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Viel unterwegs: Defensiv-Spezialistin Madison Brengle erkämpfte sich den Sieg gegen Dajana Jastremska.
Viel unterwegs: Defensiv-Spezialistin Madison Brengle erkämpfte sich den Sieg gegen Dajana Jastremska.Bild: keystone

Tennis kurios: US-Amerikanerin Brengle reicht 1 Winner in 3 Sätzen zum Sieg

17.01.2022, 15:01

Bei der Erstrundenpartie der Australian Open zwischen der US-Amerikanerin Madison Brengle und der Ukrainerin Dajana Jastremska waren die Rollen schon vor der Partie klar verteilt: Brengle gilt als Defensivspezialistin, während Jastremska als Hard-Hitterin eine typische Risikospielerin ist. Am Ende setzte sich die Amerikanerin im Duell der Gegensätze durch – in einem Spiel, das wohl zu den denkwürdigsten Partien im ganzen Turnier zählen wird.

Der Spielverlauf

Vor der Partie schien die Ausgangslage relativ offen. Umso erstaunlicher war es, wie klar die Startphase des Spiels verlief. Brengle startete mit einem Break und nahm den Schwung gleich mit. So zog die US-Amerikanerin innert kürzester Zeit auf 5:0 davon und servierte zum Satzgewinn. Jastremska holte sich zu diesem Zeitpunkt doch noch ihr erstes Game und verhinderte so den «Bagel», musste sich beim Stand von 1:5 aber zum vierten Mal im ersten Satz breaken lassen. So holte sich Brengle den ersten Durchgang deutlich mit 6:1.

Brengle erläuft im ersten Satz fast jeden Ball und lässt so Jastremska verzweifeln.
Brengle erläuft im ersten Satz fast jeden Ball und lässt so Jastremska verzweifeln.Bild: keystone

So schien die 31-Jährige sämtliche Vorteile auf ihrer Seite zu haben. Bereits das erste Duell zwischen den beiden hatte Brengle gewonnen, damals mit 6:2 und 6:3 am US Open. Wie schon damals schien sich Jastremska mit der defensiv eingestellten Gegnerin schwer zu tun – die Ukrainerin haderte immer wieder und schien gegen Ende des ersten Satzes etwas die Nerven zu verlieren.

Doch im zweiten Durchgang drehte der Wind entgegen den Erwartungen komplett. In einem umkämpften ersten Game holte sich Jastremska gleich das Break, was sie offensichtlich beflügelte. Die 21-jährige Ukrainerin dominierte das Spiel mit ihrer druckvollen Spielweise, machte kaum mehr Fehler und liess bei eigenem Aufschlag kaum mehr etwas anbrennen. Und so ging der zweite Satz gleich mit 6:0 an Jastremska.

Mit ihren wuchtigen Grundschlägen schlug Dajana Jastremska im zweiten Satz zurück.
Mit ihren wuchtigen Grundschlägen schlug Dajana Jastremska im zweiten Satz zurück.Bild: keystone

Damit schien das so oft zitierte Momentum auf der Seite der Ukrainerin zu sein. Doch wieder kam es zu einer unerwarteten Wende.

Brengle geriet im ersten Aufschlagspiel bereits wieder unter Druck, hielt aber doch noch und holte sich so endlich mal wieder ein Game. Davon beflügelt legte die Amerikanerin gleich noch ein Break nach – die Vorentscheidung. Von Rückenschmerzen geplagt, beging Yastremska plötzlich wieder einen Fehler nach dem anderen und holte so kein Game mehr. So gab die 21-Jährige nach 1:29 Stunden beim Stand von 1:6, 6:0, 0:5 auf. Damit ist es Brengle, die sich in der zweiten Runde mit Titelverteidigerin Naomi Osaka messen darf.

Die Statistiken

Genauso kurios wie der Spielverlauf ist ein Blick auf die Statistiken. Bei diesem bestätigt sich, wie stark die Spielideen von Brengle und Yastremsta auseinander gehen und wie speziell die gesamte Partie war:

  • Über das gesamte Spiel hinweg war Dajana Jastremska die klar aktivere und offensivere Spielerin. Dabei dominierte die Ukrainerin die Statistik der Gewinnschläge – so wurden am Ende der Partie 31:1 Winner gezählt.
  • Beim Versuch, die schnelle Brengle unter Druck zu setzen. verzog Jastremska aber auch massenweise Bälle – vor allem im ersten und im dritten Satz. So schlug die Ukrainerin am Ende 60:12 unerzwungene Fehler.
  • Das Schlussresultat lässt annehmen, dass jeder Satz eine klare Angelegenheit war. Dies täuscht allerdings: So waren übers ganze Spiel gesehen 12 von 18 Games über 30:30 oder 40:40. Von den sechs klaren Games gingen je drei an Brengle und Jastremska.
  • Beide Spielerinnen hatten in ihren Aufschlagspielen grosse Mühe. So endeten 10 von 21 Games mit einem Break.
  • Dies ist insofern logisch, als beide Spielerinnen ziemlich dürftige Aufschlagsleistungen zeigten. Während Jastremska bei erstem Service immerhin auf eine Durschnittsgeschwindigkeit von 158 km/h kam, lag diese bei Brengle nur gerade bei 128 km/h.

Der Winner

Das seltene Fundstück wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten: Hier der einzige Winner von Madison Brengle bei 124 gespielten Punkten – geschlagen mit der Rückhand beim Stand von 5:5 und 30:30 im ersten Satz.

Weitere Kuriositäten

Nicht nur Brengle und Jastremska sorgten am ersten Tag der Australian Open für Aufsehen. Auch in anderen Spielen kam es zu kuriosen Zwischenfällen.

Der Italiener Matteo Berrettini litt vor seiner ersten Partie des Turniers an Verdauungsproblemen. So wusste er ganz genau, bei wem er sich für den Sieg bedanken musste.

Bei entscheidenden Sätzen wird in Australien im Tiebreak auf zehn Punkte gespielt. Die Chinesin Zheng Qinwen vergass dies offensichtlich und jubelte schon zu früh über einen Erstrundensieg.

Das Gegenteil passierte dafür Alexander Zverev. Der Deutsche bemerkte nach seinem verwerteten Matchball zuerst gar nicht, dass er seinen Landsmann Daniel Altmaier geschlagen hatte.

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