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Harold Sakata in der Rolle seines Lebens: Als Bösewicht in «Goldfinger». bild: mgm

Unvergessen

«Oddjob» gewinnt Olympia-Silber und kämpft später für Goldfinger gegen James Bond

11. August 1948: Ein schmächtiger Teenager auf Hawaii will auch Muskeln haben wie andere und beginnt deshalb mit Gewichtheben. Toshiyuki «Harold» Sakata ist schnell gut und wird immer besser. So führt ihn sein Weg von Honolulu zu den Olympischen Spielen in London – und auf die Kinoleinwand.



Vom grössten sportlichen Erfolg seiner Karriere sind nicht viele Details überliefert. Denn als Harold Sakata im Leichtschwergewicht die Silbermedaille der Olympischen Spiele 1948 in London gewinnt, überstrahlt der Sieger alles. Sein amerikanischer Landsmann Stanley Stanczyk stellt in allen drei Teildisziplinen des Wettkampfs (Reissen, Stossen und Drücken) einen olympischen Rekord auf.

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Insgesamt stemmt Sakata 380 kg. bild: ioc

Im 766 Seiten starken offiziellen Bericht zu den Spielen wird beschrieben, wie Olympiasieger Stanczyk die Herzen der Fans erobert, weil er aus freien Stücken auf einen Weltrekord verzichtet. Die Kampfrichter sehen nicht, dass er mit einem Knie minim und verbotenerweise den Boden berührt und erklären den Versuch für gültig. Der Sportler korrigiert diesen Entscheid.

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Starkes Trio: Sakata, Olympiasieger Stanczyk und Bronzemedaillengewinner Magnusson (von links). bild: ioc

Via Wrestling zum Film

Während Stanczyk heute bloss noch ein Olympiasieger unter vielen ist, kennt man den zweitplatzierten Sakata immer noch. Nach der Karriere als Gewichtheber wechselt er zum Wrestling. Er spielt «Tosh Togo», einen Bösewicht, der dafür berüchtigt ist, seinen Gegnern Salz in die Augen zu werfen.

Dieses Image als Rüpel könnte die Produzenten der James-Bond-Filme dazu bewogen haben, Harold Sakata für ihren nächsten Film auszuwählen: Albert Broccoli und Harry Saltzman engagieren den Laienschauspieler für die Rolle des «Oddjob». Sprechen muss er nicht, bloss seine Muskeln spielen lassen. Der stämmige Sakata ist der Leibwächter von Auric Goldfinger, einem exzentrischen Milliardär.

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Bösewicht Auric Goldfinger (Gert Fröbe), James Bond (Sean Connery) und Oddjob (Harold Sakata). bild: mgm

Oddjobs legendäre Melone

007-Darsteller Sean Connery schwärmt von seinem Widersacher im Film. «Er ist wirklich so stark, wie er ausschaut», bestätigt er dem «Playboy» in einem Interview. Trotz seines manchmal furchteinflössenden Auftretens sei Sakata jedoch sehr nett und höflich.

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Schweizer Filmgeschichte: Die Bond-Verfolgungsjagd am Furkapass. Video: YouTube/virtualee2000

So lernt ihn auch Erich Nager kennen. Er ist elf Jahre alt, als am Furkapass Szenen einer legendären Verfolgungsjagd gefilmt werden. Mit vier anderen Schulbuben ist der Urner Knabe ein Statist; sie verkaufen am Strassenrand Früchte. «Sakata war stets zu Spässen aufgelegt», erzählt Nager Jahre später der «Urner Zeitung». Der Hawaiianer sei bärenstark gewesen: «Er konnte mit blossen Händen ein Telefonbuch in Stücke reissen oder Ziegel spalten. Und er demonstrierte seine Würfe mit dem Eisenkrempenhut.»

Natürlich, diese Melone! Sie macht einen grossen Teil der Faszination für «Oddjob» aus. Denn wenn Goldfingers Bodyguard nicht gerade Golfbälle in seiner Hand zu Mehl macht, setzt er seinen Hut als tödliches Frisbee ein.

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Die abschliessende Kampfszene in «Goldfinger»: Bond tötet den Handlanger des Bösewichts. Video: YouTube/xxxdarkheartedboixxx

«Oddjob» war die Rolle seines Lebens

Dieser Hut mit der rasiermesserscharfen Krempe wechselt in den Jahren nach dem Kinohit mehrmals seinen Besitzer. Er bringt an Auktionen jeweils mehrere zehntausend Franken ein.

Harold Sakata hat nach seinem Leinwanddebüt Lunte gerochen und bleibt im Filmbusiness. Doch mit keiner anderen Rolle kommt er an seinen Auftritt als «Oddjob» heran. 1982 stirbt er an Krebs.

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In einem Kurzauftritt in der «Tonight Show» von Talkmaster Johnny Carson schlägt Sakata die Einrichtung kurz und klein. Video: YouTube/Historic Films Stock Footage Archive

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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