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MoneyTalks

5 Geldfehler, die teuer werden können – und wie du sie vermeidest

Fehler bei den Finanzen passieren uns allen. Welche Geldfehler kosten längerfristig Geld? Hier sind 5 Tipps, wie du sie vermeiden kannst.

Olga Miler
Olga Miler



Ist es dir auch schon mal passiert, zu viel ausgegeben, das Gefühlt gehabt dieses «hätte ich doch», weil vielleicht eine gute Chance vorbeiging, ohne dass du sie wahrgenommen hast?

Gerade letzte Woche hat mich die Bank angerufen wegen dringender Sperrung der Kreditkarte, hat doch jemand versucht, eine Zahlung, die ich gar nicht veranlasst hatte, abzubuchen. Wahrscheinlich im Internet nicht aufgepasst, kam ich mir schön dumm vor.

Sie passieren uns allen: Geldfehler. Studien in den USA zeigen, dass 85% der Befragten angeben, in den letzten 10 Jahren Geldfehler gemacht zu haben. Als Fehler Nummer 1 wurden Kreditkartenschulden genannt, gefolgt von mangelnder oder keiner Vorsorge und zu vielen Ausgaben.

Das ist vielleicht in Amerika so, aber auch in der Schweiz ist Geld mit 55% der Nennungen einer der grössten Stressfaktoren, vor Familie und Gesundheit.

Neuere Daten zeigen, dass 63% der Befragten in der Schweiz Sorgen haben, kein Geld im Alter zu haben, und 33% sich bei Anlageentscheiden unsicher fühlen. Kleine Geldfehler sind, wenn sie passieren, sehr ärgerlich, aber auch absolut menschlich. Weniger erfreulich sind grössere Geldfehler, die vielleicht auch länger unentdeckt bleiben. Das Gute ist, dass sich vieles davon vermeiden lässt – hier als Inspiration eine Liste an Geldfehlern, die längerfristig Geld kosten, über die mir Menschen berichtet haben und die ich teilweise auch selber gemacht habe, und wie du sie vermeiden kannst.

Kurzfristige Schulden

Kurzfristige Schulden und überzogene Kreditkarten sind wegen den hohen Zinsen Geldfresser und können zu einem Schulden-Teufelskreis führen. Mir haben Menschen berichtet, dass sie aus Angst und Scham aufgehört hatten, die Kreditkartenrechnungen zu öffnen. Für Schulden gibt es unterschiedliche Gründe, von unvorhergesehenen Lebensumständen bis zu Konsumverhalten. Für alle, die davon betroffen sind und es zielgerichtet anpacken wollen, hilft die Schuldenberatung oder das Schneeballprinzip, bei dem man mit dem kleinsten Schuldbetrag beginnt, diesen zurückzahlt und so viel schneller aus der Schuldenfalle rauskommt

Wegen Hemmungen nie anfangen zu Investieren

Es ist oft nicht nur die Angst vor den Risken und Geldverlust, welche Menschen vom Anlegen abhält. Daten zeigen, dass 61% der Befragten das Gefühl hatten, dass Investieren nicht für Menschen wie sie ist, 57% finden es verwirrend und manche haben das Gefühl, dass es zum Anlegen viel Geld braucht. Das ist schon lange nicht mehr so. Mit Fondsparplänen, Online-Tools aber auch Fractional Shares oder z.B. einer sehr tiefen Aktienquote können alle auch mit kleinen Beträgen erste Schritte machen und so gegenüber dem Sparkonto mit überschaubarem Risiko die Situation im Niedrigzinsumfeld verbessern.

Auf Details konzentrieren, anstatt grössere Hebel zu nutzen

Vielen Menschen passiert es, dass sie im Kleinen sehr viel für ihre Finanzen tun. Das Budget wird optimiert, Online-Abos ausgeputzt, kleine Beträge gespart, aber grössere Sachen wie z.B. die Vorsorge aufgeschoben. Wenn die Zeit knapp ist oder du dich gar nicht gerne mit den Finanzen beschäftigst, dann bringt es langfristig mehr, sich auf die grossen Sachen oder die grösseren Beträge zu konzentrieren: deine Vorsorge, die Wahl der richtigen Hypothek beim Hauskauf, langfristige Ziele wie Wohneigentum oder Selbstständigkeit, für die du Geld anhäufen möchtest, das du erst später brauchst, sowie das Vermeiden von Steuerfehlern.

Einen ähnlichen Effekt hat es, wenn du dich nicht nur auf Optimierung der Kosten konzentrierst, sondern auch auf neue oder grössere Einnahmequellen. Das hat damit zu tun, dass du nicht endlos sparen kannst, neue Einnahmen aber helfen können, dein Vermögen langfristig zu vermehren. Anstatt kleinere Beträge abzusparen kannst du z.B. mit einer Weiterbildung oder Aufbau eines zweiten Standbeins oder Nebenerwerbs längerfristig mehr erreichen.

Emotionen überhandnehmen lassen und auf den richtigen Zeitpunkt warten

Beim Anlegen gibt es unterschiedliche Fehler, z.B. alle Eier in einem Korb oder Produkte zu teuer und trotzdem kein Wechsel – einer der Hauptgründe für Anlagefehler ist aber in unserem Kopf: Herdentrieb, Gier und Panik, die z.B. dazu verleiten, zu ungünstigen Preisen zu verkaufen oder die Strategie häufig zu wechseln, was jedes Mal Geld und Zeit kostet. Aber auch Urgefühle wie z.B. Angst und Euphorie beeinflussen unsere Entscheidungsfindung und können zu übereilten Handlungen führen. Hand in Hand mit Emotionen geht auch der Versuch, den bestmöglichen Einstieg oder Ausstieg zu finden (Market Timing), hier haben sehr viele Studien gezeigt, dass dies nicht die besten Resultate bringt.

Was hilft ist:

Wer möchte, kann die Emotionen auf den Märkten auch nachverfolgen, z.B. mit dem VIX Index oder dem CNN Money Fear & Greed Index.

Disziplin unterschätzen und Betrügern auf den Leim gehen

Mit dem Geld ist es wirklich wie mit der Fitness: Regelmässigkeit kann sehr viel bewirken, und zwar auch schon bei sehr kleinen Beträgen. Mit Online-Möglichkeiten kann man sehr viel automatisieren und so Zeit sparen und Fristen optimieren. Dazu gehören z.B. die Beträge für einen Notgroschen, private Vorsorge und Bezahlung von Steuern. In der Schweiz kann jede 10. Person die Steuern nicht rechtzeitig bezahlen, so gehören Steuern zu der häufigsten Schuldenart und können wegen Betreibungen weitere Folgen nach sich ziehen wie Schwierigkeiten beim Finden einer neuen Wohnung.

Den Wunsch nach einfachen, schnellen Gewinnen nutzen Betrüger gerne aus und dies kommt häufiger vor als man denken würde. Wenn ein Produkt oder Anbieter schnelle Gewinne mit sehr wenig Aufwand oder wenig Risiko verspricht, dann lieber die Finger davon lassen oder sehr gut abklären.

Die Liste würde sich noch weiter fortsetzen lassen, das sind nur einige Beispiele als Gedankenanstoss. In der Schweiz haben zudem der Wohnsitz und der Zivilstatus einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die langfristige Vermögensentwicklung bis ins Alter. Aber das ist für einen anderen Artikel 😉.

Welche Geldfehler habt ihr beobachtet oder vielleicht selbst gemacht und sollten auf jeden Fall vermieden werden?

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Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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