Wirtschaft
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Yasmine Motarjemi, former assistant vice president in charge of food safety at Nestle, poses in front of the courthouse of the Canton of Vaud,

Yasmine Motarjemi bringt Nestlé wegen Mobbings vor Gericht.
Bild: KEYSTONE

Yasmine Motarjemi vs. Nestlé: 11 mutige Menschen, die wie diese Frau gegen ihre mächtigen Arbeitgeber vorgingen

Heute beginnt in Lausanne der Prozess Motarjemi gegen Nestlé. Die 60-jährige Ex-Managerin soll vom Lebensmittelmulti gemobbt worden sein, weil sie Missstände im Konzern anprangerte.



Yasmine Motarjemi war Expertin für Nahrungsmittelsicherheit bei Nestlé, eine ranghohe Managerin. Zehn Jahre lang verbrachte sie ihr Berufsleben im Innersten des mächtigen Multis am Genfersee. 2010 wird sie fristlos entlassen. Gebrochen, gedemütigt, entmutigt. Bis heute hat Motarjemi keinen neuen Job gefunden.

Dabei war die Managerin von Nestlé angeworben worden, um die Lebensmittelsicherheit im Konzern zu verbessern. Sie sollte ein Kontrollsystem aufbauen, damit falsche Zutaten und gefährliche Inhaltsstoffe nicht in die Nahrungsmittel gelangten. Besonders im Visier hat sie dabei einen Fall mit Biskuits, an denen Kinder zu ersticken drohten. Doch Nestlé versucht stets, alles unter den Teppich zu kehren.

Ab 2006 beginnt ihr Vorgesetzter, Motarjemi zu diskreditieren und bewusst auszugrenzen. Man entzieht ihr Abteilungs-Personal, überträgt ihr immer weniger Verantwortung, schliesst sie aus Meetings aus. 2010 wird sie fristlos entlassen. So zumindest lauten die Schilderungen der geschassten Managerin.

Motarjemi fordert nun von Nestlé symbolisch einen Franken Genugtuung sowie 2.1 Millionen Franken für ihre Verfahrenskosten und Einkommensausfälle.

Wie David gegen Goliath

Yasmine Motarjemi wird heute praktisch alleine ihre Position vor Gericht verteidigen müssen. Vermutlich wird kein einziger Zeuge auf ihrer Seite aussagen. Ihr gegenüber hingegen wird eine Reihe ranghoher Nestlé-Manager stehen: CEO Paul Bulcke, der ehemalige Generaldirektor José Lopez, der ehemalige Personalchef und heutige Direktor von Nespresso, Jean-Marc Duvoisin, sowie der ehemalige Verwaltungsleiter Francisco Castañer.

Ob Motarjemi je Genugtuung bekommt, ist offen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Leute, die aus dem Innersten eines Unternehmens oder einer anderen mächtigen Instanz heraus kämpfen, um zu ihrem Recht zu kommen oder Missstände anzuprangern, sich in den Köpfen der Menschen festsetzen. Das zeigt die Liste von elf Vorbildern im Kampf Motarjemi gegen Nestlé:

Snowden vs. FBI

FILE - In this Feb. 14, 2015 file photo, Edward Snowden appears on a live video feed broadcast from Moscow at an event sponsored by ACLU Hawaii in Honolulu. The former National Security Agency worker, who leaked classified documents about government surveillance, started tweeting Tuesday, Sept. 29, 2015. (AP Photo/Marco Garcia, File)

Snowden erscheint im Februar 2015 auf einem Gross-Bildschirm an einer Veranstaltung in Honolulu.
Bild: AP

Angeführt wird diese Liste natürlich vom Whistleblower und Staatsfeind Nummer 1 – Edward Snowden. Der ehemalige CIA- und NSA-Agent gibt hochgeheime Informationen über die Überwachungstätigkeit im Internet an die Filmemacherin Laura Poitras sowie an den «Guardian»-Journalisten Glenn Greenwald weiter.

Am 9. Juni 2013 gibt Snowden in Hongkong seine Identität gegenüber der Öffentlichkeit preis. Seit diesem Zeitpunkt steht er beim FBI auf der Fahndungsliste. Seit Snowden Hongkong verlassen hat, befindet er sich in Moskau, zuerst im Transitbereich des internationalen Flughafens, seit dem 1. August 2013 hat er Asyl in Russland. Das europäische Parlament empfahl diesen Herbst seinen Mitgliedstaaten, alle Vorwürfe gegen Snowden fallen zu lassen und ihm als Menschenrechtler Schutz zu gewähren.

