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grafik: watson; Quelle: Eurostat/new york Times
Sanktionen gegen Putin

Diese drei Grafiken zeigen die Abhängigkeit Europas von Russland – und umgekehrt

Nach der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine werden schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert. Doch Europa tut sich schwer damit – die Abhängigkeit von russischer Energie ist gross, zu gross.
24.07.2014, 20:38
Melanie Gath
Melanie Gath
Redaktorin
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Selbst die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat genug: Sie unterstütze schnelle Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen Russland, weil Moskau kein Interesse an einer Aufklärung des Absturzes von Flug MH17 in der Ostukraine gezeigt habe, liess sie am Mittwoch mitteilen. Bislang galt Merkel als Bremserin, zum Unmut von Washington, wo man eine harte Linie gegenüber Präsident Wladimir Putin fährt.

Am Donnerstag erweiterten die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten ihre Sanktionsliste gegen Russen und prorussische Ukrainer. Ein Entscheid über weiter gehende Massnahmen aber dürfte frühestens am nächsten Dienstag fallen. Europa tut sich schwer mit Sanktionen, denn die Abhängigkeit von Russland ist gross, besonders im Bereich Energie.

Russland ist der wichtigste Lieferant von Erdgas nach Europa. Auch Öl spielt eine Rolle, wenn auch eine weniger grosse. Vor allem osteuropäische und skandinavische Länder beziehen einen erheblichen Teil ihres Bedarfs vom grossen Nachbarn im Osten. Immerhin 30 Prozent beträgt der Anteil in Deutschland, deutsche Energieunternehmen sind zudem stark in Russland engagiert. Die Schweiz bezieht offiziell kein Öl aus Russland, aber immerhin 20 Prozent des Erdgases.

grafik: watson; quelle: rosstat

Beim Handel mit mit der Russischen Föderation spielen EU-Staaten ebenfalls vorne mit. Ausgerechnet die Niederlande, die bei der Flugzeugkatastrophe die meisten Opfer zu beklagen hat, ist hinter China der zweitwichtigste Handelspartner Russlands. Verantwortlich dafür ist der Hafen von Rotterdam, über den russisches Öl nach Europa geliefert wird. Das Volumen der Schweizer Im- und Exporte von und nach Russland lag 2013 bei 4,1 Milliarden Franken.

grafik: watson; quelle: Rosstat

Speziell ist die Sachlage bei den ausländischen Investitionen in Russland. Der erste Platz von Zypern erstaunt auf den ersten Blick. Allerdings ist die Mittelmeerinsel das beliebteste Offshore-Zentrum der russischen Wirtschaftselite. Je nach Quelle und Statistik belegt auch die Schweiz einen Spitzenplatz. Doch auch hier sind in erster Linie russische Firmen vorab aus dem Rohstoffbereich dafür verantwortlich, die sich in der Schweiz angesiedelt haben.

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Die wirtschaftliche Bedeutung Russlands für Europa ist somit nicht zu unterschätzen. Allerdings ist die Abhängigkeit nicht einseitig. Öl, Gas und Kohle sind die mit Abstand wichtigsten Exportgüter des Landes. Moskau würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn die Ausfuhr gestoppt würde. Ausserdem bezieht Russland mangels einer eigenen produktiven Wirtschaft viele wichtige Güter wie Maschinen, Pharmaprodukte und auch Nahrungsmittel aus dem Westen.

Wirtschaftselite in Panik

Bereits die schon verhängten Sanktionen haben negative Auswirkungen auf die russische Wirtschaft. Analysten rechnen mit einer Rezession. In Moskau nimmt die Nervosität zu: «In der Wirtschaftselite herrscht Panik», sagte Igor Bunin, Chef des Moskauer Zentrums für Politische Technologie, gegenüber Bloomberg. Doch aus Angst vor Repressalien wage es niemand aufzumucken: «Wer rebelliert, wird in die Knie gezwungen.» 

Alle haben Michail Chodorkowski vor Augen: Der einst reichste Mann Russlands bezahlte seine Opposition gegen Wladimir Putin mit zehn Jahren Arbeitslager.

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