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Im vergangenen Jahr ist so mancher Kinositz leer geblieben.
Im vergangenen Jahr ist so mancher Kinositz leer geblieben.
Bild: EPA/DPA
Flucht nach vorn

Noch nie gingen so wenig Leute ins Kino wie 2014 – und trotzdem eröffnen überall neue Säle

Umsatz und Besucherzahlen gehen zurück – die Schweizer Kinolandschaft steckt in der Krise. Die Branche tritt die Flucht nach vorn an: Im Jahr 2014 kamen drei neue Kinos und 23 Säle hinzu.
29.01.2015, 07:3329.01.2015, 11:38
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Melanie Gath
Melanie Gath
Redaktorin
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Bereits Ende 2013 hatten die Kinobetreiber nichts Gutes zu vermelden: Im Vergleich zum Vorjahr waren die Besucherzahlen – und damit auch der Umsatz – deutlich zurückgegangen, während das Jahr 2012 ein sehr erfolgreiches war. Inzwischen hat der Schweizerische Verband für Kino und Filmverleih ProCinema die Zahlen aus dem Jahr 2014 exklusiv für watson ausgewertet.

«Der Umsatz ist weiter zurückgegangen. Wir erheben die Zahlen seit 1995 flächendeckend in der ganzen Schweiz und so wenig Kinobesuche wie im Jahr 2014 gab es noch nie», erklärt Geschäftsleiter René Gerber. Doch er hat auch Positives zu berichten: «Die Kinobetreiber bleiben zuversichtlich. Das zeigt sich vor allem daran, dass im vergangenen Jahr neue Kinos aufgemacht haben. Im Jahr 2014 sind mehr als 20 Säle dazugekommen.»

Die Entwicklung der Kinobranche in einem Clip:

Dass zwar nur drei Kinos, aber 23 neue Säle hinzugekommen sind, deutet darauf hin, dass es vor allem die grossen Mainstream-Kinos sind, die trotz schrumpfender Besucherzahlen überleben können. Doch das stimmt nicht ganz. «Der Zuwachs hat sowohl im Mainstream-Bereich stattgefunden, beispielsweise mit dem Multiplex Arena Cinémas La Praille in Genf, als auch im Arthouse-Bereich mit dem Miniplex Houdini in Zürich», so Gerber.

Entwicklung Besucherzahlen seit 1995

Entwicklung Kinosäle seit 1995

Auch in Sachen Umsatz muss sich die Arthouse-Szene laut Gerber nicht verstecken: «Im Jahr 2014 haben die Mainstream-Kinos sogar etwas stärker gelitten. Die Betreiber der Arthouse-Kinos waren zufrieden und haben sich nach eigenen Angaben im letzten Jahr gut geschlagen.»

Kein Unterschied zwischen Stadt und Land

Wer an einem Samstagabend in Zürich beispielsweise im Arena Sihlcity einen Film schauen will, tut gut daran, vorab Plätze zu reservieren. Denn das Kino platzt zu diesen Zeiten aus allen Nähten. Von schlechten Besucherzahlen ist hier nichts zu spüren. Gibt es vielleicht ein Stadt-Land-Gefälle?

«Ein grosser Unterschied zwischen Stadt und Land zeigt sich nicht: Im Jahr 2013 haben die Stadtkinos etwas mehr an Umsatz verloren, im Jahr 2014 verzeichneten dafür die Landkinos einen stärkeren Rückgang», erklärt Gerber. Die Unterschiede würden jedoch in einem sehr kleinen Prozentbereich liegen – es handle sich dabei um ganz normale Schwankungen.

«Eigentlich lieben die Leute das Kino, sie vergessen es nur ab und zu.»
René Gerber, ProCinema

Trotz der sinkenden Besucherzahlen in den letzten beiden Jahren bleibt Verbandschef Gerber optimistisch: «Ein Rückgang hat nach meiner Erfahrung nicht damit zu tun, dass die Leute das Kino nicht mehr mögen – eigentlich lieben sie es, vergessen das aber ab und zu.» 

Die Besucherzahlen würden immer direkt mit den Filminhalten zusammenhängen. Treffe ein Film – oder wie auch schon erlebt eine ganze Reihe von Filmen – den Geschmack des Publikums nicht, würden die Leute lieber etwas anderes unternehmen. «2014 war ein Jahr, in welchem die Filme den Zuspruch des Publikums nicht oder nur weniger gefunden haben. Im Jahr 2015 stehen jedoch viele unterschiedliche Filme auf dem Plan, die den Leuten gefallen sollten.»

In Bezug auf den Erfolg von 3D-Filmen lässt sich Folgendes festhalten: «Seitdem 3D-Filme flächendeckend in der Schweiz gezeigt werden, machen sie 20 Prozent der Eintritte aus. Diese Zahl hält sich nun schon seit einigen Jahren relativ stabil», so Gerber. In der Schweiz gibt es aktuell 564 Kinosäle. In 290 davon können 3D-Filme gezeigt werden.

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