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Namo-Media-Gründer Gabor Cselle verkauft seine zweite Firma in vier Jahren an einen US-Techgiganten. Bild: Geklaut vom Blog von Gabor Cselle

Der zweite Streich von Gabor Cselle

Twitter kauft Start-up-Firma eines ehemaligen ETH-Studenten für rund 50 Millionen Dollar – bereits seine erste Firma hat er an Google verkauft



Twitter übernimmt Namo Media für rund 50 Millionen Dollar. Das Unternehmen des ehemaligen ETH-Studenten Gabor Cselle integriert Werbung in Apps für Smartphones. Über die Software von Namo Media wird Werbung, sogenannte Native Ads, direkt in den News-Feed von Twitter eingebunden. Anstelle von Werbebannern, die auf kleinen Smartphone-Displays rasch stören, werden native Werbebotschaften nahtlos in den Newsfluss integriert.

Zum Kaufpreis äussern sich weder Twitter noch Namo Media. Gegenüber watson lässt Cselle durchblicken, dass die vom Techportal Techcrunch genannten 50 Millionen US-Dollar eine ziemlich gute Schätzung sind. Der Firmengründer und seine sieben Mitarbeiter werden künftig bei Twitter arbeiten, wie es in einer Nachricht im Firmenblog heisst.

«Wir glauben, es sollte möglich sein, dass alle App-Entwickler mit Werbung Geld verdienen, ohne damit das Nutzererlebnis zu opfern», schreibt Twitters Marketing-Chef Kevin Weil in einem Blog-Eintrag zum Kauf von Namo Media. Native Ads sind insbesondere auf kleinen Displays benutzerfreundlicher als Werbebanner. Kritiker monieren allerdings, dass native Werbung von den Usern nicht oder schlechter erkannt werde. 

2010 kaufte Google Cselles Start-up reMail

Namo-Media-Chef Gabor Cselle ist Ungar, wuchs in Deutschland auf und studierte von 2001 bis 2006 an der ETH Zürich, wo er Informatik studierte und mit dem Master abschloss. Bereits 2010 verkaufte er sein erstes Start-up reMail an Google. reMail war ein Tool zur Email-Suche auf iPhones. 

Cselle arbeitete nach dem Studium als Produktmanager bei Google, wo er an der Entwicklung von Google Now, Android und Gmail beteiligt war. Seit fünf Jahren lebt er in San Francisco, wo er Namo Media gründete und wo auch Twitter seinen Hauptsitz hat.

Produktvideo Namo Media

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Video: YouTube/NamoVideo

Twitter-Rivale Facebook integriert seit längerem Werbung in den Newsfeed und dies mit grossem Erfolg. Bei Mark Zuckerbergs sozialem Netzwerk trägt Werbung auf Smartphones und Tablets bereits 59 Prozent zum Umsatz bei, der Gewinn steigt von Quartal zu Quartal. Twitter hingegen hat bis heute kein Geschäftsmodell gefunden, um mit seinen rund 250 Millionen Nutzern Geld zu verdienen.

Twitter kauft sich nun das Wissen, die Technologie und die Mitarbeiter von Namo Media, um im Bereich Mobile-Werbung einen Sprung nach vorn zu machen und den Anschluss an Facebook nicht zu verlieren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 06.06.2014 07:47
    Highlight Highlight Wenn Twitter sich davon eine Lösung verspricht, mit einem Geschäftsmodell (Integration von native Werbung) und damit 250 Mio. Nutzer zur langersehnten Werbung kommen, dann ist das mehr als 50 Mio. wert.
  • Juice 05.06.2014 23:49
    Highlight Highlight Wie verdient man eigentlich Geld mit diesen In-Stream-Ads? Damit die Kasse klingelt muss jemand die Banner anklicken und von YouTube über Facebook macht das kein Mensch.

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