Wirtschaft
Schweiz

Reisebüro-Chef greift Swiss an: «Der Preis steigt, wenn ich mehrmals nach dem gleichen Flug suche»

Die Reisebüros sind wegen einer geplanten Buchungsgebühr von 16 Franken nicht gut auf die Swiss zu sprechen: Verbandschef Walter Kunz wirft der Airline nun Missbrauch von Kundendaten vor.
Die Reisebüros sind wegen einer geplanten Buchungsgebühr von 16 Franken nicht gut auf die Swiss zu sprechen: Verbandschef Walter Kunz wirft der Airline nun Missbrauch von Kundendaten vor.Bild: KEYSTONE

Reisebüro-Chef greift Swiss an: «Der Preis steigt, wenn ich mehrmals nach dem gleichen Flug suche»

20.07.2015, 05:1520.07.2015, 14:08

Der oberste Chef der Schweizer Reisebüros, Walter Kunz, wirft der Fluggesellschaft Swiss im Blick vor, ihre Preise nach oben anzupassen, wenn jemand mehrmals nach dem gleichen Flug sucht. Ihm jedenfalls sei das passiert. Diese Praxis wird möglich, wenn jemand den gleichen Computer zur Suche nutzt und damit verfolgbar wird. Kunz ortet bei Swiss einen Missbrauch von Kundendaten, wie er der Zeitung am Montag sagte.

Kunz' Vorwürfe haben einen Hintergrund: Seine Branche und die Swiss-Mutter Lufthansa liegen sich in den Haaren, weil die Airline ab September eine neue Buchungsgebühr von den Reisebüros verlangen will. Wer direkt auf der Swiss-Website bucht, bezahlt diese dagegen nicht und kommt so günstiger weg. Für Kunz ist das Motiv der Fluggesellschaft klar: Sie will an Kundendaten herankommen, um daraus Profit zu schlagen.

«Weder nachvollziehbar noch korrekt»

Eine Swiss-Sprecherin teilte der Zeitung mit, Kunz' Vorwürfe seien «weder nachvollziehbar noch korrekt». Preise würden über «Angebot und Nachfrage sowie Kundenbedürfnisse» gestaltet.

Wegen individualisierter Preise sorgte am Wochenende Coop für Schlagzeilen: Der Grossverteiler testet in einem Online-Shop personalisierte Rabatte. Das heisst, für ein bestimmtes Produkt bezahlt ein Kunde mehr, ein anderer weniger – je nach Einkaufsverhalten. Vor Preisdiskriminierungen warnte unlängst sogar die US-Regierung.

Wie auch immer bei der Swiss die Preise zustande kommen, der E-Commerce-Experte Thomas Lang rät im «Blick» jedenfalls, Flüge grundsätzlich nicht mit dem gleichen Computer zu buchen, mit dem man sie recherchiert hat. (trs)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
YesImAMillenial
20.07.2015 08:06registriert Juli 2014
äähmm sorry aber das weiss doch jedes Kind, dass man da jeweils den Cache leeren und Cookies löschen muss...
00
Melden
Zum Kommentar
9
Handy weg, Geld weg? Was du übers Bezahlen wissen solltest
Jeden Tag hören wir dieses eine «Beep», im Laden, am Automaten, im Ausland, und schon ist die Zahlung erledigt. Was in diesen paar Sekunden wirklich passiert, welcher Fehler dich im Ausland am meisten kostet und ob du deinem Handy oder bald sogar einem KI-Agenten dein Geld anvertrauen solltest, erfährst du hier.
Kennst du das? Du stehst an einem Zahlungsterminal irgendwo im Ausland, Karte schon in der Hand, und auf dem kleinen Display erscheint diese Frage: «In Schweizer Franken oder in Lokalwährung bezahlen?» Franken klingt doch logischer? Du siehst ja sofort, was du bezahlst. Dann macht es «Beep», die Zahlung ist durch und erst zu Hause merkst du an der Abrechnung, dass dieser kleine Klick mehr gekostet hat, als er musste.
Zur Story