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Weisse Haie im Mittelmeer: Forschende schlagen wegen Fischerei Alarm

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Ein Weisser Hai: im Mittelmeer ein seltenes Bild.Bild: imago stock&people

Weisse Haie im Mittelmeer: Forschende schlagen wegen Fischerei Alarm

Für das Mittelmeer gelten zwar bestimmte Regeln in Bezug auf die Fischerei. Da sich aber nicht immer alle daran halten, gilt der Weisse Hai mittlerweile als vom Aussterben bedroht.
31.12.2025, 09:4031.12.2025, 14:49
Nathalie Trappe / watson.de

Der Weisse Hai ist einer der bekanntesten Raubfische der Welt. Kaum ein Meerestier ist popkulturell so stark mit Angstbildern verknüpft wie er.

Dabei ist sein tatsächliches Leben weit weniger spektakulär. Weisse Haie sind seltene Tiere und bewegen sich meist fernab menschlicher Aufmerksamkeit durch die Ozeane. Trotzdem geraten sie regelmässig in Kontakt mit der Fischerei. Für die Art hat das gravierende Folgen.

Fischerei bedroht den Weissen Hai

Zwar wird der Weisse Hai im Mittelmeer mittlerweile international als bedroht eingestuft, für ihn gilt offiziell entsprechend ein Fangverbot. Dennoch berichten Forscherende immer wieder von Fischern, die Jagd auf die Art machen.

«Die Auswirkungen der industriellen Fischerei haben sich verstärkt… und es ist durchaus denkbar, dass sie in naher Zukunft aussterben werden», erklärt Dr. Francesco Ferretti von der Universität Virginia Tech der BBC. In Zusammenarbeit mit der britischen Organisation Blue Marine Foundation überwachte er im vergangenen Jahr mehrere Fischereihäfen in Nordafrika. Allein dort wurden mindestens 40 Weisse Haie getötet.

Ihr eigentliches Ziel konnten die Wissenschaftler:innen hingegen nicht erreichen. Zum ersten Mal in der Geschichte wollten sie einen der Haie mit einem Satellitentracker versehen. Doch auch nach zwei Wochen in der Strasse von Sizilien – eigentlich ein Hotspot für Weisse Haie – begegnete dem Team kein einziges Tier.

Experten fordern bessere Zusammenarbeit im Mittelmeer

Dafür finden sich auf Social Media immer wieder Aufnahmen von Märkten in Algerien oder Tunesien, auf denen das Fleisch der Weissen Haie zum Verkauf angeboten wird. «Das zeigt, dass es noch Wildtiere gibt», merkt jedoch ein Experte der Blue Marine Foundation an. «Und wenn wir diese bewahren können, besteht eine Chance auf Erholung.»

Eigentlich gibt es innerhalb der Europäischen Union und seinen Anrainerstaaten ein Abkommen, dass die Tiere «soweit möglich unversehrt und lebend freigelassen werden müssen». Ein Verkauf der Weissen Haie wird darin ebenfalls verboten – die Umsetzung dieser Regelung ist in vielen Staaten jedoch kaum zu überprüfen.

Oft werden die Tiere zudem als Beifang an Land gebracht. In ärmeren Regionen bieten sie den Menschen eine Lebensgrundlage, die sie ungern wieder ins Meer werfen möchten.

Die Expertinnen und Experten von Blue Marine appellieren in diesem Zusammenhang an die Stärkung gemeinsamer Projekte in der Fischerei. «Wenn man sie unterstützt und sie in nachhaltigeren Fangmethoden schult, werden sie keine Weissen Haie – oder überhaupt keine Haie – fangen», bestätigt Sara Al Mabruk von der Libyan Marine Biology Society gegenüber der BBC.

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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[CH-Bürger]
31.12.2025 11:06registriert August 2018
das mit dem Umweltschutz funktioniert nicht - hat die Menschheit schon zigfach bewiesen!
sobald es keine konsequenten Kontrollen mit rigorosen Strafmassnahmen gibt, wird gewildert was das Zeug hält!

Profit steht an erster Stelle, dann das Geschäft, anschliessend der wirtschaftliche Druck.

hat jemand etwas von "Sorge tragen" geschwafelt?!

zu spät. die Unterwasserwelt wird nachhaltig zerstört, jeden Tag.

man müsste HEUTE aufhören, Meeres"früchte" zu essen.
es sind keine Früchte, sondern Lebewesen!
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Rannen
31.12.2025 10:27registriert Januar 2018
Der Mensch ist ein Raubtier und nacht alles kaputt, und es wird nicht besser eher schlimmer
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