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105-Kilo-Brocken am Cape Epic: «Ich weiss nicht, ob es grosse Nehmerqualitäten sind. Oder doch eher pure Dummheit»

Der eine wiegt 103 Kilogramm, der andere gar 105. Früher war der eine Rugby-Rekord-Nationalspieler von Wales, der andere Rugby-Weltmeister mit Südafrika. Heute quälen sie sich durch das Cape Epic. Mit Schmerzen. Aber auch mit Humor.
20.03.2015, 07:2220.03.2015, 09:59
Reto Fehr, Südafrika

Die grosse Frage, welche allen unter den Nägeln brannte, musste Colin Charvis schon am ersten Tag auf der Bühne beantworten: Wie bringst du eigentlich deine ganzen Haare unter den Helm? Der 103-Kilo-Brocken mit der wahrlich imposanten Frisur lachte. «Naja, ich hab Leim an den Haaren. Dann hält das wunderbar.» Aber eigentlich ist seine prächtige Matte und die Helm-Frage momentan das kleinste Problem des 42-Jährigen.

Die beiden Rugby-Brocken Marius Hurter (l.) und Colin Charvis. 
Die beiden Rugby-Brocken Marius Hurter (l.) und Colin Charvis. Bild: watson.

Der ehemalige Captain von Wales' Rugby-Nationalmannschaft und Rekordhalter an Anzahl Versuchen eines Stürmers (22) müht sich nach 2013 zum zweiten Mal durch das Cape Epic – eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Immerhin kann er auf routinierte Unterstützung zählen. Sein Partner Marius Hurter startet zum sechsten Mal zum Event, nur einmal kam er nicht ins Ziel. Der 44-Jährige war 1995 teil des legendären südafrikanischen Weltmeisterteams.

Einige Impressionen von der vierten Etappe.video: Absa Cape Epic

«Wenigstens muss ich nicht die 130 Kilo herumschleppen»

Aber Marvis und Colin haben ein schwerwiegendes Problem: Sie wiegen über 100 Kilogramm. Nicht optimal für Mountainbike-Marathon-Rennen. Darum die Frage: Wie kommen Rugby-Spieler auf die Idee, am Cape Epic teilzunehmen? «Ich weiss nicht, ob es grosse Nehmerqualitäten sind. Oder doch eher pure Dummheit», lacht Marius. «Wenigstens muss ich nicht die 130 Kilo herumschleppen, welche ich während meiner Profi-Karriere wog.»

James und Candice: Gestern noch im Ziel zusammengebrochen, dieses Mal «locker» 37 Minuten vor dem Cut-off im Ziel. 
James und Candice: Gestern noch im Ziel zusammengebrochen, dieses Mal «locker» 37 Minuten vor dem Cut-off im Ziel. Bild: watson

Die Resultate der ersten Etappen lassen eher auf Nehmerqualitäten schliessen: Bei Etappe 1 schafften sie es 37 Minuten vor Kontrollschluss, bei Etappe 2 25 Minuten und bei Etappe 3 mussten sie mit 5 Minuten vor dem Cut-off richtig beissen. Nach der 4. Etappe sagt Hurter: «Das war der härteste Tag. Die Hitze hat uns kaputt gemacht». In dieser wurden sie erstmals Letzte, hatten aber mit 27 Minuten vor der Deadline noch relativ eine gemütliche Fahrt hinter sich. «Der Platz interessiert uns nicht. Wir wollen es nach Meerendal ins Ziel schaffen.»

«Die Schmerzen sind natürlich da. Aber das musst du einfach ausblenden und weiterfahren»

Vier Monate haben die beiden intensiv trainiert. Während der Aktivzeit bei den Newcastle Falcons waren sie Teamkollegen. «Da sahen wir das Cape Epic am TV und beschlossen, hier mal zusammen teilzunehmen», erklärt Marius. Mental ist das Cape Epic für die zwei ehemaligen Profis – im Gegensatz zu vielen anderen Amateuren – keine grosse Herausforderung: «Das kennen wir zur Genüge. Die Schmerzen sind natürlich da. Aber das musst du einfach ausblenden und weiterfahren.» 105 Kilo hin oder her.

Die Helden ganz hinten
watson stellt während dem Cape Epic – einem der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt über rund 740 Kilometer und 16'000 Höhenmeter an acht Tagen – täglich Fahrer vor, die weit hinten im Feld das Ziel noch erreichen.

So ergeht es den bisher vorgestellten Fahrern:
Die Drama-Könige vom Vortag, Candice und James, erholten sich auf wundersame weise und kamen heute 37 Minuten vor dem Cut-off ins Ziel. James: «Am Start wusste ich nicht, wie ich den Tag auf dem Bike überleben sollte. Aber das medizinische Personal hat mir einige Ernährungstipps gegeben und ab dem ersten Waterpoint lief es plötzlich gut. Und ja, wir werden nach Meerendal kommen.»
Riaan und Vasti kamen heute eine Stunde vor dem Cut-off ins Ziel und wirken immer stärker.
Evangelina und Cristian mussten das Rennen nach der 2., respektive 3. Etappe aufgeben.
Johannes absolvierte auch die vierte Etappe souverän und bleibt als Einzelfahrer im Rennen. 

Rally Dakar 2015

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Rally Dakar 2015
quelle: x00211 / jean-paul pelissier
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