Wirtschaft
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Analyse

G20: Drei Szenarien für das Treffen zwischen Trump und Xi

Wenn sich der amerikanische und der chinesische Präsident am Wochenende in Japan treffen, werden die Weichen für die Weltwirtschaft und die Geopolitik gestellt. Hier drei mögliche Szenarien, ihre Wahrscheinlichkeit – und ihre Folgen.



Im vergangenen Dezember haben sich Donald Trump und Xi Jinping in Buenos Aires getroffen. Damals haben sie vereinbart, einen Kompromiss im Handelsstreit zwischen den USA und China bis spätestens im Frühsommer auszuhandeln.

Dieser Kompromiss ist gescheitert. China ist nicht bereit, die von den Amerikanern verlangten Gesetzesänderungen in Sachen Patentschutz zu akzeptieren. Trump droht nun erneut mit Strafzöllen: Zusätzlich zu den bereits verhängten Strafzöllen auf Importen in der Höhe von 200 Milliarden sollen weitere 300 Milliarden Dollar mit einem Strafzoll von 25 Prozent belegt werden.

China seinerseits droht mit Vergeltungsmassnahmen und will den Import von amerikanischen Landwirtschaftsprodukten gänzlich stoppen.

FILE - In this May 10, 2019 file photo, a worker walks near truck trailers and cargo containers at the Port of Tacoma in Tacoma, Wash. Hundreds of businesses, trade groups and individuals have written to complain about President Donald Trump's threat to impose tariffs on the remaining $300 billion in Chinese goods that he hasn't already hit with 25% import taxes, saying the additional import taxes would drive up prices for consumers, squeeze profits and leave U.S. companies at a competitive disadvantage to foreign rivals that aren't subject to higher taxes on the vital components they buy from China.  (AP Photo/Ted S. Warren, File)

Importgüter aus China türmen sich im Hafen von Tacoma (US-Bundesstaat Washington). Bild: AP/AP

Im Konflikt zwischen den USA und China geht es um weit mehr als um wirtschaftliche Interessen. In den Augen der Amerikaner sind die Chinesen zu einem ernsthaften Rivalen geworden. Ob künstliche Intelligenz oder selbstfahrende Autos: China ist mittlerweile eine technologische Supermacht geworden, die sich auf Augenhöhe mit den USA bewegt.

Die Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung ist deshalb gekippt. Grundsätzlich herrscht Einigkeit, dass man es nicht mehr weiter zulassen kann, dass die Chinesen westliches Knowhow abkupfern. Trumps harter Kurs gegen den IT-Konzern Huawei stösst daher auf breite Zustimmung.

Auch politisch ist die Ehe des ehemaligen Traumpaares Chimerica zerrüttet. China wird in Washington nicht mehr als wirtschaftlicher Juniorpartner betrachtet. So hat US-Aussenminister Mike Pompeo kürzlich erklärt: «China will die dominante wirtschaftliche und militärische Macht werden. Es verbreitet seine Vision einer autoritären und korrupten Gesellschaft rund um den Globus.»

FILE - In this May 23, 2019, file photo, a farmer plants soybeans in a field in Springfield, Neb. The U.S. Trade Representative and Treasury Department have issued a statement defending Washington’s strategy in its trade dispute with Beijing. (AP Photo/Nati Harnik)

Soja-Farmer in Springfield (US-Bundesstaat Nebraska). Die Bauern sind die Verlierer des Handelskrieges. Bild: AP/AP

Vor sechs Monaten haben sich die beiden Präsidenten noch um eine Entscheidung gedrückt. Diesmal müssen sie Farbe bekennen. Dabei steht sehr viel auf dem Spiel. Es geht um die Zukunft der Weltwirtschaft – und wer auf diesem Planeten das Sagen hat.

Hier sind drei Szenarien über den Ausgang des Treffens zwischen Trump und Xi:

Es kommt zu einem tragfähigen Deal

Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Bis Anfang Mai sah alles nach einem solchen Deal aus. Ein 150-seitiges Abkommen war bereits ausgehandelt, die Unterschrift der beiden Präsidenten schien bloss noch eine Formalität zu sein. Doch dann kam das Njet aus Peking. Die letzten 50 Seiten, welche neue Gesetze zum Patentschutz enthielten, wurden aus dem Deal entfernt.

FILE - In this Dec. 1, 2018, file photo President Donald Trump speaks as China's President Xi Jinping listens during their bilateral meeting at the G20 Summit in Buenos Aires, Argentina. Trump meets with President Xi Jinping at the G-20 meeting in Japan this week. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais, File)

Damals hatte man sich noch lieb: Trump und Xi beim Treffen in Buenos Aires. Bild: AP

Trump reagierte, wie er immer reagiert. Er tobte und drohte mit noch höheren Strafzöllen. Bisher ohne Erfolg. Nach einer 200 Jahre langen Demütigung will sich China nichts mehr vom Westen vorschreiben lassen. «Wir haben unsere Lektion gelernt», sagt ein hoher chinesischer Beamter. «Während vier Jahrzehnten haben wir die USA bewundert und nachgeahmt. Aber jetzt wenden sie sich ohne Vorwarnung gegen uns.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Deal kommen wird, ist daher klein.

