Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wegen Nutzerdaten

CUPERTINO, CA - SEPTEMBER 09:  Apple CEO Tim Cook speaks during an Apple special event at the Flint Center for the Performing Arts on September 9, 2014 in Cupertino, California. Apple announced the new iPhone 6 and Apple Watch.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Macht Geld mit dem Verkauf von Geräten: Apple-Chef Tim Cook. Bild: Getty Images North America

Google von Behörden unter Druck – und von Apple-Chef unter Beschuss



Google wird nach eigenen Angaben immer häufiger von Behörden weltweit zur Freigabe von Nutzer-Informationen aufgefordert. Anfragen im Rahmen von Strafverfolgung stiegen im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zu den letzten sechs Monaten des Vorjahres um 15 Prozent. Staatliche Stellen in den USA hätten dabei um fast ein Fünftel häufiger Auskunft verlangt, teilte der Internet-Konzern am Montag mit. 

Seit 2009 hätten sich die Anfragen in den USA sogar um 250 Prozent erhöht, während sie international um 150 Prozent zugenommen hätten. Allein im zweiten Halbjahr 2013 erhielt der Konzern nach eigenen Angaben mehr als 31'500 Aufforderungen zur Herausgabe von Kundendaten. Davon betroffen gewesen seien rund 48'000 Google-Konten.

Der Transparenzbericht spiegelt dabei nur die Anfragen von Strafverfolgungsbehörden oder nach entsprechenden richterlichen Beschlüssen wider.

Nicht alle Anfragen ausgewiesen

Konkrete Angaben zu Anfragen von Geheimdiensten darf der Konzern nicht machen. Google forderte Reformen für mehr Transparenz, die das Vertrauen der Bürger sowohl in Regierungen als auch in die Technik stärkten. Wie Google veröffentlichen auch Rivalen wie Facebook und Microsoft Angaben über Anträge von Regierungsstellen für die Herausgabe von Kundeninformationen. 

Die Praxis der Behörden ist international in die Kritik geraten, nachdem der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden im vergangenen Jahr amerikanische Ausspähprogramme enthüllt hatte. Apple-Chef Tim Cook hat derweil erneut versichert, dass sein Unternehmen Nutzer-Daten vor dem Zugriff von Geheimdiensten schütze. So seien die Kurznachrichten im Chatdienst iMessage verschlüsselt, und der Konzern habe dazu keinen Zugang. 

«Wenn wir einen neuen Dienst entwerfen, versuchen wir, keine Daten zu sammeln.»

Apple-Chef Tim Cook

Auch wenn die Regierung sie lesen wollte, könne Apple sie nicht aushändigen, sagte Cook in einem am Montag ausgestrahlten TV-Interview. «Wenn wir einen neuen Dienst entwerfen, versuchen wir, keine Daten zu sammeln», sagte Cook. Apple mache sein Geld mit dem Verkauf von Geräten. «Unser Geschäft beruht nicht darauf, Informationen über Sie zu haben. Sie sind nicht unser Produkt», sagte Cook an die Kunden gerichtet. 

Apples Seitenhieb gegen Google

Zugleich platzierte er einen Seitenhieb gegen Rivalen wie Google, ohne diese beim Namen zu nennen. Nutzer sollten sich fragen, wie ein Unternehmen Geld verdiene. «Und wenn sie das Geld vor allem machen, indem sie Brocken persönlicher Daten sammeln, denke ich, dass Sie ein Recht haben, besorgt zu sein.» 

«Und wenn sie das Geld vor allem machen, indem sie Brocken persönlicher Daten sammeln, denke ich, dass Sie ein Recht haben, besorgt zu sein.»

Apple-Chef Tim Cook

Cook bekräftigte, Gerüchte über Hintertüren für Geheimdienste seien unwahr. Apple war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als Nacktfotos von Prominenten im Internet veröffentlicht wurden. Der Konzern räumte ein, dass zumindest ein Teil der Bilder aus Apple-Profilen entwendet worden sei. Die Angreifer hätten aber lediglich den Passwortschutz einzelner Nutzer ausgehebelt, nicht die Apple-Systeme geknackt, teilte das Unternehmen mit. (kad/sda/reu/afp/dpa) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • amazonas queen 16.09.2014 09:46
    Highlight Highlight Apple sagt, sie wollen bei neuen Diensten keine Daten sammeln. Deswegen braucht es nun den Fingerabdruck für Apple pay, wo früher eine PIN reichte. Der Unschuldige werfe den ersten Stein.
    • amazonas queen 16.09.2014 10:10
      Highlight Highlight Der Sinn von Apple pay ist, die Leute dazu zu bringen, leichter Geld auszugeben, damit die 0.15% als Marge an Apple gehen. Einen anderen "Sinn" kann ich nicht erkennen. Ist wie bei jeder Kreditkarte, die auf dem Antragsformular aber keinen Fingerabdruck haben wollen...
    • Zeit_Genosse 16.09.2014 14:04
      Highlight Highlight Der Fingerabdruck löst die Zahlung per App aus, wird aber nicht als Daten übertragen, sondern bleibt im Gerät. Es ist ein "Auslösemechanismus", der verschlüsselt im Gerät bleibt.

Wie Super-Macho Jair Bolsonaro im Kampf gegen das Coronavirus versagt

Brasilien ist zum neuen Corona-Hotspot geworden – und Präsident Jair Bolsonaro gibt sich alle Mühe, die Epidemie noch dümmer zu managen als der US-Präsident.

Als der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gefragt wurde, weshalb sein Land so viel mehr Corona-Tote habe als China, entgegnete er lächelnd: «So what? Was soll ich dagegen tun?»

Die Antwort ist typisch für Bolsonaro. Sein Machismo ist selbst für südamerikanische Massstäbe unerträglich. Über das Coronavirus macht er sich lustig. Er besucht lieber Grill-Partys als Spitäler. Minister, die seine Meinung nicht teilen, feuert er kurzerhand.

Zuerst musste Luiz Henrique daran glauben. Der allseits …

Artikel lesen
Link zum Artikel