Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: Getty Images

Frühes Aus statt grosser Triumph

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

20. Juni 1982: Ganz Spanien hofft an der WM im eigenen Land auf den WM-Titel. Die Unparteiischen helfen mit zwei geschenkten Elfmetern tatkräftig mit. Nützen tut's am Ende – zum Glück – nichts.

Gastgeber Spanien hat 1982 bei der WM im eigenen Land Grosses vor. Nach dem Gewinnen der EM 1964 soll nun endlich der erste WM-Titel her. Die Erwartungen auf der iberischen Halbinsel sind gigantisch, hatte sich Spanien doch gerade erst aus dem politischen Isolationismus und der Diktatur befreit und den Übergang zu zu einer Demokratie ohne Blutvergiessen geschafft.

Bild

Spanien will es bei der WM im eigenen Land besonders gut machen und scheitert kläglich. Bild: Getty Images

Schon 1966 – so früh wie nie zuvor und nie danach – hatte die FIFA Spanien als Gastgeberland bestimmt. Dank Spielern wie Torhüter Luis Arconada, Abwehrchef José Antonio Camacho, Spielmacher Jesús María Zamora oder den Stürmern Juanito und Quini gehört «La Roja» neben Deutschland, Brasilien und Argentinien zu den grossen Favoriten.

Zwei geschenkte Penaltys

Doch bereits der Turnierstart verläuft extrem harzig. Gegen WM-Neuling Honduras kommen die Spanier Estadio Luis Casanova von Valencia nur dank Schiedsrichter Arturo Andrés Ithurralde zu einem 1:1-Unentschieden.

Nach der frühen Führung des Aussenseiters und einer Grätsche im Strafraum zeigt der Argentinier in der 71. Minute zu Unrecht auf den Punkt. Real-Sociedad-Stürmer Roberto Lopez Ufarte lässt sich nicht zweimal bitten und sichert seinem Team immerhin einen Punkt.

abspielen

Die Tore bei Spanien – Ecuador. Video: Youtube/sp1873

Wie gegen Honduras gerät der Gastgeber auch im zweiten Gruppenspiel gegen Geheimfavorit Jugoslawien, das in der Qualifikation den späteren Weltmeister Italien hinter sich liess, früh in Rückstand. Ivan Gudelj trifft bereits in der 10. Minute.

Doch wieder hilft der Schiedsrichter mit. Vier Minuten nach dem Gegentor wird Miguel Tendillo von Velimir Zajec rund einen Meter vor dem jugoslawischen Strafraum rüde von den Beinen geholt. Der dänische Unparteiische Henning Lund-Sörensen verlegt den Tatort aber kurzerhand in den Strafraum und gibt trotz aller Proteste Elfmeter.

abspielen

Die Hightlights der Partie Spanien gegen Jugoslawien. Die strittige Penalty-Szene sehen Sie ab 1'10''. Video: Youtube/gr8footy

Wie schon gegen Honduras nimmt Lopez Ufarte Anlauf und visiert die gleiche Ecke an – doch sein Schuss landet neben dem Tor. Da sich Jugoslawiens Torwart Dragan Pantelic allerdings viel zu früh von der Linie bewegt hat, wird der Penalty wiederholt. Alle jugoslawischen Proteste nützen nichts, Juanito verwandelt schliesslich souverän. 

In der zweiten Halbzeit besiegelt der eben erst eingewechselte Enrique Saura mit dem (regulären) 2:1 den so heiss ersehnten, ersten spanischen Sieg am Heim-Turnier. Während in den Strassen gefeiert wird, ärgern sich die Jugoslawen zu Recht: «Wir sind bestohlen worden», wettert Torhüter Pantelic.



Frühes Out und langes Warten

Signalwirkung hat der Sieg für die Spanier nicht. Im letzten Gruppenspiel blamieren sie sich bei der 0:1-Niederlage gegen Nordirland, qualifizieren sich aber dennoch für die Zwischenrunde. Doch schon nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland ist das Aus besiegelt. Gegen England zum Abschluss geht es für den Gastgeber nur noch darum, sich mit Stil zu verabschieden.

