Wissen
Digital

Musiker verdienen laut Studie kaum was mit Streaming

epa06560991 Spotify logo is presented on a smart phone screen in Berlin, Germany, 24 February 2018. According to the media, Spotify co-founder Daniel Ek does not want to lose control of the upcoming I ...
Die Forschenden haben vergangenes Jahr 1198 Musikschaffende aus Brasilien, Chile, den Niederlanden, Nigeria und Südkorea befragt.Bild: EPA/EPA

Musiker verdienen laut Studie kaum was mit Streaming

12.04.2026, 06:5112.04.2026, 06:51

Viele Musikschaffende können vom Streaming allein nicht ihr Leben finanzieren – sind aber trotzdem davon abhängig. Das ergab eine Befragung des britischen Oxford Internet Institute und der niederländischen Universität Groningen.

Im Zentrum der Untersuchung standen den Angaben zufolge Musikerinnen und Musiker, «die weder reich noch berühmt sind und somit die überwiegende Mehrheit der Musikkünstler weltweit ausmachen».

Die Forschenden haben vergangenes Jahr 1198 Musikschaffende aus Brasilien, Chile, den Niederlanden, Nigeria und Südkorea befragt. 42 Prozent gaben an, Vollzeit Musik zu machen – 53 Prozent erwarten, dies künftig tun zu können.

Weniger als 10'000 Franken pro Jahr

Insgesamt erzielten 77 Prozent der befragten Kreativen im Jahr vor der Befragung Einnahmen von jährlich weniger als umgerechnet 9200 Franken mit ihrer Musik. 29 Prozent davon verdienten weniger als 920 Franken, 26 Prozent hatten kein Einkommen über ihr musikalisches Tun.

Der Anteil des Streamings am Einkommen variierte: 25 Prozent der Befragten gaben an, 0 bis 5 Prozent ihres Verdienstes daraus zu beziehen. Bei 11 Prozent machte das Streaming 6 bis 75 Prozent des Einkommens aus, bei 8 Prozent mehr als 75 Prozent. Aber: 56 Prozent der Studienteilnehmenden wollten oder konnten dazu keine Aussage machen. «Nur sehr wenige Künstler können allein vom Streaming leben», erklärt der Studienautor und Professor für digitale Kultur am Oxford Internet Institute, Robert Prey.

Trotzdem lässt sich kaum auf diesen Vertriebsweg verzichten: 81 Prozent der Befragten glauben eigenen Angaben zufolge, dass Streaming etwas oder äusserst wichtig für ihre Karriere sei. «Musiker sind in hohem Masse auf Streaming angewiesen, um Sichtbarkeit und berufliche Relevanz zu erlangen, doch die damit erzielten Einnahmen werden allgemein als unzureichend angesehen», erläuterte Prey. Dieses sogenannte Streaming-Paradox sei ein globales Phänomen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2026 bereits verlassen
1 / 35
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2026 bereits verlassen

Man nannte sie «Engel»: Dolly Parton und ihre Songs «Jolene» oder «I Will Always Love You» bleiben unvergesslich. Hier erinnern wir uns an sie. Und an die Sängerin Bonnie Tyler, die Tupfen-Künstlerin Yayoi Kusama, die junge Schauspielerin Hayden Panettiere oder die Schauspieler Sam Neill und James Van Der Beek. An den italienischen Designer Valentino, den grossen amerikanischen Bürgerrechtler Jesse Jackson, an Action-Legende Chuck Norris und natürlich an Erich von Däniken.

... Mehr lesen
quelle: www.imago-images.de / courtesy of netflix
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So nehmen wir Musik wahr
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Das steckt hinter der Faszination für die «True Crime Community»
Ein 14-jähriger Jugendlicher hat an seiner Schule in Frankreich den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen. Hinter diesem Angriff steckt eine Faszination für die «True Crime Community»: eine digitale Bewegung, die von Massakern fasziniert ist. Auch die Schweiz bleibt davon nicht verschont, wie Fedpol gegenüber watson bestätigt.
«Wir können bestätigen, dass es in der Schweiz Fälle gibt, die diesem Phänomen zuzuordnen sind.» Gegenüber watson bestätigt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ausdrücklich, dass es hierzulande Fälle mit Bezug zur «True Crime Community» (TCC) gibt. Dahinter steckt eine diffuse Online-Szene, die von Serienmördern und Amokläufern fasziniert ist. Nebst Konsumentinnen und Konsumenten von Mainstream-True-Crime-Content umfasst die TCC auch extremistische Gruppierungen, die solch radikale Taten ermutigen.
Zur Story