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EPFL/Patrizia Tocci

Der erste Schritt zur bionischen hand

Diese Handprothese kann fühlen

Die Testperson ist begeistert: Mit seiner herkömmlichen Prothese konnte Dennis Aabo Sørensen zwar greifen, jedoch nicht fühlen. Ein internationales Forscherteam unter Leitung der ETH Lausanne entwickelte nun eine Handprothese, mit der er das wieder kann.

«Die sensorische Rückmeldung war unglaublich», sagte der Proband, Dennis Aabo Sørensen aus Dänemark, in einer Mitteilung der ETH Lausanne (EPFL) vom Mittwoch. «Ich spürte Dinge, die ich seit neun Jahren nicht mehr gespürt hatte.» Sørensen hatte seine Hand bei einem Unfall mit Feuerwerkskörpern verloren. Mit der Prothese konnte er nun nicht nur spüren, wie stark er zugriff, sondern auch die Form und Konsistenz der Objekte ertasten.

Sehen Sie hier das Video des Pilotversuchs: 

Video: YouTube/epflnews

Mit dem Pilotversuch wollte das Team um Silvestro Micera von der EPFL und der Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa zeigen, dass Prothesen, die dem Amputierten seinen Tastsinn zurückgeben, grundsätzlich möglich sind.

Elektroden in Oberarm implantiert

Um den Tastsinn wiederherzustellen, implantierte ein Team von Chirurgen und Neurologen am Gemelli-Spital in Rom vier Elektroden in Sørensens Oberarm. Die extrem dünnen und äusserst präzisen Elektroden hatte das Team um Thomas Stieglitz von der Universität Freiburg im Breisgau entwickelt.

Die Versuche bestätigen laut den Forschern, dass es gelingen kann, sensorische Rückmeldungen von der Prothese an die Nerven zu senden – und so den zuvor unbenutzten Tastsinn des Probanden wiederzuerwecken. Der Proband konnte dank dieses Feedbacks aktiv kontrollieren, mit wie viel Kraft er mit der Prothese zugriff.

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Die Mandarine nimmt keinen Schaden: Sørensen kann die Kraft in seiner Hand kontrollieren.  EPFL/Patrizia Tocci

Noch sei eine kommerzielle Anwendung solcher mit Sensoren ausgerüsteten Prothesen weit entfernt, erklärten die Forscher. Der nächste Schritt sei es, die Elektronik für das sensorische Feedback im Hinblick auf eine tragbare Prothese zu verkleinern.

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Proband Sørensen ertastet Dinge, die er seit Jahren nicht mehr gespürt hat.  Bild: EPFL/Patrizia Tocci

Sørensen war für den Versuch ausgewählt worden, weil er mit seiner herkömmlichen Prothese äusserst geschickt umgehen kann. Diese kann Muskelbewegungen im Armstumpf wahrnehmen und lässt sich so öffnen und schliessen. «Sie funktioniert wie eine Motorradbremse», sagte Sørensen. «Wenn man die Bremse zieht, schliesst sich die Hand, wenn man loslässt, öffnet sie sich.» Doch da dabei keine Sinneswahrnehmungen zurück ins Nervensystem geliefert werden, kann Sørensen nicht fühlen, was er greifen will. So muss er die Prothese stets im Auge behalten, damit er die Objekte nicht zerdrückt. Mit der neuen Prothese kann er sie fühlen. (rar/sda)



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