DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nadal darf in Paris seinen Halbfinal-Einzug erst um 1:26 Uhr bejubeln.
Nadal darf in Paris seinen Halbfinal-Einzug erst um 1:26 Uhr bejubeln.Bild: keystone

Nadal platzt der Kragen: «Diese Bedingungen sind gefährlich für unsere Körper»

07.10.2020, 10:25

Erst um 1.26 Uhr nachts und bei Temperaturen knapp über der 10-Grad-Grenze verwandelte Rafael Nadal in der Nacht auf heute im French-Open-Viertelfinal gegen den italienischen Youngster Jannik Sinner seinen Matchball. Weil gleich fünf Matches auf dem mit einem Dach ausgerüsteten Court Philippe-Chatrier angesetzt waren und Diego Schwartzman für seinen Triumph gegen Dominic Thiem 5:08 Stunden benötigte, begann Nadals Partie erst kurz nach 22.30 Uhr.

Immerhin setzte sich der spanische Sandkönig glatt in drei Sätzen durch. Beim 7:6, 6:4, 6:1-Erfolg musste die Weltnummer 2 allerdings mehr kämpfen, als ihr lieb sein konnte. In den ersten beiden Sätzen lag Nadal jeweils mit Break zurück, bevor er zurückschlagen und bei seinem 100. Paris-Auftritt den 98. Sieg bejubeln konnte.

Nach seiner Nachtschicht war Nadal aber nicht zum Feiern zu Mute. Im Gegenteil: Der «Stier aus Manacor» war bei der Pressekonferenz nach dem Spiel sichtlich angekratzt. «Es ist gefährlich für unsere Körper, unter diesen Bedingungen zu spielen», kritisierte Nadal um 2 Uhr morgens im spärlich besetzten Pressesaal.

Das Problem sei nicht die Uhrzeit, sondern die Temperatur. «Es ist zu kalt, um Tennis zu spielen. Ich weiss, dass Fussballer unter ähnlichen Bedingungen spielen. Aber das ist etwas anderes: Sie bewegen sich ständig, während es bei uns immer wieder Pausen gibt», so Nadal. «Ich weiss wirklich nicht, warum sie fünf Spiele auf dem Center Court angesetzt haben. Das war ein grosses Risiko. Schon als ich die Spielansetzung sah, sagte ich mir, dass es heute extrem lange Partien geben könnte. Genau das ist passiert.»

Die Pressekonferenz mit Rafael Nadal.Video: YouTube/Roland Garros

Bälle nehmen Drall nicht an

Nadal kommen die kalten und feuchten Bedingungen, wie sie im herbstlichen Paris herrschen, alles andere als entgegen. «Sinner hat viel Power und grossartige Schläge. Es war schwierig für mich, denn der Ball nimmt einfach keinen Drall an auf diesen Plätzen. Deshalb konnte ich ihn kaum aus seiner Position drängen», so der zwölffache Turniersieger.

Schon vor dem Turnier hatte Nadal die Bedingungen und insbesondere den Wechsel von Babolat- auf Wilson-Bälle kritisiert. Die neue Filzkugeln sind weniger «lebendig» und springen weniger hoch ab als die alten. Die herbstlichen Bedingungen machen die Bälle zudem schwerer und halten sie noch tiefer. Für Nadals Spielstil definitiv ein Nachteil, weil seine mit viel Spin geschlagenen Grundschläge den Gegner nicht wie gewohnt aus dem Platz drängen.

Die besten Szenen des Viertelfinals.Video: YouTube/Roland Garros

Zwar hat Nadal trotz den schwierigen Bedingungen im Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben, als haushoher Favorit sieht er sich für den Halbfinal dennoch nicht. Auch weil es gegen Diego Schwartzman geht – der nur 1,70 Meter grosse Argentinier hatte Nadal bei ähnlichen Bedingungen in Rom vor zwei Wochen überraschend in zwei Sätzen besiegt. «Er ist leicht im Vorteil, weil er mich das letzte Mal geschlagen hat. Zudem kommen die Bedingungen seinem Spiel etwas mehr entgegen», erklärte Nadal. (pre)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Dieser Mann hat Biss! Alle Grand-Slam-Titel von Rafael Nadal

1 / 22
Dieser Mann hat Biss! Alle Grand-Slam-Titel von Rafael Nadal
quelle: keystone / alessandra tarantino
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Junge will wissen, von wo Roger den Spitznamen «The GOAT» hat

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das Best-Case-Szenario – wie Odermatt und Feuz sich gegenseitig anspornen
Beat Feuz gewinnt die Abfahrt in Kitzbühel vor Marco Odermatt – doch der 24-jährige Nidwaldner rüttelt immer mehr am Abfahrtsthron. Vorerst hat die Hierarchie aber noch Bestand.

Beat Feuz lächelt zufrieden, als er auf die Siegerehrung wartet. Die vergangenen Wochen haben ihm zugesetzt. Doch jetzt ist er Kitzbühelsieger – zum dritten Mal. «Es ist doppelt schön, habe ich hier zurückgeschlagen», sagt Feuz. Auf der Streif, wo er vor einem Jahr beide Abfahrten gewann, wo er am Freitag auf verkürzter Strecke aber nur Achter wurde. «Natürlich kamen dann sofort Fragen, wie schlecht ich gerade bin», sagt Feuz.

Zur Story