Sport
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Abfahrt, Crans-Montana

1. Sofia Goggia (ITA) 1:29.77
2. Joana Haehlen (SUI) +0.36

3. Lara Gut-Behrami (SUI) +0.46

...
5. Corinne Suter (SUI) +0.59

7. Jasmine Flury (SUI) +0.71

12. Priska Nufer (SUI) +1.36

30. Luana Flütsch (SUI) +3.10

32. Wendy Holdener (SUI) +3.42

33. Nathalie Gröbli (SUI) +3.48

40. Juliana Suter (SUI) +7.58

Italy's Sofia Goggia gets to the finish area after completing a women's World Cup downhill, in Crans Montana, Switzerland, Saturday, Feb. 23, 2019. (AP Photo/Alessandro Trovati)

Sofia Goggia triumphiert in Crans-Montana. Bild: AP/AP

Chaos-Abfahrt in Crans-Montana: Gut-Behrami rückt aufs Podest, aber Österreich protestiert

Joana Hählen schaffte es in der Abfahrt von Crans-Montana zum ersten Mal auf das Weltcup-Podest. Auf ihrer Lieblingsstrecke musste sich die Bernerin in einem chaotischen Rennen nur Sofia Goggia geschlagen geben. Lara Gut-Behrami rückte nachträglich auf Platz 3 vor.



Pfiffe für Lara Gut-Behrami bei der Zieldurchfahrt? Ein Unwissender hätte sich gewundert, wegen der Vorgeschichte war aber klar: Die Unmutsbekundung galt nicht der Tessinerin. Es war das Chaos mit der Zeitmessung, das den Unmut einiger Zuschauer hervorrief und noch Stunden nach dem Rennen für Unklarheit sorgte. Fest stand lange Zeit einzig, dass das inoffizielle Klassement mit Sofia Goggia als indiskutable Siegerin vor Joana Hählen, Nicole Schmidhofer, Gut-Behrami und Corinne Suter möglicherweise nicht stimmte.

Lara Gut-Behrami of Switzerland comments in an interview her promotion from fourth to third place in the finish area after the women's Downhill race of the FIS Alpine Ski World Cup season in Crans-Montana, Switzerland, Saturday, February 23, 2019. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Am Ende durfte sich Lara Gut-Behrami über einen Podestplatz freuen. Bild: KEYSTONE

Mehrmals hatte die Zeit während des Rennens bei der Zieldurchquerung nicht gestoppt, so auch bei Gut-Behrami. Dass dies gleich bei vier Schweizerinnen passierte, sei «ein dummer Zufall», erklärte Rennchef Atle Skaardal später. So etwas habe sie noch nie erlebt, bemerkte Gut-Behrami, nachdem sie im Lauf des Nachmittags im Hotel einen Anruf erhalten hatte, in dem man sie zur obligatorischen Dopingkontrolle der ersten drei bestellte.

«Das ist schon komisch, ich wusste gar nicht, was passiert. Ich sah nur die letzte Zwischenzeit, da war's noch grün.»

Lara Gut-Behrami srf

Auf Kosten der Österreicherin Nicole Schmidhofer, die ihre Führung in der Disziplinenwertung auch dank dem Ausfall von Ilka Stuhec ausbaute, rückte Gut-Behrami nachträglich vom 4. auf den 3. Platz vor. Seltsam fühle sich dieser Podestplatz an, befand sie hinterher. Die Österreicher legten derweil Protest gegen die neue Wertung ein. Zum schweizerisch-österreichischen Positionstausch hatten handgestoppte Nachmessungen geführt, die gleich zweimal vollzogen werden mussten.

