Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

In so einem Kostüm verteilten die Berufsschüler Knorr-Schlüsselanhänger. bild: facebook

«Nichts anderes als Arbeit für Unilever»

Unbezahlte Schüler im Knorrli-Kostüm: Unilever distanziert sich

Gewerkschaften kritisieren die Schulexkursion der HKV Schaffhausen zu Unilever scharf. Dass Jugendliche im Knorrli-Kostüm Promotion machen müssen, halten sie für pädagogisch wertlos. Die Schule missbrauche damit die Unterrichtszeit. 



Rund 40 Berufsschüler der HKV Schaffhausen mussten vergangene Woche während mindestens zwei Stunden in verschiedenen Schweizer Städten den Knorrli machen und Schlüsselanhänger verteilen. Das Ganze als Abschluss einer Exkursion zum Mutterunternehmen Unilever in Thayngen. Eine kostenlose Werbemassnahme als Teil eines pädagogischen Konzepts, aufgegleist von einem Berufsschullehrer und einer Marketingfachfrau von Unilever. 

Umfrage

Was hältst du von der Exkursion der HKV-Klassen?

  • Abstimmen

1,500

  • Toll!15%
  • Finde ich heikel. 18%
  • Unverschämt!64%
  • Weiss nicht.3%

Das stösst auf viel Kritik. «Es ist zwar positiv, wenn Schulen die Theorie am lebendigen Objekt demonstrieren. Aber wenn dabei ein einzelnes Unternehmen profitiert, ist das problematisch», sagt Ewald Ackermann, Mediensprecher des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. PR für ein Unternehmen sei heikel und möglichst zu vermeiden. Ausserdem: «Im Knorrli-Kostüm Schlüsselanhänger verteilen? Da tendiert der Erkenntnisgewinn ja gegen null!», so Ackermann.

«Nichts anderes als Arbeit für Unilever»

Noch deutlicher formuliert die Gewerkschaft Syna die Kritik. Das Besichtigen eines Lehrbetriebs und ein kurzer Arbeitseinsatz zu Lernzwecken sei zwar zulässig und wünschenswert, sagt Vizepräsident Mathias Regotz. «Da dem Herumhampeln im Knorrli-Kostüm aber keinerlei Lern- oder Ausbildungseffekt zu entnehmen ist, handelt es sich dabei um nichts anderes als tatsächliche Arbeit für Unilever», so Regotz.

«Es ist stossend, wenn eine Berufsfachschule Lehrlinge für Gratisarbeit zur Verfügung stellt.» 

Syna

Lehrlingen dürften gemäss Bundesgericht nur beruflich sinnvolle Aufgaben übertragen werden. «Für Syna ist es stossend, wenn eine Berufsfachschule Lehrlinge einem Grossunternehmen für Gratisarbeit zur Verfügung stellt und damit Unterrichtszeit, die eigentlich der Ausbildung dienen soll, missbraucht», so Regotz. Die Jugendlichen seien berechtigt, für die Stunden im Knorrli-Kostüm bezahlt zu werden.

Unia-Sprecher Philipp Zimmermann fügt an: «Generell ist es wichtig, dass die Jugendlichen sich wehren können, wenn sie das Gefühl haben, sie würden nichts lernen oder sogar für andere Zwecke missbraucht werden.» Lehrlinge sollten deshalb ihre Rechte kennen und sich im Zweifelsfall an die Unia-Jugend, den Lehrbetrieb oder die regionale Gewerkschaft wenden, so Zimmermann.  

«Letztes Element» in Zukunft anders konzipiert

Unilever geht nun auf Abstand zur HKV Schaffhausen. «Wir führen solche Projekte nicht durch, es sei denn, jemand kommt mit diesem Wunsch auf uns zu, so wie in diesem Fall die HKV Schaffhausen», sagt Mediensprecher Konstantin Bark. Die Promo-Aktion im Knorrli-Kostüm sei Teil eines Rundherumpakets gewesen, das mit der Schule konzipiert worden sei. «Deshalb sahen wir es auch nicht als unsere Aufgabe, den pädagogischen Wert zu hinterfragen», so Bark. «Wir würden uns in Zukunft aber wohl überlegen, das letzte Element anders zu konzipieren», so Bark.

Unilever Thayngen

Knorr-Produktionsstätte in Thayngen. Bild: wikipedia/thayngen

Die HKV Schaffhausen steht nach wie vor zur Promo-Aktion. Wie der zuständige Lehrer gegenüber watson sagt, seien zwei Firmenbesuche pro Semester Teil des Lehrplans und würden deshalb auch zukünftig durchgeführt werden. Die Knorrli-Arbeit habe zum pädagogischen Konzept der Exkursion gehört, um den Schülern Marketing näher zu bringen. Ausserdem seien die Lehrbetriebe einverstanden gewesen. Wie HKV-Direktor René Schmid bereits zuvor gegenüber watson bestärkte, habe es deshalb keinen Anlass gegeben, die Knorrli-Aktion zu hinterfragen. Das Feedback sei durchweg positiv gewesen.

Auch das Erziehungsdepartement des Kantons Schaffhausen sieht keinen Handlungsbedarf. «Berufsschulen haben eine enge Beziehung zu Betrieben, die Lehrlinge ausbilden», sagt Departementssekretär Roland Moser. Auch wenn der pädagogische Sinn der Knorrli-Aktion hinterfragt werden könne, habe sie doch einen gewissen Erfahrungswert.

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

25
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

75
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

40
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

40
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

18
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

25
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

75
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

40
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

40
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

18
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

In Bern kostet eine Wohnung deutlich mehr als in Berlin und Wien

In der Schweizer Hauptstadt wohnt es sich deutlich teurer als in den Kapitalen der Nachbarländer Deutschland und Österreich. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6'570 Franken kostet eine Wohnung in Bern 43 Prozent mehr als in Wien (4'590 Fr.) und 45 Prozent mehr als Berlin (4'530 Fr.).

Allerdings sind die Immobilienpreise in den Hauptstädten keineswegs am höchsten, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse von «immowelt.ch» über die Kaufpreise in sechs Städten der drei …

Artikel lesen
Link zum Artikel