Christoph Meili vs. Bankgesellschaft

Christoph Meili, right, listens as his wife Giuseppina addresses a news conference outside the New York offices of the Union Bank of Switzerland Wednesday, Jan. 14, 1998. Christoph Meili, who lost his job as a security guard at a Swiss bank after rescuing Holocaust-era records from a paper shredder,sued UBS Wednesday for more than $2.5 billion. (AP Photo/Michael Schmelling)

Christoph Meili (mit Ex-Frau Giuseppina) am 14. Januar 1998 in New York.
Bild: AP

Der wohl bekannteste Wachmann der Schweiz und einer der ersten «Whistleblower» aus Bankenkreisen ist Christoph Meili. Der Security-Mitarbeiter beobachtet 1997, wie Bankakten aus der Nazi-Zeit der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) zur illegalen Vernichtung bereitgestellt werden. Er rettet die Akten und übergibt sie der Polizei. Danach flüchtet er in die USA.

Nazi-Kläger-Anwalt Ed Fagan reicht im Namen Meilis Klage gegen die SBG ein und fordert 2.56 Milliarden US-Dollar. Damit löst er eine weltweite Prozesslawine aus.

Meili selber konnte davon kaum profitieren: Zuerst wurde er zwar in den USA als Held gefeiert. Später geht seine Ehe in die Brüche, er verliert viel Geld und kehrt 2009 in die Schweiz zurück.

Margrit Zopfi und Esther Wyler vs. Sozialdepartement der Stadt Zürich

Esther Wyler, links, und Margrit Zopfi, rechts, strahlen nach dem Freispruch der Amtsgeheimnis-Verletzung vor dem Zuercher Bezirksgericht am Donnerstag, 17. September 2009. Die beiden ehemaligen Sozialamt-Mitarbeiterinnen, hatten Missstaende beim Sozialamt unter der ehemaligen Stadtraetin Monika Stocker oeffentlich gemacht. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Esther Wyler und Margrit Zopfi im September 2009 nach dem Freispruch der Amtsgeheimnis-Verletzung in Zürich. 
Bild: KEYSTONE

Verräterinnen oder Heldinnen? Margrit Zopfi und Esther Wyler, beide Mitarbeiterinnen des Sozialdepartements der Stadt Zürich, prangern den systematischen Sozialhilfebetrug an. Sie werden schweizweit bekannt, als sie im Jahr 2007 die «Weltwoche» mit Unterlagen zu schweren Sozialhilfebetrugsfällen versorgen. Intern seien ihre Bedenken auf taube Ohren gestossen, lautet ihre Begründung dafür.

Gegen die beiden Frauen wird Anklage wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses erhoben und sie werden fristlos entlassen.

Nachdem sie vom Zürcher Obergericht wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses verurteilt werden, ziehen Zopfi und Wyler 2011 vors Bundesgericht, das ihre Beschwerde abweist. Die beiden Frauen hätten vor dem Gang an die Öffentlichkeit externe Stellen ansprechen sollen, etwa die Ombudsstelle, die Sozialbehörde oder die Geschäftsprüfungskommission, befindet das Gericht. Ihr Gang an die Öffentlichkeit löst eine politische Debatte aus und führt zu einem neuen System der Betrugsbekämpfung bei Sozialbehörden.

Rudolf Elmer vs. Bank Julius Bär

Rudolf Elmer auf dem Weg ins Zuercher Bezirksgericht zur Urteilseroeffnung im Prozess gegen ihn am Montag, 19. Januar 2015. Rudolf Elmer gilt als bekanntester Whistleblower der Schweiz. Bekannt wurde er vor allem, weil er im Januar 2011 anlaesslich einer spektakulaeren Medienkonferenz in London dem Wikileaks-Aktivisten Julian Assange zwei CDs uebergab. Die beiden Datentraeger sollen eine grosse Menge Bankkundendaten enthalten haben, was Elmer inzwischen aber bestreitet. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Rudolf Elmer im Januar 2015 vor dem Bezirksgericht Zürich.
Bild: KEYSTONE

Der Wirtschaftsprüfer Rudolf Elmer will das Geschäftsgebaren der Schweizer Banken bei der Steuerhinterziehung anprangern und gibt Bankdaten an Wikileaks weiter. Elmer hatte zuvor bei der Bank Julius Bär, unter anderem im Offshore-Geschäft auf den Cayman Islands, gearbeitet.

