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MoneyTalks: Besser als jeder Vorsatz: 7 Fragen und Tipps für dein Geld

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Besser als jeder Vorsatz: 7 Fragen und Tipps für dein Geld

Der Jahresstart fühlt sich oft motivierend an, doch gerade bei Geldthemen bleiben gute Vorsätze schnell liegen. Diese sieben Fragen helfen dir, auf eine neue Art und Weise Ordnung in deine Finanzen zu bringen – ohne Perfektion, dafür mit Wirkung.
08.01.2026, 14:0208.01.2026, 14:02
Olga Miler
Olga Miler

Ich weiss nicht, wie es euch geht – ich starte 2026 mit viel Motivation und bereits mit einem kleinen «Vorsatzrückstand». Ich wollte eines meiner Portfolios bereits am 2. Januar umschichten. Die Idee besteht seit Juni 2025. Passiert ist: bisher nichts.

Der Jahresanfang ist Hochsaison für gute Vorsätze – auch beim Thema Geld. 60% der Schweizer:innen geben an, solche zu fassen. Die beliebtesten Themen sind Gesundheit, Sport, Finanzen. Mehr zu Neujahrsvorsätzen findest du hier.

Das Problem: Vorsätze funktionieren selten – 80% geben auf. Mein immer noch altbackenes Portfolio ist der beste Beweis dafür.

Besonders bei Geldthemen geben viele schon früh auf, weil sie sich überfordert fühlen, statt motiviert.

Denn finanzielle Veränderung entsteht oft nicht durch einen einzelnen Vorsatz, sondern durch klare Entscheidungen und Disziplin.

Darum mein Tipp: Lass Vorsätze für deine Finanzen weg. Stell dir stattdessen pragmatischen Fragen und komm ins Tun.

Die 1%-Methode

Die 1%-Methode von James Clear hilft dir, deine Ziele zu erreichen.

Die Idee dahinter: winzige, tägliche Verbesserungen (nur 1%) über die Zeit führen zu enormen Erfolgen – z.B. 10 Minuten pro Tag gehen anstatt eines Ziels wie «fitter werden». Funktioniert ähnlich einem Zinseszinseffekt, für Gewohnheiten und für deine Finanzen. Mehr zur 1%-Methode und dem Buch von James Clear findest du hier.

Für den Jahresstart habe ich für euch deshalb hier 7 Fragen und dazu passende Action Tipps zusammengestellt, die helfen können, auch ohne grosse Vorsätze die Finanzen auf Trab zu bringen:

1. Was lief finanziell 2025 gut – und was nicht?

Bevor du dich ans Optimieren setzt, lohnt sich ein ehrlicher Blick zurück.

Punkte für einen kurzen Rückblick

Beantworte schriftlich:

  • Welche 3 Dinge haben 2025 finanziell gut funktioniert? z.B. regelmässiges Sparen, weniger Impulskäufe, mehr Überblick.
  • Was war dabei der entscheidende Faktor? Automatisierung? Einfachheit? Unterstützung?·
  • Was lief 2025 finanziell weniger gut – und was habe ich daraus gelernt? z.B. Wo habe ich Geldentscheidungen aufgeschoben? Wo habe ich aus Bequemlichkeit, Stress oder Unsicherheit gehandelt? Gab es Überraschungen (Steuern, Ausgaben, fehlender Puffer)?

Action Tipp

Erfolge sind selten Zufall. Und genau deshalb sind sie oft wiederholbar. Reflektiere, was du weiter so machen möchtest und welche Dinge du in diesem Jahr anders machen willst – 2-3 Punkte genügen vollkommen.

2. Weiss ich wirklich, wohin mein Geld jeden Monat fliesst – oder schätze ich nur?

«Ich habe das im Griff» ist einer der häufigsten – und trügerischsten – Sätze, die wir über Geld sagen.

Verhaltensforschung zeigt: Menschen unterschätzen ihre eigenen Ausgaben systematisch – zum Beispiel fanden Forschende heraus, dass Konsumenten in Grossbritannien, Kanada und den USA im Schnitt ihre künftigen jährlichen Ausgaben um mehrere Tausend Franken unterschätzen, weil sie untypische Kosten (Reparaturen, Unerwartetes) nicht berücksichtigten.

Dieses «Expense Prediction Bias»-Phänomen bedeutet: Selbst wenn wir denken, wir hätten ein gutes Gefühl für unsere Ausgaben und Budget, muss dies nicht der Realität entsprechen.