Bild

Die Spanier beschweren sich beim Unparteiischen. Wieso eigentlich? Bild: Getty Images

Das gelingt beim 0:0 so einigermassen. Nach dieser WM redet dennoch niemand von Spanien. Die «Schande von Gijon», Toni Schumachers Attacke gegen Patrick Battiston, das erste WM-Elfmeterschiessen überhaupt und Paolo Rossi, der Italien zum Titel schiesst, sind die Geschichten, die bleiben.

Spanien rehabilitiert sich an der Euro 1984 mit dem Finaleinzug. Auf den ersten grossen Titel seit 1964 müssen die Iberer aber bis 2008 warten. Seither haben sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei. 

Das könnte dich auch interessieren:

Ueli, der Trump-Knecht: Die Schweiz als Spielball in Amerikas Iran-Politik

Link zum Artikel

Die wohl berühmteste Katze der Welt ist nicht mehr: Grumpy Cat ist tot

Link zum Artikel

Marco Streller: «Die ganz schlimmen Sachen sind 2018 passiert, nicht 2019»

Link zum Artikel

LUCA HÄNNI IST ESC-GOTT! So kam es dazu

Link zum Artikel

Der grosse Drogenreport: So dröhnt sich die Welt zu

Link zum Artikel

WhatsApp-Chat aufgetaucht! So kam es WIRKLICH zum Treffen zwischen Trump und Ueli Maurer

Link zum Artikel

Ein Computer-Programm lockte diesen Schweizer auf Kiribati – heute baut er dort Gemüse an

Link zum Artikel

Donald Trump empfängt Viktor Orban im Oval Office – nicht ohne Grund

Link zum Artikel

Ich habe meine Leistenprobleme an der Esoterikmesse heilen wollen – das kam dabei heraus

Link zum Artikel

8 Dinge, die an der zweitletzten Folge «Game of Thrones» genervt haben

Link zum Artikel

WhatsApp wurde gehackt – darum sollten Nutzer jetzt das Notfall-Update installieren

Link zum Artikel

Showdown bei Staf und Waffenrecht

Link zum Artikel

Soll man das Handy über Nacht aufladen? Hier sind die wichtigsten Akku-Fakten

Link zum Artikel

Darum ist die Polizei nicht gegen die GC-Chaoten vorgegangen

Link zum Artikel

Warum ich vegan lebe – und trotzdem von Veganern genervt bin

Link zum Artikel

«Ich liebe meinen Freund, betrüge ihn aber ständig»

Link zum Artikel

15 Rezepte, die du als Erwachsener beherrschen solltest

Link zum Artikel

Das Huber-Ersatzquiz für jedermann. Erkennst du diese Städte von oben?

Link zum Artikel

Wir haben das erste 5G-Handy der Schweiz ausprobiert – und so schnell ist 5G wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Il Grande Torino» – das beste Team Italiens stirbt bei einem Flugzeugabsturz

4. Mai 1949: Torino ist die überragende Mannschaft der Nachkriegszeit. Fünf Mal in Folge holt sie den Meistertitel, ehe der Klub von einer Tragödie heimgesucht wird. Bei der Rückkehr aus Lissabon zerschellt die Maschine mit fast allen Spielern an Bord am Turiner Hausberg Superga.

Dicker Nebel, die Sicht ist schlecht. Als sich der Pilot der Fiat G.212 dem Turiner Flughafen nähert, kann er beim Superga-Hügel nur etwa 40 Meter weit sehen. Zu wenig weit, um die Basilika rechtzeitig zu erkennen. Um 17.05 Uhr kollidiert das Flugzeug mit den Stars von «Grande Torino» an Bord mit dem Gotteshaus auf der Kuppe des Turiner Hausbergs.

31 Menschen kommen ums Leben. Die beste Fussballmannschaft Italiens wird auf einen Schlag ausgelöscht.

1942/43 wird Torino italienischer Meister. Es …

Artikel lesen
Link zum Artikel