Elmer kann als Whistleblower jedoch kaum einen Erfolg verbuchen: Die Daten, die er herausgegeben hatte, werden nie verwertet, er wird zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Elmer zieht nach seiner Untersuchungshaft vorübergehend nach Mauritius, seit Januar 2010 lebt er im Kanton Zürich.

Hans A. Pestalozzi vs. Migros

Hans A. Pestalozzi, ehemaliger Leiter des Duttweiler-Institutes und Mitinitiant des M-Fruehlings, der migrosinternen Oppositionsbewegung, aufgenommen am 2. Dezember 2002 in seinem Refugium im Toggenburg, Wattwil, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally) : FILM, Mittelformat]

Heinrich Pestalozzi 2002 in seinem Bauernhaus im Toggenburg.
Bild: KEYSTONE

Zuerst ist er persönlicher Sekretär von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler, nach dessen Tod 1962 wird er gar Vizedirektor des Konzerns. Dann aber macht Hans A. Pestalozzi eine Kehrtwende und wird zum grössten Kritiker des «Konsumimperiums» Migros. Als er immer mehr dem Anarchismus das Wort spricht und sein Buch «Nach uns die Zukunft» publiziert, wird er vom orangen Riesen 1979 fristlos entlassen.

Danach kämpft Pestalozzi in der Demokratisierungs-Bewegung «M-Frühling» gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Er plädiert für die Abschaffung der Schweizer Armee und solidarisiert sich mit der Jugendbewegung. Im Alter zieht er sich auf seinen Bauernhof zurück, lebt autark als Selbstversorger. 75-jährig begeht er Suizid.

Chelsea (Bradley) Manning vs. US-Army

FILE -  In this June 5, 2013, file photo Army Pvt. Chelsea Manning, then-Army Pfc. Bradley Manning, is escorted out of a courthouse in Fort Meade, Md., after the third day of his court martial. Manning could be placed in solitary confinement indefinitely for allegedly violating prison rules by having a copy of Vanity Fair with Caitlyn Jenner on the cover and an expired tube of toothpaste, among other things, her lawyer said Wednesday, Aug. 12, 2015. (AP Photo/Patrick Semansky, File)

Bradley Manning als Soldat der US-Armee in einer Aufnahme von 2013.
Bild: Patrick Semansky/AP/KEYSTONE

FILE - In this undated file photo provided by the U.S. Army, Pfc. Chelsea Manning poses for a photo wearing a wig and lipstick. The convicted national security leaker, formerly known as Bradley Manning, could be placed in solitary confinement indefinitely for allegedly violating prison rules by having a copy of Vanity Fair with Caitlyn Jenner on the cover and an expired tube of toothpaste, among other things, her lawyer said Wednesday, Aug. 12, 12015.(AP Photo/U.S. Army, File)

Das Bild, das Manning von sich als Frau verbreitete.
Bild: AP/U.S. Army

Chelsea Manning ist als Angehörige der US-Streitkräfte und als IT-Spezialist (damals noch als Bradley Manning) tätig. In dieser Position spielt Manning Wikileaks vertrauliche Dokumente zu, darunter Videoaufnahmen, die die Erschiessung irakischer Zivilisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber in Bagdad zeigen sowie Dokumente von 303 Fällen von Folter durch ausländische Einheiten im Irak im Jahr 2010. Manning wird im Mai 2010 verhaftet und schliesslich zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Am 22. August 2013 gibt Manning bekannt, eine Frau zu sein und in der Gefangenschaft eine Hormonersatztherapie beginnen zu wollen.

Jean-Marc Bosman vs. Fussballwelt

Jean-Marc Bosman

Jean-Marc Bosman.
Bild:

Als der belgische Fussball-Profi Jean-Marc Bosman 1990 vom RFC Lüttich zum französischen Zweitligisten USL Dunkerque wechseln will, scheitert der Deal an der gigantischen Ablösesumme von 800'000 Dollar. Bosman zieht vor Gericht – und gewinnt. Dank dem Bosman-Urteil am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg fallen in der EU alle Schranken: Ausländerbeschränkungen gelten plötzlich nicht mehr. Und für Spieler, deren Verträge auslaufen, muss seither keine Ablösesumme mehr bezahlt werden. 