Es kommt zu einem Waffenstillstand

Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Beide Seiten wissen, dass viel auf dem Spiel steht. Das Letzte, was sich Trump derzeit wünscht, ist ein Börsencrash oder gar eine Rezession. Schliesslich will er nächstes Jahr wiedergewählt werden.

Die chinesische Wirtschaft ihrerseits ist im Begriff, sich von einer exportorientierten Wirtschaft zu einer Wirtschaft zu wandeln, die mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung nimmt. Das Letzte, was sich Xi derzeit wünscht, ist, dass dieser heikle Übergangsprozess durch einen ausgewachsenen Handelskrieg mit den USA unterbrochen wird.

FILE- In this July 3, 2018, file photo, a shopper carries bags in San Francisco.  Consumer confidence improved in May 2019,  even as the stock market fell sharply amid escalating trade tensions between the U.S. and China. The market has reversed course in June, recovering all of May’s losses. Still, analysts expect the June consumer confidence reading fell from last month. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez, File)

Auch die Chinesen haben das Shopping entdeckt. Bild: AP/AP

Daher ist es wahrscheinlich, dass es zu einem Waffenstillstand kommen wird, will heissen: Es werden keine zusätzlichen Strafzölle verhängt und man verspricht, man werde weiter verhandeln.

Es kommt zum Bruch

Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

Der Optimismus nach Buenos Aires ist weg, die Stimmung vergiftet. Trump und Xi versichern zwar immer noch, wie sie sich gegenseitig schätzen. Doch beide gehen auf Distanz.

Da die US-Wirtschaft weiterhin brummt, wähnt sich Trump auf der sicheren Seite. Er könne mit jedem Ausgang sehr gut leben, erklärte er im Vorfeld des G20-Gipfels selbstbewusst.

Wie gewohnt lässt Trump alles offen: «Mein Plan B ist vielleicht mein Plan A», erklärte er gegenüber Fox Business Network. «Mein Plan B lautet: Wenn wir keinen Deal abschliessen, werde ich Strafzölle in der Höhe von 25 Prozent verhängen, vielleicht auch 10 Prozent. Aber ich will auf jeden Fall Zölle auf die 600 Milliarden Dollar Einfuhren, über die wir sprechen.»

President Donald Trump waves as he departs after speaking with reporters on the South Lawn of the White House, Wednesday, June 26, 2019, in Washington. Trump is en route to Japan for the G-20 summit. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump

Lässt alles offen: Präsident Trump. Bild: AP

In Peking beginnt man derweil, die Bevölkerung auf den Handels-GAU vorzubereiten. Im Fernsehen werden Filme aus der Zeit des Koreakrieges gezeigt. Damals brachten chinesische Truppen die Amerikaner an den Rand einer Niederlage. Präsident Xi spricht von einem neuen «langen Marsch».

Der legendäre Vorsitzende Mao verstand darunter die Leiden seiner Partisanen im Kampf gegen die Nationalisten. Für Xi geht es um den Kampf gegen die Amerikaner und für die technische Unabhängigkeit.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • what's on? 28.06.2019 12:57
    Highlight Highlight Szenario 4: Es gibt einen befristeten Deal, der allen Parteien Luft verschafft.
  • covfefe 28.06.2019 10:52
    Highlight Highlight Die USA führt Kriege, China baut Handels- Wege und Centren und kontroliert somit den Welthandel. Wer wird wohl gewinnen.
    • bebby 28.06.2019 19:14
      Highlight Highlight China rüstet auch auf...die Handelswege werden aber von den Amerikanischen Kriegsschiffen kontrolliert.
  • Chrigi-B 28.06.2019 10:43
    Highlight Highlight Völlig weltfremde Analyse.

    Es wird einen Deal geben, die chinesische Wirtschaft ist darauf angewiesen...


    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 28.06.2019 11:13
      Highlight Highlight Ach wie gern wäre ich so ein naiver Träumer.
    • Roman h 28.06.2019 12:06
      Highlight Highlight Die Chinesen sind auf gar niemanden angewiesen.
      Es ist schon unglaublich wie lange die Chinesen so ruhig bleiben, dabei könnten sie alles und jeden in die Knie zwingen.
    • Chrigi-B 28.06.2019 12:30
      Highlight Highlight Schau dir die Handelsbilanzen doch an.

      Wer exportiert mehr in welches Land? Firmen verlassen bereits China und ziehen nach Thailand, Vietnam etc.

      Billiger Schrott und Teile zur Fertigung können auch in Mexico, Vietnam, Indien oder sonst wo hergestellt werden.
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