Wirtschaft
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Nobelpreise

Französischer Ökonom Jean Tirole erhält den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften



FILES - Picture taken on June 2, 2008 shows French economist Jean Tirole posing at the School of Economics in Toulouse, France. Tirole won the 2014 Nobel Economics Prize on October 13, 2014. He was honoured

Jean Tirole in einem Archivbild von 2008. Bild: AFP

Die Dominanz der Amerikaner wurde in diesem Jahr durchbrochen: Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht 2014 an den 61-jährigen Franzosen Jean Tirole. 

Ausgezeichnet wird Tirole für seine Analysen von Marktmacht und der Regulierung von Märkten. Dies verkündete die königlich-schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm. 

twitter/nobelprize

Tirole lehrt an der Universität Toulouse. Seine Bekanntheit verdankt er unter anderem dem 1999 erschienenen Lehrbuch «Industrieökonomik». Tirole zählt nach Angaben der Universität Mannheim, wo er im Jahr 2011 die Ehrendoktorwürde erhielt, zu den einflussreichsten und produktivsten Wirtschaftswissenschaftlern weltweit. 

Bereits Anfang der 1980er Jahre habe er über Spekulationsblasen geforscht. Er veröffentlichte zudem Arbeiten zur Industrieökonomik, Spieltheorie und Vertragstheorie. 

Das Nobelpreiskomitee liefert im unten stehenden Tweet eine zusammenfassende Darstellung der Analysen des Wirtschafts-Nobelpreisgewinners Jean Tirole.

 Marktmacht und Regulation

twitter/nobelprize

Tirole ist nach Maurice Allais 1988 und Gerard Debreu 1983 der dritte Franzose, der den Wirtschafts-Nobelpreis zugesprochen bekommt. 

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ist eine Ausnahmeerscheinung: Diesen Nobelpreis haben zuletzt fast immer US-Amerikaner erhalten – und nur ein einziges Mal in seiner Geschichte eine Frau. 

Offiziell heisst er zudem gar nicht Nobelpreis. Anders als die traditionellen Nobelpreise geht die Auszeichnung nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie heisst deshalb nicht offiziell Nobelpreis, sondern «Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel». Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968. Ein Jahr später wurde er zum ersten Mal vergeben. 

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Verkündung des Preises durch die königlich-schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag. Bild: AFP

Von den bisherigen Preisträgern hatten mehr als 50 die amerikanische Staatsbürgerschaft. In keiner anderen Disziplin gibt es weniger weibliche Preisträger. Bislang hat nur eine Frau den Wirtschaftspreis bekommen: die US-amerikanische Umwelt-Ökonomin Elinor Ostrom 2009.

Überreicht wird die mit 8 Mio. schwedischen Kronen (rund 1,1 Mio. Franken) dotierte Auszeichnung gemeinsam mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember – dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.  (wst/sda/dpa/Reuters)

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