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Roger Federer of Switzerland wipes his face after he plays a return to Stefanos Tsitsipas of Greece during their ATP World Tour Finals semifinal tennis match at the O2 Arena in London, Saturday, Nov. 16, 2019. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Schwache Vorhand und kein Glück bei Breakbällen – es lief nicht für Federer heute. Bild: AP

Federer nach Breakball-Fiasko gegen Tsitsipas: «Ich hatte zweifellos meine Chancen»



Roger Federer kann seinem Palmares keine siebte Masters-Krone hinzufügen. Der 38-jährige Basler verlor in den Halbfinals der ATP Finals in 1:36 Stunden 3:6. 4:6 gegen Stefanos Tsitsipas. Nur einen seiner zwölf Breakchancen konnte er dabei ausnützen.

Für Federer ist es die zweite schmerzhafte Niederlage gegen den als Nummer 6 gesetzten Griechen nach dem Achtelfinal am Australian Open. Dazwischen hatte er den 17 Jahre jüngeren Athener in Dubai im Final und in Basel im Halbfinal zweimal bezwungen. Zudem verlor an den ATP Finals im dritten Jahr in Folge im Halbfinal gegen einen Aussenseiter.

Der Matchball:

Federer konnte nie an die magische Gala im dritten und entscheidenden Gruppenspiel gegen Novak Djokovic anknüpfen. Allein in den ersten eineinhalb Games leistete er sich mehr unerzwungene Fehler als in der gesamten Partie gegen den Serben. Der Schweizer geriet sogleich mit einem Break in Rückstand, und trotz vieler Chancen – auch im letzten, über zehn Minuten dauernden Game des Satzes bei 3:5 waren es nochmals deren zwei – fand er keinen Weg zurück.

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«Irgendwo hier muss doch meine Vorhand sein.» bild: screenshot

Und als er im zweiten Durchgang nach einem erneut frühen Rückstand endlich den ersten Aufschlagdurchbruch zum 2:2 schaffte, gab er selber seinen Service gleich wieder zum 2:3 ab. Danach liess sich Tsitsipas, der gleich bei seinem ersten Masters im Final steht, die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Im letzten Game hatte Federer nochmals zwei Breakbälle, die er aber ebenfalls nicht nutzen konnte.

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Die Statistiken zum Spiel. bild: screenshot

Insgesamt kann Federer mit seinem Auftritt nicht zufrieden. Er beging vor allem mit der Vorhand ungewohnt viele Fehler und punktete auch mit dem Aufschlag viel zu selten. So reichte dem Griechen eine gute, aber keineswegs überragende Leistung zum zweiten grossen Sieg gegen Federer in diesem Jahr. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Beide Spieler begingen mehr unerzwungene Fehler als sie Winner schlugen (bei Federer 26:21). Die entscheidende Statistik sind aber die verwerteten Breakchancen: 1 von 12 bei Federer, 3 von 4 bei Tsitsipas.

«Ich hatte zweifellosmeine Chancen», ärgerte sich der Schweizer. Es fing schon miserabel an, als Federer in seinem ersten Aufschlagspiel zwei Smashes – eigentlich eine seiner Spezialitäten – verschlug und sogleich gebreakt wurde. «Aber ich bin danach eigentlich gut ins Spiel gekommen.» Es sei klar, dass Tsitsipas in den wichtigen Momenten besser gewesen sei. «Ich denke, das ist ein bisschen an mir gelegen und ein wenig an ihm.»

Stefanos Tsitsipas:

«Wow, ich bin so stolz auf mich heute. Ich habe unglaublich gespielt. Manchmal fragst du dich nach Matches wie heute, wie du überhaupt gewinnen konntest. Ich musste so viele Breakbälle abwehren. Roger hat ebenfalls stark gespielt, aber am Ende hatte ich das bessere Ende für mich.»

Parallelen zu den letzten beiden Jahren, als er an den ATP Finals ebenfalls im Halbfinal und als Favorit (2017 gegen David Goffin, 2018 gegen Alexander Zverev) scheiterte, konnte Federer keine ausmachen. «Ich weiss nicht mehr so genau, wie die Spiele damals liefen. Es ist aber immer frustrierend, im Halbfinal zu verlieren.» Das hinterlasse ein gemischtes Gefühl. «Es war eigentlich ein gutes Turnier, aber das Ziel hat man nicht erreicht.»

Im zweiten Halbfinal treffen am Abend der Österreicher Dominic Thiem und der Titelverteidiger Alexander Zverev aufeinander. (pre/sda)

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