Mann stellt sein Haus Angehörigen von Brandopfern zur Verfügung
Viele Angehörige suchen Unterkünfte in der Nähe der Schweizer Spitäler, die die schwer verletzten Brandopfer von Crans-Montana behandeln. Hunderte von Beiträgen werden auf LinkedIn, Facebook und Instagram geteilt: Die sozialen Netzwerke werden von Anfragen überschwemmt, um die betroffenen Familien unterzubringen. Dies gestaltet sich kurzfristig nicht einfach – allerdings gibt es Solidarität in der Schweizer Bevölkerung.
So hat zum Beispiel Anaël Antille beschlossen, sein Haus zur Verfügung zu stellen. Der 33-Jährige lebt weniger als zehn Minuten vom Spital in Sitten entfernt. Am 3. Januar um 10 Uhr veröffentlichte er diese Nachricht auf seinem Instagram-Konto: ein kurzer Text, in dem er anbietet, mindestens sechs Personen aufzunehmen.
Der Sittener bereut, dass er nicht eher auf den Gedanken gekommen ist:
Er erklärt weiter:
Er überlege derzeit auch, sein eigenes Zuhause zu verlassen, um den Familien, die ihre Koffer abstellen möchten, noch mehr Platz zu bieten.
Die aktuellen Entwicklungen in Liveticker:
Aktuell habe er noch keine Anfrage erhalten. «Eine Freundin, die im Spital Sitten arbeitet, leitet mein Angebot an die Betroffenen weiter», fügt der Walliser hinzu, der damit rechnet, bald Anfragen zu erhalten.
«Gefühl der Ohnmacht»
Anaël Antille, obwohl niemand aus seinem Umfeld verletzt ist oder vermisst wird, zeigt sich betroffen ab dem Unglück im Skiort: «Es gibt ein grosses Gefühl der Ohnmacht. Man kann nicht direkt handeln, so wie es zum Beispiel die Gesundheitsfachkräfte tun.»
Die Momente vor dem Brand in Crans-Montana
«Es ist dieses Gefühl, es zu erleben, ohne es wirklich zu erleben», sagt er seufzend. Er frage sich, wie er sonst helfen, den Trauernden unter die Arme greifen könne. Er sagt:
Antille kennt das Skigebiet Crans-Montana gut. Seine Eltern haben dort eine Wohnung. «Ich war noch letzte Woche dort», erzählt er. Der 33-Jährige kannte die Unglücksbar «Le Constellation», da er «zwei- oder dreimal» in seinem Leben dort einen Drink genommen habe.
Auf die Frage, ob die Sittener Behörden ihn kontaktiert haben oder ob er sie selbst informiert habe, sagt Antille: «Nein, das ist eine persönliche Initiative».
Auf Anfrage bestätigt die Stadt Sitten, dass sie diesbezüglich keine Aufforderung an die Bevölkerung gerichtet hat. «Es handelt sich ausschliesslich um private Initiativen», bestätigt uns Judith Mayencourt, die Kommunikationsverantwortliche der Stadt Sitten.