Pragmatischer Budgetkurzcheck

  • Prüfe dein E-Banking oder deine Kreditkartenabrechnung
  • Schaue dir die letzten 30 Tage an
  • Ordne grob zu: a) Fixkosten, b) Lebensstil (variable Kosten), c) Spontan-/Vergessensausgaben
  • Berechne deine grobe Sparquote

Action Tipp

Lege eine Ausgabenkategorie fest, die du im Januar bewusst anpasst.

Falls du keine E-Banking App nutzen willst: Budgetberatung Schweiz hat Budgetbeispiele für Lebenslagen (Single, Familie, Ein-Eltern-Haushalt etc.) – super als Reality-Check.

Mehr zur persönlichen Vorsorge und zum Investieren

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3. Wie gut bin ich auf Unvorhergesehenes vorbereitet?

Ein regelmässiges Einkommen vermittelt Vorhersehbarkeit. Sicherheit entsteht, wenn du einen Plan und Reserven hast, wenn etwas Unerwartetes passiert.

Notgroschen Check

Wie viele Monate Fixkosten deckt mein finanzieller Puffer?

  • Unter 1 Monat → sehr verletzlich
  • 2–3 Monate → faire Basis
  • 6 Monate → hohe Robustheit (besonders wichtig bei variablem Einkommen), beachte, dass bei einem grossen Notgroschen das auf dem Sparkonto parkierte Geld fast nicht arbeitet
  • Habe ich signifikante Abhängigkeiten, z.B. Mehrheitsverdiener:in, grosse Hypothek, Unterstützung von Kindern oder Verwandten?

Action Tipps

  • Falls kein separater Notgroschen existiert oder sehr klein ist: eröffnen, Dauerauftrag einrichten und aufbauen (Betrag kann auch klein sein, Regelmässigkeit zählt)
  • Falls du signifikante Verantwortung hast, Versicherungen vor allem für Krankheit überprüfen und Zusatzversicherung wie z.B. Erwebsausfallversicherung in Betracht ziehen und einrichten.

4. Passt meine finanzielle Planung noch zu meinem heutigen Leben?

Viele Finanzentscheide stammen aus einer alten Version von unserem Leben, z.B.:

  • Anderes Arbeitspensum
  • Andere Fixkosten
  • Andere Prioritäten oder Verantwortungen (Kinder, Pflege, Selbständigkeit)

Finanzplan Check

  • Was hat sich in den letzten 12 Monaten verändert?·
  • Was könnte sich (mit grösserer Wahrscheinlichkeit) in den nächsten 12 Monaten verändern?
  • Haben sich meine/unsere langfristigen Ziele (5-10 Jahre+) verändern?
  • Welche Zahlen in meinem/unserem Finanzsystem brauchen Anpassung? - z.B. Rücklagenhöhe, Sparrate/Investitionsrate, Versicherungen, Vorsorgeeinzahlungen

Action Tipps

  • Passe die drei wichtigsten Zahlen in deinem Finanzsystem an, z.B. monatliches Anlagen, Einzahlung in die Vorsorge und richte dafür Daueraufträge ein
  • Erstelle einen einfachen Finanzplan in xls oder auf Papier und plane in 4 Töpfen (Notgroschen, kurzfristig kommendes Jahr, mittelfristig 1-5 Jahre, langfristig 5 Jahre plus) – jetzt ist dann eh bald die Steuererklärung fällig, da geht es fast wie von selbst
  • Falls du volle Transparenz und dich steuer- und vorsorgeoptimal aufstellen willst, grössere Veränderungen wie Nachwuchs planst oder 50+ bist, lass einen professionellen Finanzplan erstellen – achte dabei auf einen unabhängigen Anbieter

5. Arbeitet mein Geld bereits für mich – oder nur ich für mein Geld?

Langfristig reicht Sparen allein oft nicht aus, um gezielt Vermögen aufzubauen. Gerade in einem Umfeld mit tiefen Zinsen kostet Stillstand – auch wenn sich ein Sparkonto sicher anfühlen mag.

Frage dich

  • Habe ich (ausser vielleicht in der Pensionskasse) irgendein System, bei dem ein Teil meines Geldes investiert wird?
  • Wenn nein: Was wäre ein realistischer Einstieg – nicht perfekt, sondern einfach und zügig machbar?

Action Tipps

  • Mit einfachem, günstigen ETF Sparplan mit kleinen Beträgen starten, z.B. mit Online Vermögensverwalter wie Findeptendent, Yuh oder Auto-Invest von SAXO·
  • Ein Säule 3a Konto in Wertschriften anlegen, z.B. mit Viac, Frankly, Liberty oder Finpension
  • Mit einem simplen Welt-ETF monatlich einen Betrag anlegen, z.B. MSCI World oder FTSE All World

Gerade beim Anlagestart ist nicht der grosse Wurf entscheidend – sondern Konsistenz und Geduld.