Das Urteil gilt als das bedeutendste Gerichtsurteil mit Bezug auf den Sport. Bosman selber kann davon jedoch kaum profitieren: Das Arbeitslosengeld, das er 1992 beantragen muss, wird abgelehnt. Erst neun Jahre nach Prozessbeginn bekommt er rund 780'000 Euro Entschädigung für sein vorzeitiges Karriereende zugesprochen. Heute lebt er völlig verarmt am Existenzminimum.

Jeffrey Wigand vs. Tabakindustrie

Whistleblower Jeffery Wigand, left, and South Carolina attorney Scott Motley attend a news conference Friday, June 20, 1997 in Washington where a settlement with the tobacco industry was announced. In a historic settlement that will cost cigarette makers $360 billion for 25 years, and billions more after that, the tobacco industry surrendered to unprecedented rules that will change how tobacco is sold in America.  (AP Photo/Rick Bowmer)

Jeffrey Wigand (l.) und sein Anwalt Scott Motley 1997 in Washington.
Bild: AP

Jeffrey Wigand ist Vize-Präsident der Abteilung für Forschung und Entwicklung der British-American-Tobacco-Tochter Brown&Williamson. In dieser Rolle ist er für die Entwicklung einer vermeintlich «gesünderen» Zigarette verantwortlich.

Am 4. Februar 1996 gelangt Wigand zu nationaler Bekanntheit, als er in der Sendung 60 Minutes öffentlich macht, wie die Tabakindustrie und insbesondere sein Arbeitgeber Brown&Williamson systematisch das Gesundheitsrisiko der von ihnen hergestellten Zigaretten verheimlicht. Das anschliessende Verfahren führt zu einem Vergleich: Die Tabakkonzerne müssen die Rekordsumme von 246 Milliarden Dollar Entschädigung zahlen.

Für seine Äusserungen erhalten Wigand und seine Familie Morddrohungen. Der Skandal wird in «The Insider» verfilmt. Wigand arbeitet heute für seine Non-Profit-Organisation «Smoke-Free Kids Inc.», die Kinder aller Altersstufen zu einem rauchfreien Leben motivieren möchte.

Sherron Watkins vs. Enron

Enron Corp. executive Sherron Watkins is sworn in on Capitol Hill in a Thursday, Feb. 14, 2002, photo, prior to testfying before a House Commerce subcommitte hearing on Enron. Watkins told  the subcommittee that the chief financial officer Andrew Fastow, wanted her fired and her computer seized after she warned then-Chairman Kenneth Lay last summer that investors were being misled by inflated profit statements. Enron Corp. founder Kenneth Lay was convicted Thursday, May 25, 2006, of all six counts against him, including conspiracy to commit securities and wire fraud, in one of the biggest business scandals in U.S. history. (KEYSTONE/AP Photo/Ron Edmonds)

Sherron Watkins schwört am 14. Februar 2002 vor dem Enron-Ausschuss in Washington.
Bild: AP

Cynthia Cooper of WorldCom, Coleen Rowley of the FBI and Sherron Watkins of Enron appear on the December 30, 2002 cover of Time Magazine's

Bild: AP TIME MAGAZINE

Sherron Watkins macht die falschen Bilanzen des US-Energieriesen Enron öffentlich und bringt das Unternehmen schliesslich zu Fall. Watkins ist Vizepräsidentin des Dienstleistungs- und Energiekonzerns, als sie 2001 die Konzernführung über Unregelmässigkeiten in den Bilanzen informiert. Eigentlich ist sie die erste, die ihren Chef offen vor der drohenden Pleite gewarnt hat. Später stellt sich heraus, dass der Konzern systematisch Zahlen gefälscht hatte. Enron geht bankrott.

Eine zeitlang gilt Watkins als Heldin, und zusammen mit den beiden Whistleblowerinnen Coleen Rowley (FBI) und Cynthia Cooper (World Com) wird sie vom Time Magazine zur Person des Jahres 2002 gewählt. Heute hat Watkins keinen festen Job mehr.

