DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: KEYSTONE

«Die Leute sind besorgt»

Region Baden verfolgt den Alstom-Deal mit Bangen – 4000 fürchten um ihre Jobs

Während Siemens und General Electric um Alstom buhlen, bangen die Menschen in der Region Baden AG um ihre Jobs. Allein in Baden sind 4200 Menschen vom Konzern abhängig. Alstom versucht zu beruhigen. 



Kanton und Stadt sind inzwischen aktiv geworden. Sie heben die Standortqualität hervor. Es besteht die Befürchtung, dass bei einem Verkauf von Alstom an den US-Konzern General Electric viele Stellen von Baden ins französische Belfort verlegt werden könnten.

Alstom beschäftigt in der Schweiz an den Standorten Baden, Birr, Oberentfelden und Neuhausen am Rheinfall SH rund 6500 Mitarbeitende. Allein in Baden arbeiten 4200 Personen bei Alstom.

Der französische Konzern versucht indessen die Gemüter zu beruhigen. Dass bei einer allfälligen Übernahme durch General Electric 4000 Stellen auf dem Spiel stünden, bezeichnete Alstom als «Blödsinn». «Ich haben noch nie eine so dumme Zahl gesehen», sagte der Chef der Sparte Thermal Power, Philippe Cochet, am Freitag vor den Medien in Zürich. Selbst wenn der weltweite Hauptsitz der Division Thermal Power nach Frankreich verlegt würde, wären höchstens einige hundert Stellen betroffen, sagte er weiter. 

«Wir tun alles, was möglich ist, damit Alstom hier bleibt.»

«Die Leute sind sicher besorgt», sagte Geri Müller, Stadtammann von Baden und Nationalrat der Grünen, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Man kann jedoch nicht von einer grossen Unruhe reden.»

Portrait von Geri Mueller, Stadtrat und Vizeammann von Baden aus Baden, Nationalrat der GPS des Kantons Aargau, aufgenommen am 13. Dezember 2011 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

«Die Leute sind sicher besorgt», sagt der Badener Stadtamman Geri Müller. Bild: KEYSTONE

Müller zieht mit dem Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) am gleichen Strick. Sie stehen in Kontakt mit Joseph Deiss, alt Bundesrat und Präsident von Alstom Schweiz, und Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

«Wir arbeiten sehr gut zusammen auf den verschiedenen Ebenen – auch direkt mit den Leuten von Alstom», sagte Müller. Man tausche sich aus. «Wir tun alles, was uns möglich ist, damit Alstom hier bleibt.»

Man zeige Alstom die Vorteile im Aargau auf. Müller nannte als Beispiel die guten Arbeitsbedingungen und den starken Forschungsstandort Baden. Der Konzern bilde zusammen mit ABB und Axpo einen Cluster.

Kompetenzen können nicht so einfach verlegt werden

Alstom Schweiz schreibe schwarze Zahlen. So sei das Unternehmen für den Service des Kraftwerkparkes in der Schweiz zuständig. «Das ist ein Supergeschäft», weiss der Badener Stadtammann.

Gemäss Regierungsrat Hofmann wäre es aus unternehmerischer Sicht nicht so einfach, die Kompetenzen aus Baden und Birr einfach nach Belfort oder an einen anderen Ort in Frankreich zu verlegen. Bei einem Wegzug gingen dem Unternehmen grosses Know-How und Kompetenz verloren.

Auch der Planungsverband Regio Baden, dem 20 Gemeinden angehören, macht sich dafür stark, dass Alstom bleibt. Der Aargau und die Region Baden-Wettingen hätten sich über Jahrzehnte zu einem Forschungs- und Entwicklungsstandort höchster Güte entwickelt, hält der Verband fest.

Die Region Baden gelte als dynamischer Forschungs-, Entwicklungs- und Dienstleistungsstandort. Sie sei in dieser Rolle Wirtschaftsmotor des Kantons Aargau mit einer starken Vernetzung in den Metropolitanraum Zürich. (rar/sda) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Du denkst, die Schweiz sei bei Solar- und Windstrom spitze? Du denkst falsch

Bei erneuerbaren Energien hinkt die Schweiz den meisten europäischen Ländern hinterher: Bei der Pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom landet sie im Vergleich mit den umliegenden Ländern auf dem zweitletzten Platz.

Die Schweiz ist daran, den Anschluss bei diesen erneuerbaren Energien zu verpassen, wie eine neue Auswertung der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) zeigt, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Stiftung ruft deshalb die Politik zum Handeln auf.

Nur so könne die Schweiz …

Artikel lesen
Link zum Artikel