Gefängnisstrafe für Uhrenfan und Entführer nach Swatch-Ansturm
Ein Liebhaber der Swatch-Uhr «Royal Pop» ist in Colmar zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Er hielt laut der Staatsanwaltschaft einen jungen Mann, der ihm die Uhr hätte kaufen sollen, in einem Keller fest.
Das Opfer, ein Mann in den Zwanzigern, war vom Angeklagten beauftragt worden, sich am 16. Mai vor einem Geschäft in Strassburg anzustellen, um eine «Royal Pop» zu kaufen. Die Kollektion ging aus einer Zusammenarbeit der Uhrenhersteller Swatch und Audemars Piguet hervor und sorgte in zahlreichen Ländern für einen grossen Hype.
Angesichts der langen Warteschlange hatte der Auftragnehmer jedoch aufgegeben. Er kehrte mit leeren Händen zu seinem Auftraggeber zurück, dem er die 400 Euro zurückgab, die dieser ihm anvertraut hatte.
Da sich der 33-jährige Angeklagte betrogen fühlte und seinem Vermittler vorwarf, die Uhr ohne sein Wissen weiterverkauft zu haben, hielt er diesen daraufhin etwa 20 Minuten lang im Keller seines Döner-Restaurants in Sainte-Marie-aux-Mines fest, um ihn einzuschüchtern und zu zwingen, ihm mehr Geld zu geben.
Der Uhrenliebhaber, der am Mittwoch im Schnellverfahren vor dem Strafgericht in Colmar stand, versuchte sich zu rechtfertigen, indem er erklärte, er habe der Version des jungen Mannes nicht geglaubt. Nach der Urteilsverkündung wurde er inhaftiert. (sda/afp)
