Dating-App Bumble schafft Swipe-Funktion ab: Was sich jetzt ändert
Swipe nach rechts heisst ja, Swipe nach links heisst nein und keine Antwort mehr zu erhalten bedeutet, geghostet worden zu sein: so funktionieren Dating-Apps seit Jahren. Die US-amerikanische Plattform Tinder hat 2012 die ikonische Swipe-Funktion eingeführt, die seitdem auch auf anderen Dating-Portalen zu finden ist.
Eines davon ist Bumble. Die App mit Sitz in Texas, USA, wurde in Deutschland durch das Feature bekannt, dass in heterosexuellen Dating-Konstellationen ausschliesslich Frauen die ersten Nachrichten schreiben dürfen. Seit 2023 hat Bumble eine eigene App für das Finden von platonischen Freundschaften auf den Markt gebracht. Auch hier bleibt das Swipen die Kernfunktion der App – doch das soll sich bald ändern.
Bumble trennt sich vom Swipen und ersetzt die Match-Funktion durch KI
Whitney Wolfe Herd, die Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens Bumble, hat bereits im vergangenen Jahr verkündet, dass Bumble sein Geschäftsmodell neu positionieren und sich von anderen Datingplattformen abheben soll.
Wie «Forbes» berichtet, hat das Unternehmen vor, Personal abzubauen und in KI-basierte Produkte zu investieren. Im Herbst 2025 ist demnach die erste Beta-Phase gestartet, bis Ende des Jahres 2026 soll die Swipe-Funktion laut «Aim Media House» bei einem Grossteil der über 40 Millionen Nutzer und Nutzerinnen vollständig abgeschafft und durch den KI-Assistenten «Bee» ersetzt werden.
KI-Assistent «Bee» soll Nutzer beim Dating unterstützen
Bumble beschreibt «Bee» als persönliche Dating-Assistenz, die die Nutzer und Nutzerinnen nach ihren Beziehungsvorlieben und Werten fragt und auf Basis dieser Daten potenzielle Matches vorschlägt.
Da es sich bisweilen noch um eine Beta-Version hält, können Nutzer und Nutzerinnen das Feature einfach verlassen und zu der regulären Plattform mit der Swipe-Funktion zurückkehren. Wenn die Funktion erst mal auf allen Geräten angekommen ist, beschreibt die Bumble-Gründerin das Swipen als Geschichte. «Wir werden dem Swipe 'Goodbye' wünschen und ein Feature begrüssen, das in meinen Augen revolutionär ist.», sagt Whitney Wolfe Herd in der «Axios Show».
Die Nutzer reagieren kritisch auf das AI-Feature
Bereits auf das Interview mit der Bumble-Gründerin in der «Axios Show» reagieren die Nutzer und Nutzerinnen auf Tiktok mit Kritik. Eine Nutzerin schreibt: «Ich möchte nicht, dass eine KI für mich einen Mann aussucht. Nein danke.»
Andere spekulieren, dass die Veränderungen auf der App etwas mit der sinkenden Aktie von Bumble zu tun haben könnten. Diese hat laut «Business-Insider» in den letzten Jahren um 92 Prozent an Wert verloren. «Ihr könnt eure Aktie auch mit KI nicht retten.» scherzt ein Nutzer.
Als Reaktion auf die Kritiken rechtfertigt sich Bumble auf Instagram und schreibt, dass die KI zukünftig eher im Hintergrund agieren soll und menschliche Verbindungen priorisiert werden sollen. Dennoch protestieren die Nutzerinnen und Nutzer in den Kommentaren, einige schreiben, dass sie die App deinstallieren werden, sobald die KI-Funktion da ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Datenschutz. Eine Creatorin mit dem Namen «Cybersecurity Girl» warnt, dass Userinnen und User durch die Nutzung der KI-Funktion sensible Daten an die App preisgeben.
Die Plattform Bumble steht bereits seit mehreren Jahren dafür in der Kritik, Nutzerdaten ohne Zustimmung an Dritte weiterzuverkaufen. Besonders für queere Nutzer und Nutzerinnen oder Überlebende häuslicher Gewalt kann das laut «Eff.org» weitreichende Konsequenzen haben.
