Wirtschaft
Schweiz

Der starke Franken macht zu schaffen: Jetzt sucht Emmi nach neuen Ideen

Auch das macht Emmi zu schaffen: Der Emmentaler-Verkauf ist rückläufig.
Auch das macht Emmi zu schaffen: Der Emmentaler-Verkauf ist rückläufig.Bild: KEYSTONE

Der starke Franken macht zu schaffen: Jetzt sucht Emmi nach neuen Ideen

05.07.2015, 11:4305.07.2015, 11:51

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter Emmi leidet im Auslandgeschäft unter der Frankenstärke und im Inland unter dem Einkaufstourismus. Doch die Not macht auch erfinderisch.

Emmi-Chef Urs Riedener tüftelt wegen des Wettbewerbsdrucks an neuen Produkten. Spruchreif sind die Innovationen noch nicht. Doch interessant sei etwa der «Unterwegskonsum», sagt Riedener im Interview mit der SonntagsZeitung. Auch Nahrungsmittel im Gesundheitsbereich sind für Emmi eine Möglichkeit, die Palette zu erweitern. «Und es braucht neue Konzepte für bekannte Produkte. Warum Fondue nur als Hauptmahlzeit und nicht als Apéro geniessen?», sagt Riedener.

Kampf um den Emmentaler

Der Verkauf des klassischen Emmentalers ist in der Schweiz rückläufig. Das zeigt die Milchmarkt-Statistik. «Wir wissen noch nicht, ob das die neue Realität ist», sagt Riedener. In Ländern wie Frankreich, die selbst über eine eigene Käsetradition verfügen, drohe wegen der Preiserhöhungen die Auslistung, also der Rauswurf auf dem Sortiment im Detailhandel. «In Südfrankreich finden Sie heute im Supermarkt keinen einzigen Schweizer Käse mehr», sagt Riedener.

In der Schweiz leidet Emmi unter dem Einkaufstourismus, mehr noch als unter der Konkurrenz europäischer Anbieter wie etwa der französischen Danone.

Massnahmen zur Effizienzsteigerung sind eingeleitet. Mitarbeiter werden beispielsweise an andere Unternehmen ausgeliehen. Stellenabbau sei kein Thema, hingegen gilt ein Einstellungsstopp. (tat/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
SBB wollen Flüge konkurrieren – auf diesen Strecken sehen sie Potenzial
Die Eisenbahn gewinnt an Beliebtheit bei internationalen Reisenden. Neue Zahlen zeigen nun, auf welchen Strecken die SBB künftig die Prioritäten setzen.
Die Passagiere auf der Eisenbahn-Strecke von Zürich nach München sind krisenresistent. Trotz vieler Verspätungen, Ausfälle und nur zweistündlich verkehrenden Zügen steigen sie Jahr für Jahr in noch grösserer Zahl in die Eurocity-Züge auf dieser Strecke ein. Mit einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr war das Fahrgastwachstum 2025 gar auf keiner internationalen Strecke der Deutschen Bahn höher, wie diese kürzlich mitteilte.
Zur Story