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Gesellschaft & Politik

Transfrau Nadia Brönimann heisst jetzt wieder Chris Brönimann

Chris Brönimann im Dezember 2025.
Chris Brönimann im Dezember 2025.Bild: Instagram/nbroenimann

Die bekannteste Transfrau der Schweiz identifiziert sich wieder als Mann

Vor 29 Jahren unterzog sich Chris Brönimann einer operativen Geschlechtsumwandlung und nannte sich fortan Nadia. Nun wird Nadia wieder ganz zu Chris.
04.01.2026, 11:4604.01.2026, 12:19

«Ich bin Chris. Der, der ich immer war. Ein Mann.» Das sagt Chris Brönimann gegenüber dem «Blick». Und schliesst damit seine Detransition ab, die er im Herbst 2024 publik gemacht hatte.

Chris Brönimann war die bekannteste Transfrau der Schweiz. Geboren wurde Brönimann als Christian, vor 29 Jahren unterzog er sich einer geschlechtsangleichenden Operation – und wurde Nadia Brönimann.

Nadia Brönimann
Nadia Brönimann war die bekannteste Transfrau der Schweiz.Bild: CH Media/Silas Zindel

Diese Operation bereut Brönimann mittlerweile. «Ich habe einen gesunden Körper geschenkt bekommen – und ihn grenzüberschreitend malträtiert», sagt er heute.

Was heisst «trans»?
Eine Person, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihr bei der Geburt zugewiesen wurde, ist trans. «Trans» wird oft als Adjektiv verwendet und kleingeschrieben (z.B. trans Mann oder trans Jugendliche). Ein trans Mann wurde bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale als Mädchen eingeordnet, eine trans Frau als Junge. Transition oder Geschlechtsangleichung meint den Prozess, bei dem trans Menschen zum Beispiel medizinische oder juristische Änderungen vornehmen, um ihre Lebensumstände ihrer Geschlechtsidentität anzupassen. Weitere Informationen: TGNS.

Darum setzt sich Brönimann auch dafür ein, dass die Abgabe von Pubertätsblockern und Hormonen an Minderjährige verboten wird. Beides wird dazu verwendet, Geschlechtsangleichungen einzuleiten.

Brönimann meint dazu: «Die Chaosjahre der Pubertät müssen wir schützen.» Diese Haltung, die auch in Brönimanns spirituell-christlichen Werten gründet, habe ihm Kritik aus der Trans-Community eingebracht, sagt Brönimann: «Aus den aktivistischen Kreisen der Transszene bekomme ich viel Ablehnung und Hass zu spüren.»

Im Spätsommer 2024 hatte Brönimann gegenüber CH Media noch gesagt, sich nicht mit der binären Geschlechterordnung wohlzufühlen. Knapp anderthalb Jahre später lehnt Chris Brönimann es ab, non-binär zu sein. «Die Wahrheit liegt nicht im Spiegel, sondern in der Seele», sagt er.

(her)

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239 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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themachine
04.01.2026 12:27registriert Juni 2015
Ich gebe zu, das Thema überfordert mich intelektuell.
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Diaro56
04.01.2026 12:43registriert Januar 2021
Repekt vor diesem Menschen, der einen - aus seiner heutigen Sicht - Fehler öffentlich eingesteht und damit nochmals Gefahr läuft, Hassnachrichten zu bekommen. Vielleicht hilft es aber manchen Menschen, anstehende Entscheidungen in neuem Licht zu sehen. Das würde ich mir wünschen.
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Gulasch
04.01.2026 14:38registriert März 2014
Meiner Meinung nach, hätte watson.ch die Pflicht, dieses Thema, zusammen mit einem Spezialisten, wissenschaftlich mehr auszuarbeiten und auch Zahlen zu nennen. Wieviele Jugendliche sind überhaupt in einem solchen Prozess und wie läuft dieser ab ? Wie ist die Gesetzeslage ? Wieviele Transleute sind vor und nach der Geschlechtsangleichung glücklich oder unglücklich ? Wieviele Personen machen eine Detransition und zu welchem Zeitpunkt ?
Bis jetzt ist das Schicksal von Brönnimann nur ein Case Report und Futter für jegliche Kritiker (mich eingeschlossen) !
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