Ukraine
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Krise in der Ukraine

Obama und Putin werden sich am Telefon nicht einig



President Barack Obama talks on the phone in the Oval Office with Russian President Vladimir Putin about the situation in Ukraine, March 1, 2014. The White House said Obama and Putin spoke by phone for 90 minutes, their second phone call in the past eight days over Ukraine, an escalating crisis that is presenting a new challenge to already strained U.S.-Russian relations. REUTERS/Official White House Photo/Pete Souza/Handout   (UNITED STATES - Tags: POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Bild: Reuters

Die Präsidenten Russlands und der USA haben in einem Telefonat am Montag die Lage in der Ukraine erörtert, offenbar ohne dabei eine Annäherung zu erzielen. Der russische Präsident Wladimir Putin wies Vorwürfe zurück, Russland stecke hinter den Unruhen in der Ukraine. 

Putin forderte US-Präsident Barack Obama nach Angaben des Kremls auf, ein gewaltsames Vorgehen der Führung in Kiew gegen die pro-russischen Demonstranten und Besetzer zu unterbinden und damit ein Blutvergiessen in dem osteuropäischen Land zu verhindern. 

Obama appellierte nach Angaben des Weissen Hauses seinerseits an Putin, dafür zu sorgen, dass die prorussischen Demonstranten in mehreren Städten der Ostukraine ihre Besetzung von Verwaltungsgebäuden aufgäben. Obama habe sich zudem tief besorgt über die Unterstützung Russlands für die Separatisten gezeigt. 

Zudem habe er Putin aufgefordert, die massive russische Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine zu verringern, um die Spannungen abzubauen. 

Indirekt drohte Obama Putin mit weiteren Sanktionen: Die Kosten für Russland würden sich erhöhen, wenn seine Aktivitäten in der Ukraine fortdauerten, sagte Obama dem Weissen Haus zufolge in dem Telefonat. 

Angespanntes Gespräch

Zugleich habe er unterstrichen, die USA bevorzugten weiter eine diplomatische Lösung des Konflikts. Das Verhalten Russlands sei dabei aber alles andere als hilfreich, kritisierte Obama. 

«Der Präsident hat deutlich gemacht, dass der diplomatische Weg offen ist und von uns bevorzugt wird, das russische Verhalten dem aber weder dienlich noch frei von Widersprüchen ist», erklärte ein ranghoher Mitarbeiter des US-Präsidenten. 

Das Telefonat sei auf russische Initiative zustande gekommen und sei «offen und direkt» gewesen – eine diplomatische Umschreibung für angespannt und kontrovers

Putin bestreitet russische Verwicklung

Die USA, wie auch viele andere westliche Regierungen, machen Putin für die Verschärfung der Spannungen in der Ukraine verantwortlich. Sie werfen ihm vor, wie vor der Eingliederung der Krim-Region eine gezielte Politik der Destabilisierung zu betreiben. 

In mehreren Städten der Ostukraine halten prorussische Demonstranten, teilweise bewaffnet, Verwaltungsgebäude besetzt. Das professionelle Vorgehen deutet nach westlicher Einschätzung auf Unterstützung durch Russland hin. 

Dies bestritt Putin in dem Telefonat. «Die russische Seite unterstreicht, dass die Proteste in Donezk, Lugansk, Charkiw, Slawjansk und anderen Städten in der Südostukraine das Ergebnis der Unfähigkeit und des Unwillens der Führung in Kiew sind, die Interessen der russischen und russischsprachigen Bevölkerung zu berücksichtigen», erklärte das russische Präsidialamt. 

«Präsident Putin rief Obama auf, allen Einfluss, über den die USA verfügen, dazu zu nutzen, den Einsatz von Gewalt und ein Blutvergiessen zu verhindern», hiess es in der Mitteilung weiter. (rey/sda/reu/dpa) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 15.04.2014 12:56
    Highlight Highlight Interessant ist die Abstinenz von Europa, dass sich gewohnt ist, jede Krise mit Mia. zu "kaufen", aber politisch (militärisch erst recht unkoordiniert) nich viel beiträgt, obwohl die Ukraine geopolitisch wichtig ist für EUropa. Wir sollten eine Welt mit mind 4 Telefonen haben und der aufgehende RussenRambo und den überdiplomatisierten Obama mal in eine Warteschleife zu setzen, bis sich Europa und China einwählen.
  • zombie1969 15.04.2014 09:50
    Highlight Highlight Jazenjuk ist völlig überfordert. Noch immer sind keine Pläne und Konzepte sichtbar, die die Ukraine aus der Krise führen könnten. Seine Macht und seine Befugnisse scheinen nicht über Hauptstadt hinauszugehen. Hier sind Parallelen zum Präsidenten von Afghanistan, Hamid Karzai, erkennbar, dessen Macht auch nicht über Kabul hinaus reicht. Jazenjuk hat nur das Vertrauen eines kleinen Kreises. Und dieser Kreis verfolgt eigene Interessen und hofft bis zur Wahl so viele Vorteile wie möglich zu sichern.

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