Wirtschaft
Leben

Dating-App Bumble schafft Swipe-Funktion ab: KI übernimmt das matchen

FILE - The dating app Bumble on a smart phone, June 26, 2024, in New York. (AP Photo/Peter Morgan, File)
Bumble Layoffs
Die Dating App Bumble wurde in Deutschland durch das Feature bekannt, dass in heterosexuellen Dating-Konstellationen ausschliesslich Frauen die ersten Nachrichten schreiben dürfen.Bild: keystone

Dating-App Bumble schafft Swipe-Funktion ab: Was sich jetzt ändert

Die Gründerin der Dating-App Bumble hat preisgegeben, sich zukünftig von der Swipe-Funktion zu trennen. Diese Veränderung hat einen grossen Einfluss auf die Nutzung der App und die User selbst.
20.05.2026, 19:5120.05.2026, 19:51
Anika Bentley / watson.de

Swipe nach rechts heisst ja, Swipe nach links heisst nein und keine Antwort mehr zu erhalten bedeutet, geghostet worden zu sein: so funktionieren Dating-Apps seit Jahren. Die US-amerikanische Plattform Tinder hat 2012 die ikonische Swipe-Funktion eingeführt, die seitdem auch auf anderen Dating-Portalen zu finden ist.

Eines davon ist Bumble. Die App mit Sitz in Texas, USA, wurde in Deutschland durch das Feature bekannt, dass in heterosexuellen Dating-Konstellationen ausschliesslich Frauen die ersten Nachrichten schreiben dürfen. Seit 2023 hat Bumble eine eigene App für das Finden von platonischen Freundschaften auf den Markt gebracht. Auch hier bleibt das Swipen die Kernfunktion der App – doch das soll sich bald ändern.

Bumble trennt sich vom Swipen und ersetzt die Match-Funktion durch KI

Whitney Wolfe Herd, die Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens Bumble, hat bereits im vergangenen Jahr verkündet, dass Bumble sein Geschäftsmodell neu positionieren und sich von anderen Datingplattformen abheben soll.

Wie «Forbes» berichtet, hat das Unternehmen vor, Personal abzubauen und in KI-basierte Produkte zu investieren. Im Herbst 2025 ist demnach die erste Beta-Phase gestartet, bis Ende des Jahres 2026 soll die Swipe-Funktion laut «Aim Media House» bei einem Grossteil der über 40 Millionen Nutzer und Nutzerinnen vollständig abgeschafft und durch den KI-Assistenten «Bee» ersetzt werden.

KI-Assistent «Bee» soll Nutzer beim Dating unterstützen

Bumble beschreibt «Bee» als persönliche Dating-Assistenz, die die Nutzer und Nutzerinnen nach ihren Beziehungsvorlieben und Werten fragt und auf Basis dieser Daten potenzielle Matches vorschlägt.

Da es sich bisweilen noch um eine Beta-Version hält, können Nutzer und Nutzerinnen das Feature einfach verlassen und zu der regulären Plattform mit der Swipe-Funktion zurückkehren. Wenn die Funktion erst mal auf allen Geräten angekommen ist, beschreibt die Bumble-Gründerin das Swipen als Geschichte. «Wir werden dem Swipe 'Goodbye' wünschen und ein Feature begrüssen, das in meinen Augen revolutionär ist.», sagt Whitney Wolfe Herd in der «Axios Show».

Die Nutzer reagieren kritisch auf das AI-Feature

Bereits auf das Interview mit der Bumble-Gründerin in der «Axios Show» reagieren die Nutzer und Nutzerinnen auf Tiktok mit Kritik. Eine Nutzerin schreibt: «Ich möchte nicht, dass eine KI für mich einen Mann aussucht. Nein danke.»

Andere spekulieren, dass die Veränderungen auf der App etwas mit der sinkenden Aktie von Bumble zu tun haben könnten. Diese hat laut «Business-Insider» in den letzten Jahren um 92 Prozent an Wert verloren. «Ihr könnt eure Aktie auch mit KI nicht retten.» scherzt ein Nutzer.

Als Reaktion auf die Kritiken rechtfertigt sich Bumble auf Instagram und schreibt, dass die KI zukünftig eher im Hintergrund agieren soll und menschliche Verbindungen priorisiert werden sollen. Dennoch protestieren die Nutzerinnen und Nutzer in den Kommentaren, einige schreiben, dass sie die App deinstallieren werden, sobald die KI-Funktion da ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Datenschutz. Eine Creatorin mit dem Namen «Cybersecurity Girl» warnt, dass Userinnen und User durch die Nutzung der KI-Funktion sensible Daten an die App preisgeben.

Die Plattform Bumble steht bereits seit mehreren Jahren dafür in der Kritik, Nutzerdaten ohne Zustimmung an Dritte weiterzuverkaufen. Besonders für queere Nutzer und Nutzerinnen oder Überlebende häuslicher Gewalt kann das laut «Eff.org» weitreichende Konsequenzen haben.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Haarausfall GenZ: Gegenmittel gefragt wie nie
1 / 4
Haarausfall GenZ: Gegenmittel gefragt wie nie

16 Prozent der Haaröle und Seren bei Galaxus wurden von unter 25-Jährigen erworben.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Telefonphobie nimmt zu: Spontane Anrufe als neue Mutprobe der Gen Z
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Depression: Warum Roche & Co. trotz enormer Kosten kaum dazu forschen
Die Ursachen von Depressionen sind so komplex, dass sich viele Pharmafirmen lieber auf Krankheiten konzentrieren, die bessere Gewinnaussichten versprechen.
Der Aargauer Schriftsteller Hermann Burger verglich seine Depression mit einer «Scheintotenstarre»: «Unsere Reflexe sind gestorben, wir sind dringend darauf angewiesen, dass der Gesunde einen Schritt auf uns zu macht.»
Zur Story