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Jungfraubahnen: Nach Rekordjahr 2025 wirkt sich Iran-Krieg negativ aus

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Ein Jungfraubahn-Zug in der Kleinen Scheidegg, mit Blick auf den Eiger.Bild: imago

Jungfraubahnen: Nach Rekordjahr 2025 bremst der Iran-Krieg

31.03.2026, 15:1531.03.2026, 15:15

Die Jungfraubahn-Gruppe blickt auf ein starkes Jahr 2025 mit Gästerekord und höherem Gewinn zurück. In den ersten Monaten des laufenden Jahres 2026 hat nun aber der Iran-Krieg bereits deutlich Spuren hinterlassen und den Ausblick erheblich getrübt.

«Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns», sagte CEO Oliver Hammel am Dienstag bei der Präsentation der Jahreszahlen. Insgesamt transportierte die Gruppe mit 3,9 Millionen so viele Gäste wie noch nie – ein Plus von 3 Prozent zum Jahr davor.

Der Betriebsertrag stieg um 4 Prozent auf 306 Millionen Franken. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 3 Prozent auf 138 Millionen zu, während der Reingewinn um 2 Prozent auf 78 Millionen stieg. Die Dividende soll gar um 13 Prozent auf 8.50 Franken je Aktie erhöht werden.

Iran-Krieg belastet laufendes Geschäft

Im laufenden Jahr bremst nun aber der Iran-Krieg erheblich. «Der Rückgang bei den Gästen liegt bisher im einstelligen Prozentbereich», so Hammel. Besonders betroffen seien Gäste aus Indien und Südostasien.

Die Jungfraubahnen arbeiten mit zwei Szenarien. Im positiven Fall normalisiert sich der Reiseverkehr innerhalb von rund sechs Wochen, inklusive der Wiedereröffnung wichtiger Drehkreuze im Nahen Osten. Im Negativszenario könnten die Störungen über den Sommer hinaus anhalten.

Airlines reagieren bereits auf die Situation. So hat etwa die Swiss zusätzliche Direktverbindungen zwischen Zürich und Delhi eingeführt, wie CEO Hammel betonte.

Gleichzeitig könnten sich die Gästeströme verschieben. «Es kann zu einer Verlagerung zugunsten europäischer Gäste kommen», so Hammel. Steigende Fernreisekosten könnten umgekehrt auch dazu führen, dass mehr Europäer innerhalb Europas reisen.

Fokus auf Märkte und Kostenflexibilität

Das Unternehmen bereitet sich bereits darauf vor. So könnte es zu einer stärkeren Marktbearbeitung in Europa und in Amerika kommen. Auch könnten laut Management rasch Kostenmassnahmen zum Einsatz kommen.

Langfristige strukturelle Auswirkungen durch den Konflikt erwartet Hammel jedoch nicht. Die grundlegenden Tourismustrends blieben intakt. Wachstum soll künftig verstärkt auch über höhere Einnahmen pro Gast und zusätzliche Angebote entlang der gesamten Reisekette erzielt werden. Dabei gehe es zunehmend darum, umfassende und stärker individualisierte Reiseerlebnisse anzubieten.

Auch die Digitalisierung gewinne an Bedeutung. Die Jungfraubahnen bauen ihre eigene Plattform aus und arbeiten an der stärkeren Integration mit internationalen Vertriebspartnern.

Aktie unter Druck

Analysten bezeichneten die Jahreszahlen zwar als solide, verwiesen jedoch auf den schwachen Start ins Jahr 2026 und den Verzicht auf eine konkrete Prognose. Dies deute auf ein verlangsamtes Momentum im Zuge der globalen Reise-Störungen hin.

An der Börse kamen die Aussagen zum Ausblick schlecht an. Bis um 14.15 Uhr notierte die Aktie der Jungfraubahn-Gruppe 3,8 Prozent tiefer bei 263.00 Franken. (nil/sda/awp)

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