Thun vergibt Sieg im Spitzenkampf in letzter Minute – Basel schlägt GC dank Steigerung
Basel – Grasshoppers 1:0
Der FC Basel gewinnt daheim gegen die Grasshoppers mit 1:0. Der erste gefährliche Basler Abschluss landet in der 51. Minute gleich im Tor und sichert Trainer Stephan Lichtsteiner zum ersten Mal zwei Siege in Folge.
Die Höhepunkte am Donnerstagabend im St. Jakob-Park waren rar. Und sie spielten sich bis zum Treffer von Bénie Traoré fast ausschliesslich vor dem Tor von FCB-Keeper Marwin Hitz ab. Das gute Zusammenspiel zwischen dem eingewechselten Ibrahim Salah und Traoré sechs Minuten nach der Pause war die erste durchgehend gute Offensivaktion der Basler. Mit dem Kopf erzielte Traoré sein siebtes Saisontor.
Das 1:0 tat dem FC Basel gut. Er fand besser in die Partie und kontrollierte das Geschehen geschickter. Julien Duranville verpasste das 2:0 in der Schlussviertelstunde zweimal knapp, weil zuerst GC-Goalie Justin Hammel stark hielt und später Duranvilles Schuss von beiden Innenpfosten wieder zurück ins Feld flog. Wichtiger aber aus Sicht des Schweizer Meisters: Zum ersten Mal seit Mitte Dezember blieb er ohne Gegentor, was auch für den Neuzugang Becir Omeragic spricht, der in der Innenverteidigung souverän agierte.
Nur einen 45-minütigen Einsatz hatte mit Xherdan Shaqiri ein anderer Basler Leistungsträger. Der 34-Jährige, der beim Sieg in Lausanne am Wochenende nicht in der Startformation gestanden hatte, machte zur Pause für Salah Platz. Noch kürzer war der Einsatz von Amir Abrashi. Der in der 61. Minute eingewechselte GC-Captain sah in der Nachspielzeit für eine Tätlichkeit die rote Karte und lieferte sich danach ein Wortgefecht mit Stephan Lichtsteiner.
Weiter geht es für den FCB in drei Tagen beim FC St.Gallen, der als Zweiter fünf Punkte vor Lichtsteiners Team liegt. GC spielt ebenfalls am Sonntag daheim gegen Lausanne-Sport.
Basel - Grasshoppers 1:0 (0:0)
SR Cibelli.
Tor: 51. Traoré (Salah) 1:0.
Basel: Hitz; Tsunemoto (27. Rüegg), Omeragic, Vouilloz, Cissé; Metinho; Shaqiri (46. Salah), Leroy (66. Koindredi), Bacanin, Traoré (66. Duranville); Koloto (85. Ajeti).
Grasshoppers: Hammel; Ngom, Köhler, Mikulic, Stroscio; Abels (73. Krasniqi), Meyer, Hassane (61. Abrashi); Jensen (82. Clemente); Plange (61. Tsimba), Frey.
Bemerkungen: 95. Rote Karte gegen Abrashi (Tätlichkeit).
Verwarnungen: 74. Mikulic, 75. Frey, 94. Cissé, 94. Ngom, 95. Koindredi.
Thun – St.Gallen 2:2
Nach zehn Siegen endet die Thuner Erfolgsserie. Das 2:2 gegen St.Gallen wird die Berner Oberländer aber kaum schmerzen – sie bleiben 14 Punkte vor dem ersten Verfolger.
Noch ein langer Ball nach vorne, und dann steht Christian Witzig tatsächlich genau richtig. Der St.Galler lauert im Rückraum auf den Abpraller und zielt präzise in die Ecke. Der späte Ausgleich ist einerseits glücklich, kann aber auch als Lohn für eine engagierte Leistung in der ersten Halbzeit gesehen werden.
In dieser hatte Lukas Görtler die Gäste per Penalty verdient in Führung gebracht. Und Alessandro Vogt hätte unmittelbar vor der Pause erhöhen müssen. Der Stürmer, dessen Wechsel zum Bundesligisten Hoffenheim wohl bald auch offiziell verkündet wird, konnte nach einem Fehler von Montolio allein auf das Thuner Tor zulaufen, legte sich den Ball im entscheidenden Moment aber etwas zu weit vor und scheiterte an Niklas Steffen.
Die zunächst zögerlichen Thuner zeigten in der zweiten Halbzeit ein ganz anderes Gesicht. Das Heimteam, das in den ersten 45 Minuten kaum Offensivaktionen vorzuweisen hatte, fand nach der Pause zu dem mutigen Spiel zurück, das die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli in dieser Saison schon so oft ausgezeichnet hat. Innerhalb von sieben Minuten drehten die Thuner die Partie.
Am Ursprung der Aufholjagd stand erneut ein Penalty. Nach einem Einwurf sprang der Ball ausgerechnet Lukas Görtler an den weit ausgestreckten Arm. Sofort zeigte der Unparteiische Johannes von Mandach auf den Punkt. Leonardo Bertone übernahm die Verantwortung und erzielte bereits seinen neunten Treffer der Saison.
Mit der Euphorie über die geglückte Reaktion machte der souveräne Leader der Super League gleich weiter Druck und hätte durch Valmir Matoshi bereits in Führung gehen können. Bei seinem Abschluss rettete Lawrence Ati Zigi noch stark, wenig später war der St.Galler Goalie jedoch chancenlos. Kastriot Imeri zirkelte den Ball von der Cornerfahne in die Strafraummitte, wo Innenverteidiger Genis Montolio hochstieg und per Kopf zum 2:1 traf.
Dass am Schluss nicht der elfte Sieg in Serie zu Buche stand, lag am späten Ausgleich, der die Feierlichkeiten ein wenig trübte. Allerdings ist klar: Der FC Thun steht zehn Runden vor Schluss hervorragend da und darf weiter vom Meistertitel träumen.
Thun – St.Gallen 2:2 (0:1)
9651 Zuschauer. - SR von Mandach.
Tore: 37. Görtler (Penalty) 0:1. 55. Bertone (Penalty) 1:1. 62. Montolio (Imeri) 2:1. 95. Witzig 2:2.
Thun: Steffen; Fehr, Montolio, Bamert, Bürki; Bertone, Käit (72. Roth), Matoshi (77. Reichmuth); Imeri (72. Meichtry); Rastoder (88. Dursun), Labeau (77. Ibayi).
St.Gallen: Zigi; Okoroji, Gaal, Kleine-Bekel; Daschner; Vandermersch, Görtler, Boukhalfa (81. Weibel), Witzig; Vogt (82. Ouattara), Balde (69. Besio).
Verwarnungen: 3. Imeri, 11. Balde, 11. Bürki, 22. Vandermersch, 37. Bamert, 50. Matoshi, 83. Bertone. (abu/sda)
