Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tori Murden, shown in the Atlantic Ocean Wednesday, Oct. 20, 1999, in a quest to become the first woman and first American to row solo across the Atlantic, is beginning to feel superstitious midway through her 3,000-mile journey.

Tori Murden auf hoher See bei ihrer historischen Überfahrt.
Bild: TORI MURDEN

Unvergessen

03.12.1999: Tori Murden rudert in zwölf Wochen als erste Frau durch den Atlantik

3. Dezember 1999: Den ersten Versuch muss Tori Murden wegen eines Hurrikans abbrechen. Sie überlebt und nimmt im Jahr darauf noch einmal Anlauf, um den Atlantik in einem Ruderboot zu überqueren. Nach 81 Tagen hat sie's geschafft.



Am 13. September 1999 sticht Tori Murden in See. In Los Gigantes im Westen der Kanaren-Insel Teneriffa beginnt ein Abenteuer, dessen Ausgang ungewiss ist. Schliesslich hat die Amerikanerin schon ein Jahr zuvor versucht, den Atlantik in einem Ruderboot zu überqueren. Hurrikan Danielle verhinderte dies damals.

abspielen

Impressionen vom ersten Versuch 1998.
YouTube/HarperCollins Publishers

Nun also folgt der zweite Versuch der ehrgeizigen Sportlerin, die sich selber lieber Entdeckerin als Abenteurerin nennt. War sie 1998 noch von den USA nach Frankreich unterwegs, so bricht sie dieses Mal in der umgekehrten Richtung von Ost nach West auf. 

Bild

Der Weg ist das Ziel: Murden startete auf Teneriffa und war 81 Tage später auf Guadeloupe.
bild: google maps

«Es läuft fast zu gut»

Rund 5000 Kilometer liegen vor Murden. Eine elend lange Distanz, wenn man mutterseelenalleine in einem kleinen Ruderboot durch den riesigen Ozean gondelt. Nach fünf Wochen kommen bei Murden Zweifel auf: «Es läuft fast zu gut», meldet sie, «das macht mir Sorgen. Am meisten Angst habe ich, in einen Sturm zu geraten. Ich bin hier gerade inmitten einer ‹Bowlingbahn›».

Doch dieses Mal fällt der Kegel nicht. Die «American Pearl», ihr sieben Meter langes Boot, hält jedem Unwetter stand. «Wahre Entschlossenheit und zwei Ruder», fasst die New York Times zusammen, helfen der 36-Jährigen bei der erfolgreichen Bewältigung des Abenteuers.

5364 Kilometer auf hoher See

81 Tage, 7 Stunden und 46 Minuten benötigt Tori Murden für die Atlantik-Überquerung. Das reicht nicht für eine neue Bestmarke, denn als sie auf Rekordkurs liegt und nur noch etwa 700 Kilometer fehlen, bremst sie der Tropensturm Lenny. Immerhin ist sie die erste Frau und die erste US-Bürgerin, die den atlantischen Ozean in einem Ruderboot überqueren kann. Mittels ihrer Satelliten-Daten wird berechnet, dass Murden dabei die Strecke von 5364 Kilometern zurückgelegt hat.

«Es gibt da draussen Zeiten, in denen alles grossartig ist. Du fühlst richtig, dass du zwar nur ein mickriger Krümel, aber doch ein Teil des grossen Ganzen bist», diktiert Murden, nachdem sie wieder festen Boden unter ihren Füssen hat. «Dann wiederum gibt es auch andere Zeiten, in denen es da draussen ganz einfach einsam und angsteinflössend ist.» Murden vergleicht ihre Reise mit einer Achterbahn: «Voller grandioser Momente, aber auch mit vielen tristen. Doch ich würde sie für nichts in der Welt tauschen!»

Bild

Geschafft! Murden läuft am 3. Dezember 1999 um 9.46 Uhr in den Hafen von Bas du Fort ein.
bild: apearlinthestorm

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Irre Unterwasserwelt – aus Schweizer Sicht

Error
Cannot GET /_watsui/filler/
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

Fremder Urin im Kondom – der Sieger in Alpe d'Huez kann sich nicht lange freuen

16. Juli 1978: Michel Pollentier stürmt an der Tour de France zu einem prestigeträchtigen Solosieg und ins Maillot Jaune. Doch als der Belgier nach den 21 Kehren hinauf nach Alpe d'Huez versucht, die Dopingprobe zu sabotieren, wird er sofort nach Hause geschickt.

Es gibt steilere Berge. Ewig lange Alpenpässe. Strassen mit noch mehr Kehren. Und doch kann man es drehen und wenden, wie man will: Es gibt keinen berühmteren Anstieg als jenen rund 13 Kilometer langen hinauf nach Alpe d'Huez. Muss ein durchschnittlicher Sportfan, der sich nicht ausgiebig mit dem Radsport befasst, den mythischsten aller Anstiege nennen – dann ist die Chance gross, dass seine Antwort «Alpe d'Huez» heisst.

Entsprechend prestigeträchtig ist ein Sieg in diesem Wintersportort in den …

Artikel lesen
Link zum Artikel