerin werden – diese 6 Frauen zeigen, dass es möglich ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Alles fahrt Ski

6 Grafiken zeigen, dass die Schwarzmalerei vor dem Start in die Ski-Saison übertrieben war

0
Link zum Artikel

Vreni Schneider sagt, warum Lara Gut ihre Nachfolgerin wird und sie sich vor einem Olympia-Rennen schon übergeben musste

1
Link zum Artikel

Grossmaul Schweinsteiger fordert Neureuther zum Slalom-Duell – wenn dieser beim Jonglieren überzeugt

0
Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich mit Geschwistern im Ski-Weltcup aus?

1
Link zum Artikel

Der Ski-Weltcup beginnt – finde heraus, in welcher Disziplin du Weltklasse bist

0
Link zum Artikel

Lang, lang ist's her – oder etwa doch nicht? Gesucht sind die letzten Schweizer Siegerinnen und Sieger in den 5 Weltcup-Disziplinen

2
Link zum Artikel

Wir sind keine Ski-Nation mehr! Die Schweiz steht vor ihrem härtesten Winter

7
Link zum Artikel

Schweizer Frauen- und Männer-Siege an einem Tag gab's vor Gut und Janka schon über 30 Mal

0
Link zum Artikel

Die 11 Gefühlslagen eines Schweizer Ski-Fans, der vor dem TV mitfiebert

4
Link zum Artikel

Wir sind wieder jemand – die Schweizer Frauen sind auf dem Weg zurück zur Slalomgrossmacht

0
Link zum Artikel

Snowboard-Weltmeisterin will Abfahrts-Olympiasiegerin werden – diese 6 Frauen zeigen, dass es möglich ist

4
Link zum Artikel

Alles fahrt Ski

6 Grafiken zeigen, dass die Schwarzmalerei vor dem Start in die Ski-Saison übertrieben war

0
Link zum Artikel

Vreni Schneider sagt, warum Lara Gut ihre Nachfolgerin wird und sie sich vor einem Olympia-Rennen schon übergeben musste

1
Link zum Artikel

Grossmaul Schweinsteiger fordert Neureuther zum Slalom-Duell – wenn dieser beim Jonglieren überzeugt

0
Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich mit Geschwistern im Ski-Weltcup aus?

1
Link zum Artikel

Der Ski-Weltcup beginnt – finde heraus, in welcher Disziplin du Weltklasse bist

0
Link zum Artikel

Lang, lang ist's her – oder etwa doch nicht? Gesucht sind die letzten Schweizer Siegerinnen und Sieger in den 5 Weltcup-Disziplinen

2
Link zum Artikel

Wir sind keine Ski-Nation mehr! Die Schweiz steht vor ihrem härtesten Winter

7
Link zum Artikel

Schweizer Frauen- und Männer-Siege an einem Tag gab's vor Gut und Janka schon über 30 Mal

0
Link zum Artikel

Die 11 Gefühlslagen eines Schweizer Ski-Fans, der vor dem TV mitfiebert

4
Link zum Artikel

Wir sind wieder jemand – die Schweizer Frauen sind auf dem Weg zurück zur Slalomgrossmacht

0
Link zum Artikel

Snowboard-Weltmeisterin will Abfahrts-Olympiasiegerin werden – diese 6 Frauen zeigen, dass es möglich ist

4
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Vreni Schneider steht noch nicht für Kafi am Pistenrand, sondern für Tempo im Stangenwald

23. Januar 1994: Zmittag vor dem Fernseher, Daumendrücken für «Gold-Vreni». Im Slalom von Maribor führt der Weg zum Sieg nur über Vreni Schneider. Die Glarnerin ist einmal mehr und für den Rest der Saison nicht zu schlagen.

In den 80er- und 90er-Jahren sind Schweizer Erfolge im Skiweltcup keine Rarität, sondern an der Tagesordnung. Alleine eine Technikerin aus Elm reiht Sieg an Sieg. Der 23. Januar 1994 ist so ein Tag, an dem Vreni Schneider wieder einmal nicht zu schlagen ist.

Schneider ist bereits zweifache Olympiasiegerin, dreifache Weltmeisterin und Gewinnerin des Gesamtweltcups in der Saison 1988/89. Nach zwei durchzogenen, von Verletzungen beeinträchtigten Wintern startet sie 1993/94 noch einmal richtig durch.

Artikel lesen
Link zum Artikel