Wirtschaft
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Watches of Swiss watchmaker Swatch are displayed at a shop at the Bahnhofstrasse in Zurich, Switzerland July 15, 2016.     REUTERS/Arnd Wiegmann

Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Rückgang der Touristenzahlen vermiest der Swatch Gruppe das Ergebnis



Der Rückgang der Touristenzahlen in Europa verhagelt das Ergebnis der Swatch Gruppe: Der Gewinn sei im ersten Halbjahr um gut die Hälfte eingebrochen, warnte der grösste Uhrenkonzern der Welt am Freitag. Anleger reagierten geschockt: Die Aktie stürzte ab.

Man rechne mit einem Rückgang des Betriebs- und Konzerngewinns von 50 bis 60 Prozent im ersten Halbjahr, teilte die Swatch Gruppe in einem Communiqué mit. So hätten die Verkäufe in wichtigen Märkten wie Hongkong und in Teilen Europas, insbesondere in Frankreich und in der Schweiz gelitten. Dadurch dürfte der Umsatz im ersten Semester um rund 12 Prozent sinken.

Im Zuge der Attentate in Frankreich und Brüssel sei der Tourismus hart getroffen worden, worunter auch die Verkäufe der Swatch Group leiden würden, sagte Sprecher Bastien Buss auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Viele Touristen würden ihre Europatour in Paris beginnen, sagte Konzernchef Nick Hayek der Nachrichtenagentur Reuters. In China habe sich dagegen das Geschäft positiv entwickelt.

Weit schlechter als befürchtet

Damit fallen die Swatch-Ergebnisse weit schlechter aus als befürchtet. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang gerechnet, aber nicht in einem solchen Ausmass.

Allerdings ist der Verkaufsrückgang nicht die einzige Ursache für den Gewinneinbruch der Swatch Gruppe. Ein Grund sei auch, dass man die Mitarbeiter weiter beschäftige, obwohl zahlreiche Bestellungen annulliert worden seien, hiess es in der Mitteilung.

Gemäss der Tradition und Philosophie der Swatch Gruppe betrachte man die Mitarbeiter nicht als blossen Kostenfaktor. Damit will der Konzern das Know-how an Bord halten. Bereits im Mai an der Generalversammlung hatte Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek gesagt, dass auch in Krisenzeiten ein Stellenabbau bei Swatch kein Thema sei.

ZUM AKTUELLEN REKORDUMSATZ VON SWATCH STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG. ---
Kunden betrachten am 7. November 2007 die Auslagen im Uhrengeschaeft Swatch-Store an der Bahnhofstrasse in Zuerich. Die Swatch-Gruppe feiert im Jahre 2008 das 25-jaehrige Jubilaeum. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Customers look at Swatch watches in the Swatch-Store at the Bahnhofstrasse street in Zurich, Switzerland, pictured on November 7, 2007. The Swatch group celebrates its 25th anniversary in 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Fehlende Touristen setzen dem Uhren-Verkäufer zu. Bild: KEYSTONE

Anleger geschockt

Die Finanzgemeinde brachte ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Die Swatch Group habe deutlich schlechter abgeschnitten, als das die Schweizer Uhrenexporte hätten erwarten lassen, schrieb der Experte der Bank Vontobel laut der Nachrichtenagentur AWP. Er bezeichnete vor allem die Margenentwicklung als ein «Desaster».

Und tatsächlich reagierten die Anleger geschockt. Zum Handelsbeginn an der Schweizer Börse stürzten die Aktien um 11 Prozent auf 258 Fr. ab. Bis gegen 13.45 Uhr erholte sich der Kurs leicht auf 265.10 Franken. Das ist ein Minus von 8,4 Prozent. Im Strudel von Swatch gerieten auch die Aktien von Richemont unter Verkaufsdruck und tauchten um 3,1 Prozent.

Die Swatch Gruppe will den Halbjahresbericht am kommenden Donnerstag veröffentlichen. (meg/sda)

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