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Monsanto soll in Kalifornien während Jahrzehnten für Umweltschäden verantwortlich gewesen sein.
Monsanto soll in Kalifornien während Jahrzehnten für Umweltschäden verantwortlich gewesen sein.Bild: AP

Noch eine Klage gegen Monsanto – Bayer-Aktie auf Talfahrt

Der Bayer-Konzern muss sich an einer weiteren juristischen Front verteidigen. Der Landkreis Los Angeles macht die Bayer-Tochter Monsanto für die Belastung von Gewässern mit dem Umweltgift PCB verantwortlich. Produziert wird PCB schon seit langem nicht mehr.
31.05.2019, 15:3231.05.2019, 15:56

Dem Bayer-Konzern steht neuer rechtlicher Ärger wegen der US-Tochter Monsanto ins Haus. Diesmal geht es nicht um glyphosathaltige Unkrautvernichter, sondern um die Chemikalie PCB. Der Landkreis Los Angeles reichte am Donnerstag (Ortszeit) beim zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage wegen angeblich vor Jahrzehnten verursachter Umweltschäden ein. Das Unternehmen müsse sich an den Kosten für die Säuberung von Dutzenden mit PCB-Chemikalien verseuchten Gewässern beteiligen und Strafschadenersatz zahlen, fordern die Kläger.

Nach der neuen Klage gegen die US-Tochter Monsanto fiel die Bayer-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2012. Die Papiere des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns verloren am Nachmittag bis zu 2.85 Prozent auf 52.75 Euro.

Die Bayer-Aktie befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 2012.
Die Bayer-Aktie befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 2012.Bild: EPA/EPA

Bayer teilte auf Nachfrage mit, die Klage noch zu prüfen. Der Konzern gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien und kündigte an, dass er sich energisch verteidigen werde. Monsanto habe die PCB-Produktion vor mehr als 40 Jahren freiwillig gestoppt. Davor sei es an diverse Abnehmer aus der Industrie und dem Verarbeitenden Gewerbe verkauft worden, die es für verschiedene Zwecke verwendet hätten. Unter den damaligen Kunden sei auch die US-Regierung gewesen.

Die Kläger werfen Monsanto vor, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den USA gewesen. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten. In Deutschland darf PCB seit Ende der 1980er Jahre nicht mehr verwendet werden.

Gegen Bayers Tochter Monsanto, die der Konzern vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar gekauft hatte, laufen bereits zahlreiche US-Klagen. Meist geht es um angebliche Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat. Mitte Mai hatte eine US-Jury einem an Krebs erkrankten Rentnerpaar Schadenersatz in Höhe von umgerechnet fast 1.8 Milliarden Euro zugesprochen. Bayer hat Berufung gegen die Entscheidung angekündigt. Dieses und zwei andere Urteile stünden in direktem Widerspruch zu vielen Studien zur Sicherheit von Glyphosat, hatte der Agrarchemie- und Pharmakonzern erklärt. (sda/awp/dpa)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gurgelhals
31.05.2019 16:57registriert Mai 2015
Was müssen die Verwaltungsräte von Bayer in der Sitzung damals geraucht haben, als einer mit der Idee kam, man könne doch Monsanto übernehmen (jawohl, *das* Monsanto, das all die Sammelklagen am Hals hat und dessen Firmenname nicht weniger als das Synonym für "korrupter, ausbeuterischer multinationaler Grosskonzern" schlechthin ist) ... und alle fanden das eine Superidee?!? 🤡
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Petoman
31.05.2019 16:00registriert Mai 2015
Ah, good news! 😃👍🎊🎉
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