Wirtschaft
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epa04895694 An investor monitors stock data on an electronic board at a securities brokerage house in Beijing, China, 24 August 2015. The benchmark Shanghai Composite Stock Index dropped more than seven percent on 24 August, trading down on fears of a slowdown in the world's second-largest economy. The plunge in Chinese equities followed last week's losses of some 11 percent.  EPA/ROLEX DELA PENA

Börsenhändler in Peking: «Die Märkte sind in Panik». Bild: ROLEX DELA PENA/EPA/KEYSTONE

Börsen im Minus, doch der grosse, chinesische Hammer bleibt aus



Ticker: Wird der 24. August zum schwarzen Börsentag?

Der Absturz an den chinesischen Börsen hat sich am Montag noch beschleunigt und die Märkte in der gesamten asiatisch-pazifischen Region mitgerissen. Als Reaktion darauf hat auch die Schweizer Börse deutlich tiefer eröffnet.

In den ersten Handelsminuten verlor der Leitindex SMI 3,4 Prozent. Von den 20 Titeln im SMI notierten zu Wochenbeginn alle tiefrot. Am stärksten unter die Räder kamen die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse mit Abschlägen über 5 Prozent.

Geht die Talfahrt weiter?

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Bei den Devisen verbuchte der Euro leichte Kursgewinne. Zum Franken stieg er von 1,0780 in der Nacht auf 1,0850 Franken. Der Dollar, der in der Nacht unter 94 Rappen gefallen war, notierte bei 94,40 Rappen.

Die Angst vor der Schwäche der chinesischen Wirtschaft hat auch den deutschen Leitindex Dax unter die psychologisch wichtige Marke von 10'000 Punkten gedrückt. Anfang April hatte er noch auf einem Rekordhoch von 12,390 Punkten notiert.

An den chinesischen Börsen waren zuvor der Shanghai Composite Index und der Shanghai Shenzhen Index um zeitweise rund neun Prozent in die Tiefe gerauscht. Die Verluste wurden anscheinend nur durch die Notbremsregelung limitiert, nach der einzelne Werte nicht mehr als zehn Prozent pro Tag fallen dürfen. 

Vom Handel ausgesetzt

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters waren 80 Prozent der Aktien in Shanghai und Shenzen bis auf das Limit gefallen. Viele Werte wurden vom Handel ausgesetzt.

Viele Anleger hatten offenbar damit gerechnet, dass die chinesische Führung am Wochenende weitere Massnahmen zur Stützung der Märkte ergreift, nachdem diese vergangene Woche elf Prozent verloren hatten. So wurde erwartet, dass die Notenbank mit einer Reduzierung der von den Banken geforderten Mindestreserven mehr Liquidität freisetzt. Dies blieb jedoch aus. 

Eine offizielle Erklärung, mit der Regeln für die Zulassung von Investitionen der Pensionsfonds am Aktienmarkt formalisiert wurden, blieb ohne spürbare Auswirkungen.

Auch japanische Börse gerät ins Trudeln

In Sog der chinesischen Börsen trudelte die gesamte Region abwärts. Der MSCI-Index asiatischer Märkte ausserhalb Japans verlor knapp fünf Prozent. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,6 Prozent niedriger bei 18'540 Punkten. Das ist der grösste Tagesverlust seit Juni 2013. Der breiter gefasste Topix verlor 5,86 Prozent auf 1480 Zähler.

«Die Märkte sind in Panik», sagte Takako Masai, Chef der Research-Abteilung der Shinsei Bank in Tokio. «Es sieht so aus wie bei der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er Jahre. Die Anleger verkaufen jene Werte, die ihnen am riskantesten scheinen.» 

Der Analyst Alex Kwok von China Investment Securities in Hong Kong sagte: «Es ist schwer einzuschätzen, ob die Investoren überreagieren oder ob der Markt schon am Boden angekommen ist.» Er verwies darauf, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten schwach blieben und die Stimmung der Anleger niedergeschlagen sei.

Rohstoffpreise kommen weiter unter Druck

Die Konjunkturschwäche in China wirkt sich insbesondere auf die Rohstoffe und die sie exportierenden Schwellenländer aus. So fiel beispielsweise der Kupferpreis, ein Indikator für die globale Nachfragesituation, auf ein Sechs-Jahres-Tief. Der Ölpreis sank auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Den Volkswirtschaften der Schwellenländer, lange als Konjunkturlokomotiven der Weltwirtschaft gefeiert, geht der Dampf aus. 

Wie es an den Aktienmärkten weitergehe, hänge nun ganz entscheidend von der weiteren Entwicklung Chinas ab, erklärten Analysten. Sollte sich die chinesische Wirtschaft tatsächlich auf eine harte Landung zubewegen, dürfte dies auch andere fragile Schwellenländer in den Abwärtsstrudel reissen und die globale Konjunktur wohl aus der Bahn werfen.

(dsc/sda/dpa)

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