Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Mitarbeiter der Grossmetzgerei Bell AG in Basel bricht am 16. Januar 2007 zur Qualitaetskontrolle ein Bell Wuerstli in zwei Haelften. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

An employee of the butchery Bell AG in Basel is breaking a Bell sausage into two piece for the quality assurance, on January 16, 2007. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die deutsche Gesellschaft des Schweizer Fleischverarbeiters Bell soll rund 100 Millionen Euro Busse zahlen.  Bild: KEYSTONE

Preisabsprachen 

Deutsches Kartellamt büsst Coop-Tochter Bell und andere Wursthersteller

15.07.14, 12:31 15.07.14, 13:04

Das deutsche Bundeskartellamt hat Wursthersteller zu Bussgeldern von insgesamt rund 338 Millionen Euro (circa 410 Millionen Franken) verdonnert. Die deutsche Gesellschaft des Schweizer Fleischverarbeiters Bell allein soll rund 100 Millionen Euro (121 Millionen Franken) zahlen. 

Die Firmen hätten sich über Jahre abgesprochen, um Preiserhöhungen gegenüber dem Detailhandel durchzusetzen, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Dienstag. Betroffen seien 21 Unternehmen und 33 verantwortliche Personen. Die Bussgelder reichten von wenigen Hunderttausend Euro bis hin zu hohen Millionenbeträgen. 

Das Gesamtbussgeld erscheine auf den ersten Blick zwar hoch, relativiere sich aber vor dem Hintergrund der grossen Zahl der beteiligten Unternehmen, der Kartelldauer und den Milliardenumsätze, die in dem Markt erzielt würden, sagte Mundt. Zur Höhe der Bussgelder für einzelne Firmen machten die Wettbewerbshüter keine Angaben. 

Bell will sich wehren

Bell legte die Busse für ihre deutsche Gesellschaft in einer Stellungnahme offen. Darin kritisierte die Coop-Tochter die Sanktion als ungerechtfertigt und wies die Vorwürfe zurück. Der ergangene Bussgeldbescheid sei sachlich falsch und rechtlich verfehlt, die Bussgeldhöhe zudem in einer margenschwachen Industrie gänzlich unverhältnismässig, hiess es. 

Überdies beziehen sich die Vorwürfe laut Bell auf einen Zeitraum vor der Übernahme der betroffenen Firmen Zimbo Fleisch- und Wurstwaren und Abraham. Bell war bei Zimbo Ende 2008 und bei Abraham Ende 2009 eingestiegen. 

Bell kündigte an, sich umfassend zu verteidigen und den Bussgeldbescheid vor Gericht angreifen zu wollen. Bis zu einer endgültigen gerichtliche Klärung dürften aber mehrere Jahre vergehen. 

Jahrelange Preisabsprachen

Die Ermittlungen sind laut Kartellamt nach einem anonymen Hinweis ins Rollen gekommen. Im Januar 2009 hatten Ermittler 19 Unternehmen durchsucht. Seitdem waren dem Kartellamt zufolge noch einige Firmen hinzugekommen. Im Laufe des Verfahrens hätten elf Unternehmen kooperiert und Geständnisse abgelegt. 

Zwischen verschiedenen Wurstherstellern sei es insbesondere seit 2003 zu konkreten Absprachen gekommen. Dabei seien Preisspannen für Produktgruppen wie Roh-, Brüh-, Kochwurst und Schinken abgestimmt worden. (viw/sda/reu/dpa) 



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Was für ein Fail: Post schickt die eingezogenen EC-Karten per B-Post an die Kunden zurück

Rund 3600 EC-Karten der Post sind wegen einer technischen Panne letzten Samstag von Bankomaten eingezogen worden. Damals hatte die Post versprochen, die Karten bis Dienstag zu ersetzen.

Einige Kunden haben ihre Postcard bis heute nicht bekommen weil sie mit der Schneckenpost verschickt wurden.  Zwar seien alle 3582 Karten am Montag verschickt worden, aus Versehen sei das aber als B-Post-Massensendung geschehen, sagte ein Sprecher von PostFinance zu 20 Minuten. Einige Kunden müssten …

Artikel lesen