Wirtschaft
Schweiz

Kambly-Ehepaar Dania und Nils trennt sich

Trennung bei Guezli-Ehepaar: Dania Kambly übernimmt Führung der Firma – Mann geht

22.05.2026, 11:3322.05.2026, 11:33

Beim traditionsreichen Emmentaler Guetzli-Hersteller Kambly kommt es zu einem Einschnitt an der Spitze: Das Ehepaar Dania und Nils Kambly hat sich privat getrennt und wird die Firma deshalb nicht mehr gemeinsam führen. Das teilte das Familienunternehmen am Freitag mit.

Dania Kambly
Dania Kambly ist die Urenkelin des Firmengründers.Bild: kambly

Künftig übernimmt Dania Kambly die Führung als Delegierte des Verwaltungsrates. Die Urenkelin des Firmengründers steht seit 2024 dem Verwaltungsrat vor und gehört der vierten Generation der Unternehmerfamilie an. Ihr Noch-Ehemann Nils Kambly orientiere sich beruflich neu, hiess es weiter.

Vom Physikstudium in die Guetzli-Welt

Nils Kambly hatte die operative Leitung des Unternehmens seit 2020 als CEO inne. 2024 wurde er zusätzlich Vizepräsident des Verwaltungsrates. Verwaltungsrat und Familie würdigten in der Mitteilung seine Arbeit und dankten ihm für die «erfolgreiche Weiterentwicklung des Familienunternehmens».

Das Paar galt in der Schweizer Wirtschaftswelt als ungewöhnliches Duo: Die beiden rund 40-Jährigen sind promovierte Physiker und lernten sich während des Studiums an der ETH Lausanne kennen. Nils Kambly stammt ursprünglich aus Deutschland und nahm nach der Heirat den Namen seiner Frau an – eine eher seltene Konstellation. Gemeinsam haben sie zwei Söhne.

Eine Schweizer Traditionsmarke

Gegründet wurde die Firma 1910 von Oscar Kambly, der die Schreibweise seines Familiennamens einst von «Kambli» zu «Kambly» änderte. Der Name entwickelte sich in den vergangenen über 100 Jahren zu einer der bekanntesten Schweizer Lebensmittelmarken.

Das Unternehmen aus Trubschachen produziert Klassiker wie Bretzeli, Butterfly oder Caprice und exportiert seine Produkte heute in mehr als 50 Länder. Rund 655 Mitarbeitende erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von rund 211 Millionen Franken – davon 44 Prozent im Ausland. (dab/sda/awp)

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