So hätte z.B. ein einfaches Basis-Portfolio bestehend aus 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Market Index in den letzten 5 Jahren +64% gemacht (Quelle: extraetf.com, 4. Jan 26).

6. Welche Geldgewohnheiten prägen mich – und welche möchte ich ändern?

Finanzen sind zu einem grossen Teil Gewohnheitssache – oft mehr als Wissenssache. Studien zur Verhaltensökonomie zeigen, dass es oft die wiederkehrenden, oft unbewussten Verhaltensmuster sind, die den Erfolg beeinflussen.

Reflexion

Beantworte ehrlich:

  • Welche 2–3 typische Geldgewohnheiten habe ich? z. B. alles sofort ausgeben, Geldthemen vermeiden, Sicherheit über alles stellen, Angst haben zu investieren·
  • Welche davon unterstützen mich und meine Ziele?·
  • Welche behindern mich und will ich verändern?

Action Tipps

Gewohnheiten änderst du nicht nur durch Disziplin, sondern durch Struktur, z.B.:

  • Automatisierung: wo kannst du es dir einfacher machen, z.B. monatlich investieren mit Autopilot
  • Vereinfachung: z.B. lieber kostengünstig und transparent, dafür gemacht, als die lange Aktienanalyse vor dir herzuschieben
  • Feste Geld-Routinen: z.B. 1× pro Monat 20 Minuten Finanzwissen boosten, 1x Jahr Finanzplan überarbeiten direkt im Kalender einplanen
  • Mach den ersten Schritt: Wähle eine Geldgewohnheit, die du 2026 verändern willst – und starte in den nächsten 7 Tagen damit

7. Was möchte ich 2026 finanziell anders machen – konkret?

Statt Vorsätze, setze dir klare, messbare Ziele - was soll am Ende von 2026 messbar anders sein als heute?

Beispiele

  • «Ich habe jederzeit 3 Monate Puffer»
  • «Ich investiere monatlich X CHF und bleibe dabei, auch wenn es sich manchmal unbequem anfühlt»
  • «Ich erstelle dieses Jahr die Patientenverfügung, den Vorsorgeauftrag und das Testament»
  • «Ich überprüfe meine Versicherungen und stelle mich neu auf, falls nötig schliesse ich eine Zusatzversicherung ab»
  • «Ich zahle XY CHF an Schulden zurück»
  • «Ich zahle XY in die 3. Säule ein»

Aktion Tipps

  1. Schreibe alle Ziele auf - achte darauf, dass sie messbar sind
  2. Ordne sie gemäss deiner Priorität
  3. Setze dir für Januar nur ein Ziel. Mache den ersten Schritt in den nächsten 7 Tagen. Dann nutze die Motivation und pack das nächste an

Finanzielle Veränderung beginnt nicht unbedingt im Januar. Sondern in dem Moment, in dem du ehrlich hinschaust. Und dann Action machst. Nicht perfekt, aber bewusst.

1% konsequent umgesetzt ist wirksamer als jeder grosse Vorsatz, der auf dem Papier oder im Kopf stecken bleibt.– mach 2026 zu deinem Finanzjahr!

Welche Actions habt ihr euch für dieses Jahr für euer Geld vorgenommen?💸

Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Danach gründete sie den unabhängigen Finanzbilder SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen anbietet. Seit fünf Jahren schreibt Miler den Blog «MoneyTalks», jüngst erschien ihr erstes Buch «Rich, Richer...Me!», ein humoristischer Finanzratgeber, im Beobachter Verlag.
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Bild: Evelyn Harlacher
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Haftet die Bergbahn bei einem Skiunfall?
Skifahrer haben sich auf der Piste vernünftig zu verhalten, die Bergbahnen ihrerseits müssen die Pisten sicher anlegen, markieren und kontrollieren. Passiert gleichwohl ein Unfall, ist die Schuldfrage oft schwer zu beantworten.
Mit dem Beginn der Skisaison häufen sich auch die schweren Skiunfälle: In Samnaun stürzt ein 68-jähriger Skifahrer und verstirbt noch am Unfallort. Am Wiriehorn prallt ein 16-Jähriger gegen einen Pfosten und verstirbt ebenfalls an der Unfallstelle. Ein 17-jähriger Skifahrer stürzt in Melchsee-Frutt über eine Kuppe und verletzt sich tödlich. In Laax kommt ein 35-jähriger Skifahrer von der Piste ab, kollidiert mit einem Felsvorsprung und stirbt kurze Zeit später im Spital. Die Beantwortung der Schuldfrage bringt diese Menschen nicht mehr zurück ins Leben. Aber sie kann möglicherweise künftige Unfälle verhindern.
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