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Das Wintereis in der Beringsee schmilzt rasant

Das Wintereis in der Beringsee schmilzt rasant

03.09.2020, 06:1303.09.2020, 06:13

Das Wintereis in der Beringsee zwischen Alaska und Russland schmilzt in hohem Tempo. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie ging das sich jeden Winter neu bildende Eis zuletzt so stark zurück wie in den vergangenen 5500 Jahren nicht.

USA Sea ice forming in the Bering Sea, Alaska, USA, in March 2008. Taken on location for the BBC series, Frozen Planet. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 1356904 JeffxWilson
Das Eis in der Beringsee bildet sich jedes Jahr neu.Bild: www.imago-images.de

US-Forscher zogen für ihre Studie die St.-Matthew-Insel heran. «Diese kleine Insel mitten in der Beringsee hat de facto aufgezeichnet, was im Ozean und in der Atmosphäre um sie herum geschieht», erklärte Studienleiterin Miriam Jones.

Die Wissenschafterin, die zunächst an der Universität von Alaska und später bei der US-Behörde für Geologie arbeitete, untersuchte einen 2012 von der Insel entnommenen, 1.45 Meter langen Bohrkern.

Konzentration von Sauerstoff

Zusammen mit ihren Co-Autoren analysierte sie die Konzentration der Sauerstoff-Isotope 16 und 18 in den verschiedenen Torfschichten, die die Veränderungen in der Atmosphäre und dem Pazifischen Ozean über die letzten 5500 Jahre nachzeichnen. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in der wissenschaftlichen Zeitschrift «Science Advances».

Aus seit 1979 vorliegenden Satellitenbildern wussten die Forscher, dass das Eis in der Arktis seit Jahren zurückgeht. Parallel dazu stiegen die Durchschnittstemperaturen auf der Erde und die CO2-Konzentration in der Luft stetig an.

Beispiellos in 5500 Jahren

Bisher jedoch war davon ausgegangen worden, dass die winterliche Eisschicht in der Beringsee stabil war. Nur in den vergangenen zwei Jahren war ein starker Rückgang zu beobachten gewesen. Durch die Analyse des Bohrkerns wissen die Forscher nun allerdings, dass das Eis im Vergleich zu anderen Jahrtausenden insgesamt deutlich abgenommen hat.

«Was wir in letzter Zeit beobachtet haben, ist beispiellos in 5500 Jahren», erklärte Co-Autor Matthew Wooller vom Forschungsinstitut Alaska Stable Isotope Facility. Bei dem derzeitigen Tempo könnte es bald eine völlig eisfreie Beringsee geben, erklärten die Forscher weiter. Das hätte starke Auswirkungen auf das Ökosystem. (sda/afp)

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Alfred de Quervains Grönlandexpedition 1912
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