Gut-Behramis Antwort

Lara Gut-Behrami reagierte auf die durchwachsenen Leistungen der letzten Wochen also so, wie sie es am liebsten immer täte: mit einem guten Resultat. In der Abfahrt war sie zuvor in diesem Winter über einen 8. Platz nicht hinausgekommen. Nun stellte sie zufrieden fest: «Das war ein erfreulicher Schritt. Ich weiss jetzt, was es wo zu verbessern gibt.»

epa07389666 Joana Haehlen of Switzerland reacts in the finish area during the Women's Downhill race of the FIS Alpine Ski World Cup event in Crans-Montana, Switzerland, 23 February 2019.  EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE

Joana Hählen überraschte alle. Bild: EPA/KEYSTONE

Die sportliche Hauptgeschichte aus Schweizer Sicht schrieb aber nicht die Tessinerin, sondern Joana Hählen, die es in ihrem 68. Weltcuprennen und mit 27 Jahren erstmals auf das Weltcup-Podium schaffte. Ein wunderschönes Gefühl sei es, befand Hählen. «Ich habe so lange auf diesen Moment hingearbeitet. Jetzt weiss ich, dass all die Strapazen es wert waren.»

Der 2. Platz auf ihrem Lieblingshang im Wallis, auf dem sie vor acht Jahren bei den Juniorinnen WM-Bronze in der Kombination gewonnen und es 2014 zum ersten Mal im Weltcup in die Top 15 geschafft hatte, war der süsse Lohn nach langem Leidensweg. Dreimal hatte sich die kleingewachsene Speedspezialistin auf ihrem Weg nach oben das Kreuzband gerissen, zuletzt vor gut elf Monaten im Training zu den Schweizer Meisterschaften. Dabei entschied sich Hählen gegen eine erneute Operation und lag damit richtig. Erst mit Verzögerung, nach weiteren Skifahrten und Surfferien sowie einem zweiten MRI war die neuerliche Verletzung damals bemerkt worden.

Mit der Wut im Bauch

Schon in den frühen Morgenstunden hatte Hählen gespürt, dass es ein besonderer Tag für sie werden könnte. «Ich fühlte mich super. Und als die Sonne genau in dem Moment aufging, als ich die Streckenbesichtigung anging, wusste ich: Heute ist mein Tag.» Dass Hählen nach der für sie enttäuschenden WM mit Wut im Bauch an den Start ging, erwies sich als leistungsfördernd. In Are war sie in der Abfahrt nicht über Platz 16 hinausgekommen und im Super-G hatte sie beim Swiss-Ski-Entscheid über den letzten Startplatz gegen Wendy Holdener das Nachsehen. Sie habe länger gebraucht, um den WM-Frust hinter sich zu lassen und sei dabei auch noch krank geworden, gestand Hählen. Mit der Wut im Bauch realisierte sie ihr Karriere-Bestergebnis.

epa07389630 Corinne Suter of Switzerland reacts in the finish area during the Women's Downhill race of the FIS Alpine Ski World Cup event in Crans-Montana, Switzerland, 23 February 2019.  EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE

WM-Silbermedaillengewinnnerin Corinne Suter war eine von vier Schweizerinnen unter den Top 10. Bild: EPA/KEYSTONE

Nun hofft Hählen auf einen ähnlichen Effekt wie bei Corinne Suter. Diese fährt gross auf, seit sie im WM-Super-G ihren Podest-Bann gebrochen hat. Heute wurde die Schwyzerin Fünfte, obwohl sie sichtlich angeschlagen war. Mit Jasmine Flury klassierte sich noch eine vierte Schweizerin in den Top 7. (zap/sda)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Der Teufel auf der Bettkante
23.02.2019 12:39registriert March 2018
Bestes Ergebnis der Schweizerinnen in dieser Saison. Die Zeitmessung bleibt beim Schweizer rennen viermal nicht stehen. Viermal trifft es Schweizerinnen. Selbst als Schweizer muss ich lachen. Nehmt euch nächstes Mal ein bisschen mehr Zeit.
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c_meier
23.02.2019 11:58registriert March 2015
Stuhec scheinen die Weltmeistertitel nicht viel Glück zu bringen...
2017 Weltmeisterin, dann Verletzung mit längere Pause, jetzt wieder Weltmeisterin und Sturz...
Gute Besserung!
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Staedy
23.02.2019 13:54registriert October 2017
Hahaha.....Nach den Mickey Mouse Sprintrennen in Are schafft es die FIS nicht eine anständige Zeitmessung zu installieren.
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