Sport
Tennis

Die grosse Kyrgios-Show in Miami – inklusive «Uneufe»-Aufschlag

Kyrgios zofft sich wegen seines Aufschlags von unten mit einem Fan.
Kyrgios zofft sich wegen seines Aufschlags von unten mit einem Fan.bild: keystone

Kyrgios schlägt «Uneufe»-Ass und zofft sich mit Fan, bis dieser aus dem Stadion fliegt

25.03.2019, 09:3025.03.2019, 23:49

Nick Kyrgios, wie er leibt und lebt! In seinem Drittrunden-Match gegen den Serben Dusan Lajovic (ATP 44) präsentierte sich die australische Weltnummer 33 in bester Spiellaune und gewann locker mit 6:3 und 6:1. Kyrgios schlug 20 Winner und produzierte nur acht Fehler. Und natürlich streute das 23-jährige «Enfant terrible» auch ein paar Show-Einlagen ein – der Höhepunkt? Ein «Uneufe»-Ass.

Fan-Selfie vor dem Match

Andere Spieler sind beim Einlaufen ins Stadion schon voll in der Konzentrationsphase – im Tunnel sozusagen. Nicht so Kyrgios, er posiert noch schnell für ein Foto mit einem Fan.

«Uneufe»-Ass

Sein «neues» Markenzeichen. Schon in Indian Wells versuchte er den weit hinter der Grundlinie stehenden Rafael Nadal mit dem Aufschlag von unten zu erwischen. Damals klappte es nicht, gegen Lajovic schon. Kyrgios servierte ein «Uneufe»-Ass.

Lajovic sieht den Aufschlag von unten nicht kommen.Video: streamable

Die Reaktionen waren geteilt: Bei Tennis-Traditionalisten gilt der Service von unten als unehrenhaft, dementsprechend zeigten sie sich empört. Ein Mann im Publikum bezeichnete Kyrgios als «Idiot», worauf es zu einem kurzen Wortgefecht kam. Schliesslich wurde der Mann von der Tribüne verwiesen.

Kyrgios legt sich mit Zuschauer an.Video: streamable
«Idioten wie er haben an einem Sonntagabend offenbar nichts Besseres zu tun, als mir zuzusehen und mich dann blöd anzumachen. Ich hatte Spass daran. Ich wusste, dass ich es so weit bringen würde, dass er rausgeschmissen wird. Ich habe es geliebt, ich habe jedes Bisschen geliebt. Und ich glaube, die Zuschauer haben es geliebt.»
Nick Kyrgios nach dem Spiel

Doch Kyrgios fand auch Unterstützer: Auf Social Media wird der 23-Jährige für seine Frechheit und Unempfänglichkeit für Kritik von vielen auch richtig gross abgefeiert.

Vorwärts-Tweener

Sein «altes» Markenzeichen. Immer wieder zeigt Kyrgios den Schlag zwischen den eigenen Beinen hindurch. Oft auch, wenn er gar nicht nötig wäre. Hier macht er trotzdem den Punkt:

Kann man mal machen ...Video: streamable

No-Look-Volley

Eines ist klar: So schickst du den Gegner in die falsche Ecke.

Auch das kann man mal machen, wenn es läuft.Video: streamable

Smash-Salute

Na ja, der Ball ist lang in der Luft und wahrscheinlich wurde Kyrgios von den Scheinwerfern geblendet.

Kerber-Clash

Kyrgios ist auf Twitter äusserst aktiv und bleibt seiner Linie auch dort treu. Offen und direkt nimmt er zu allem Möglichen Stellung. So auch zum verbalen Ausraster von Angelique Kerber nach ihrer Niederlage gegen Indian-Wells-Siegerin Bianca Andreescu.

Die deutsche Weltnummer 4 bezeichnete die 18-jährige Kanadierin unmittelbar nach dem 4:6, 6:4 und 1:6 als «Biggest Drama Queen ever», ruderte auf Twitter dann aber zurück. «Enges Duell heute bei den Miami Open! Glückwunsch an Bianca Andreescu für eine tolle Leistung und den verdienten Sieg», schrieb Kerber plötzlich.

Der eiskalte Handschlag zwischen Kerber und Andreescu.Video: streamable

Für Tennis-«Bad-Boy» Kyrgios ein absolutes No-Go: Unter Kerbers Post schrieb der 23-Jährige: «Bro, du bezeichnest sie als Drama Queen und dann postest du das.» Den Tweet ergänzte Kyrgios noch mit vier Lachsmileys, um sein Unverständnis für Kerbers Aktion noch deutlicher zu machen.

Eklat auch im Doppel

Nach dem Ausscheiden im Doppel war Kyrgios dermassen frustriert, dass er seinen Schläger zerstörte und den Schiedsrichter beschimpfte. Kyrgios verlor an der Seite von Taylor Fritz gegen Joao Sousa und Guido Pella denkbar knapp im Match-Tiebreak mit 8:10.

Nach dem Handshake mit den Gegnern attackierte Kyrgios den Schiedsrichter, der einige umstrittene Entscheidungen gefällt hatte:

«Was zur Hölle stimmt nicht mit dir? Du bist eine Schande. Du bist eine verf… Schande.»

Anschliessend diskutierte er mit den Zuschauern:

«Glaubt ihr, das war in Ordnung? Ja oder Nein? Gebt mir die Antwort. Er ist eine Schande. Ich komme hier raus und gebe 100 Prozent und ich muss mich mit Idioten wie ihm herumschlagen. Wird er bestraft für seine Fehler? Das ist Müll.»
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)
1 / 34
Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)
Novak Djokovic (2008 bis 2023): 24 Grand-Slam-Titel (10-mal Australian Open, 7-mal Wimbledon, 4-mal US Open, 3-mal French Open).
quelle: keystone / thibault camus
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier will sich Federer niederlassen
Video: srf
Wie dubiose Berater die Hoffnung und Naivität des deutschen Shootingstars ausnutzten
Mit 18 Jahren stand Younes Ebnoutalib noch bei einem Sechstligisten unter Vertrag, dann ging er einem dubiosen Scout auf den Leim. Es folgte ein Albtraum, aus dem der deutsche Nationalspieler nur mit Glück herauskam – doch dann konnte er endlich durchstarten.
Als Younes Ebnoutalib von Jürgen Klopp erfuhr, dass er erstmals Teil des deutschen Nationalteams sein werde, befand sich der junge Stürmer gerade auf dem Sportplatz. «Weil ich trainingsfrei hatte», erklärt er. Nach dem Telefonat mit dem Bundestrainer seien ihm dann die Tränen gekommen. «Ich habe darüber nachgedacht, wo ich noch vor ein paar Jahren war», sagt Ebnoutalib, der am heutigen Donnerstag gegen die Niederlande (20.45 Uhr) sein Länderspieldebüt geben könnte. «Das zeigt mir, dass sich die ganze harte Arbeit und das Durchziehen gelohnt haben.»
Zur Story