Unvergessen
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TORQUAY, UNITED KINGDOM - JANUARY 07:  Torquay manager Leroy Rosenior makes a point to the fourth official and linesman during the FA Cup Third round game between Torquay United and Birmingham City on January 7,2005 at Plainmoor, Torquay, England.  (Photo by Stu Forster/Getty Images)

Rosenior war schon einmal bei Torquay United. Hier beschwert er sich beim vierten Offiziellen – was diesen offenbar kein bisschen beeindruckt. Bild: Getty Images Europe

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Nach 10 Minuten als Trainer wird Leroy Rosenior schon wieder gefeuert

17. Mai 2007: Als Schweizer Fussballfan ist man sich ja bezüglich Trainerentlassungen einiges gewohnt. Doch was sich beim englischen Fünftligisten Torquay United ereignete, das gab es selbst beim FC Sion noch nie. Dass nämlich ein Trainer unmittelbar nach der Einstellung bereits wieder entlassen wird.



Leroy Rosenior ist in den 80er-Jahren ein passabler Stürmer, der sein Geld in der Heimatstadt London verdient. Fulham, die Queens Park Rangers und West Ham sind seine Arbeitgeber. Ein grosser Star ist er nie. Deshalb muss er, als er Trainer wird, auch durch die Provinz tingeln. Gloucester, Merthyr Tydfil, Torquay, Brentford – es sind keine Adressen mit Weltruhm, an denen Rosenior eine Mannschaft anvertraut wird.

Als im Frühsommer 2007 das Telefon klingelt, ist er deshalb froh über ein neues Jobangebot. Torquay United will ihn ein zweites Mal engagieren, Rosenior schlägt ein. Es wird ein Deal für die Ewigkeit – weil er alles andere als ewig dauert.

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Rosenior als Goalgetter: 1989 schiesst er für Aussenseiter West Ham das Siegtor gegen Arsenal, das den Vorstoss in die Cup-Halbfinals bedeutet. Video: YouTube/KUMB1997

«Ich habe den Klub verkauft, tut mir leid»

Am 17. Mai nimmt Leroy Rosenior im Presseraum des Plainmoor-Stadions Platz. Er gibt den Reportern gerne über seine Ziele und Visionen Auskunft, bestimmt haut er eine Floskel nach der anderen raus. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss: Er ist seinen Job schon fast wieder los.

Die Medienkonferenz ist beendet, Rosenior geht in sein Büro. Dort klingelt das Telefon, er nimmt den Hörer ab. Auf der anderen Seite ist der Klubbesitzer Mike Bateson. Und dieser hat schlechte Nachrichten für seinen Trainer. Er habe den Klub soeben verkauft, «tut mir leid».

TORQUAY, UNITED KINGDOM - JANUARY 07: Torquay manager Leroy Rosenior waves triumphantly to the fans after the 0-0 draw in the FA Cup Third round game between Torquay United and Birmingham City on January 7,2005 at Plainmoor, Torquay, England.  (Photo by Stu Forster/Getty Images)

Der grösste Erfolg in Roseniors Trainerkarriere ist der Aufstieg in die Football League Two während seiner ersten Zeit in Torquay. Bild: Getty Images Europe

Leroy Rosenior weiss, was es geschlagen hat. Denn dass Bateson sich überlegt, seine Anteile zu veräussern, war bekannt. Und es war auch bekannt, dass die potenziellen Käufer einen anderen Trainer als Rosenior wollen. So kommt es dann auch. Neuer Trainer wird Paul Buckle, ein Ex-Spieler von Torquay United.

Zehn Minuten nach Amtsantritt ist Leroy Rosenior schon nicht mehr im Amt. Es ist die schnellste Trainerentlassung Grossbritanniens und vielleicht sogar auf der ganzen Welt.

Rosenior beschliesst nach dieser Episode, nicht mehr als Trainer tätig zu sein. Heute verdient er sein Geld durch Experten-Auftritte in Fernseh- und Radiosendungen. Dazu engagiert er sich im Kampf gegen den Rassismus.

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Rosenior setzt sich für die Anti-Rassismus-Kampagne «Stand up Against» ein. Video: YouTube/standupagainstracism

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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