Julia und Witali Stepanow vs. Russland

Bild

Julia und Witali Stepanow mit ihrem Sohn Robert (undatierte Aufnahme).
bild: Yuliya und Vitaly Stepanov

Sie gelten als die «mutigsten Menschen des Weltsports»: Julia und Witali Stepanow kämpfen gegen die Dopingpraktiken in der Leichtathletik. Die beiden packen in der ARD erstmals aus und liefern Beweise über ein riesiges Doping- und Korruptionssystem in der gesamten russischen Leichtathletik.

Witali war Kontrolleur bei der russischen Antidopingbehörde Rusada, Julia gedopte 800-Meter-Läuferin. Als sich die beiden mit ihrem Insiderwissen an die Weltantidopingagentur Wada wenden, passiert aber zunächst gar nichts. Schliesslich filmt Julia ihren Trainier sowie andere Athleten, wie sie offen über Doping plaudern. 

Über die deutsche TV-Dokumentation kommt die Sache endlich ans Licht und ins Rollen: Die russischen Anti-Doping-Behörden werden suspendiert, russische Sportler müssen befürchten, nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro oder anderen Grossveranstaltung teilnehmen zu dürfen.

Meier 19 vs. Stadtpolizei Zürich

ARCHIV --- Portrait von Kurt Meier, der als 'Meier 19' Zuercher Zeitgeschichte geschrieben hat (Aufnahme von 1997). Der Polizeibeamte 'Meier 19', der 1967 im Zusammenhang mit dem mysterioesen Diebstahl von Zahltagssaeckchen bei der Zuercher Stadtpolizei auf unfaire Weise aus dem Dienst entlassen worden war, erhaelt vom Zuercher Stadtrat eine Genugtuungssumme von 50'000 Franken. Kurt Meier widerfaehrt damit nach ueber 30 Jahren eine Rehabilitierung fuer seine Entlassung und damit eine spaete Anerkennung seiner Zivilcourage und seines unerschuetterlichen Gerechtigkeitsempfindens. (KEYSTONE/Archive)

Kurt Meier in einer Aufnahme von 1997.
Bild: KEYSTONE

Kurt Meier (polizeiintern bekannt als «Meier 19») ist Detektiv bei der Stadtpolizei Zürich. Er setzt sich in den 60er und 70er Jahren konsequent gegen Missstände bei der Zürcher Polizei und Justiz zur Wehr. Unter anderem hat er Polizeiakten kopiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um zu belegen, dass ein Oberst und Fabrikdirektor nach Verkehrsdelikten von der Polizei mit Samthandschuhen angegangen wird. «Meier 19» hatte seine Vorgesetzten mehrmals ergebnislos auf diese Unkorrektheiten aufmerksam gemacht.

Im September 1967 wird er wegen Amtsgeheimnisverletzung aus dem Korps der Stadtpolizei Zürich entlassen. 1998 – 31 Jahre später – spricht die Stadt Zürich Kurt Meier eine Genugtuung von 50'000 Franken zu. Weiteren Handlungsbedarf sieht der Stadtrat nicht. Meier stirbt am 2. November 2006.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • lily.mcbean 17.12.2015 15:37
    Highlight Highlight Es macht mich richtig richtig traurig zu sehen, wie Menschen die das Richtige machen dafür noch fett eins auf die Schnauze bekommen... Den Mut und das Rückgrat dieser Leute kann man nur bewundern!
  • Kronrod 16.12.2015 15:08
    Highlight Highlight Es fehlt noch Mörgeli und die Uni Zürich. :)
  • Humbolt 16.12.2015 14:20
    Highlight Highlight Diese Integrität würde man sich von manchem Politiker wünschen! Chapeau und vielen Dank allen, die ihr Leben auf den Kopf stellen für das Wohl aller! Denn am Ende profitieren wir mehr als sie von den Konsequenzen.
  • Sandromedar 16.12.2015 13:31
    Highlight Highlight Péstle

Jede 5. Frau erfährt sexuelle Gewalt – jetzt handeln 6 Politikerinnen aus 6 Parteien

Jede zweite Frau in der Schweiz wurde schon einmal sexuell belästigt. Jede fünfte Frau hat in ihrem Leben schon einmal ungewollt sexuelle Handlungen erlebt. Jede achte Frau wurde schon einmal gegen ihren Willen zu Sex gezwungen. So lauten die Zahlen einer Umfrage von gfs.bern, die im Auftrag der Nichtregierungsorganisation Amnesty International durchgeführt wurde und deren Ergebnisse Ende Mai dieses Jahres veröffentlicht wurden.

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